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Vierter Band.
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Vorwort.

erstens eine Erweiterung des Gesichtskreises. Wir halten zwarprinzipiell an dem üblichen Begriff der Weltgeschichte fest: wir erblickeneinen hervorragend einigenden, einen wahrhaft universalgeschichtlichen Zugder Menschheitsgeschichte in der Thatsache, daß allmählich die ganze Erdeso oder so in das Machtgebiet der europäischen Nationen hineingezogenwird, und meinen, daß eine Weltgeschichte im wesentlichen die Geschichteder Völker bieten soll, die in irgend einer Weise zur heutigen Welt-kultur beigetragen haben, also die Geschichte der Völker, die wir Kultur-völker nennen. Wir halten auch daran fest, daß in einem zunächst fürDeutsche bestimmten Werke vom Mittelalter an der deutschen Geschichte einverhältnismäßig breiterer Raum als der außerdeutschen zugewiesen werdendarf. Aber wir billigen es nicht, wenn die außerdeutsche und noch mehrdie außereuropäische Geschichte fast nur als Anhängsel der deutschen undeuropäischen Geschichte behandelt werden. Wir sind der Ansicht, daß bisherdie selbständige Bedeutung der außergriechischrömischen,sodann der außerdeutschen und außereuropäischen Geschichtenicht genügend hervortrat. Deshalb widmen wir nicht nur den euro-päischen Staaten, sondern auch den außereuropäischen besondereKapitel; deshalb behandeln wir die mohammedanischen nicht bloßgelegentlich, fast wie in Anmerkungen, bei den Kreuzzügen und anähnlichen Stellen; deshalb besprechen wir Ägypten und Persten,Indien, China und Japan auch im Mittelalter. Dadurch hat sehrvieles, was bisher fehlte und heute wohl mehr als früher vermißt werdenwürde, Aufnahme gesunden. Dadurch wird das Werk mehr als bisherzu einer Geschichte der Kulturmenschheit, sucht aber den rechten Maßstabfür die relative weltgeschichtliche Wichtigkeit der Völker zu behalten.

Neben dieser Erweiterung des Gesichtskreises sehen wir aber den welt-geschichtlichen Geist der Darstellung zweitens in einer Vertiefung derBetrachtung. Wir haben die Fülle des Stosses, die Weber aufverhältnismäßig kleinem Raume zu bieten gewußt hatte, zu erhalten,ja zu vermehren gesucht und z. B. nach seinem Vorgänge im Rahmender deutschen Geschichte auch kurze Übersichten über die Geschichte derEinzelstaaten gegeben. Aber wir sind bemüht gewesen, dem universal-geschichtlichen Geiste immer gerecht zu werden: wir versuchen, die leitendenGedanken, die Hauptzüge der Entwicklung herauszuarbeiten,überall die Einzelheiten unter große Gesichtspunkte zu stellen.Diesem Zwecke dienen insbesondere die Abschnitte der Darstellung, diedie Überschriften „Überschau und Vorblick", „Richtlinien der Entwicklung"oder dergl. tragen. Wir hoffen damit zu erreichen, daß der Leser in derFülle des Stoffes nicht untergeht, daß ihm die Geschichte ver-geistigt wird, daß er denführenden Faden durch die Masse der Einzel-heiten beh Llt, daß er sie wahrhaft beherrscht. Neben den erwähntenParagraphen und der ganzen Art der Darstellung, bei der wir nur nochhinweisen wollen auf die Begleichungen verwandter Entwicklungen beiverschiedenen Völkern, dient diesem Zweck auch die Gliederung mit den Buch-,Kapitel- und Paragraphenüberschriften, auf die besonderer Wert gelegt ist.

Nach wie vor steht die politische Geschichte im Mittelpunkteder Darstellung; aber es ist daneben dem, was man unter dem Worte„Kulturgeschichte" zusammenfaßt, ein breiterer Raum als bisher zu-gewiesen worden. Beide Seiten des geschichtlichen Lebens sind dabei nicht