4.
Erstes Kapitel: Die Revolution bis zur Erklärung der Republik.
Der von den
gewesen war und nur den Ausläufern Nutzen gebracht hatte , .
Interessenten veranlaßte sogenannte Mehlkrieg (1a Ansrrs äss karrnss) Heimes,wie schars Turgot ihre Macht angegriffen hatte. Dann übernahm er un^uk 1 r 7den bisher verpachteten Postbetrieb ebenso wie den aus den Wasserstraßen ausden Staat, und 1776 folgte die Aufhebung der Wegfronden, der Zünfte undMeisterrechte. Die Aufhebung der letzteren mußte erst gegen das Parlamentdurch eine Kissensitzung (lit äs snsties) am 12. März 1776 erzwungen werden.
Aber all diese Vorschläge und Maßregeln fanden die hestigsle Gegner-schaff an der Königin, die unter dem Einflüsse des aus Turgots Ver-anlassung aus gutem Grunde entlassenen französischen Gesandten in Londonstand, an den Prinzen, den übrigen Ministern, dem Klerus und denPrivilegierten Ständen. Dem König fehlte die Festigkeit, einen Mann wieTurgot zu unterstützen, den Privilegierten der Wille, auf ihre Vorrechtezu verzichten. Bereits am 12. Mai 1776 wurde Turgot entlassen, w. M-anachdem er wenige Tage vorher dem schwachen und wankelmütigenLudwig XVI. ein gleiches Ende, wie es Karl I. von England auf demSchafott genommen, vorhergesagt hatte. Turgots Sturz vernichtete auchseine Schöpfungen, indem seine Edikte durch einen vvm Könige genehmigtenParlamentsbeschluß schon im August desselben Jahres aufgehoben wurden.
Durch die Vereitelung dieser Reformen wurde die Revo-lution heraufbeschworen.
Nicht besser als Turgot erging es dem Bankier Necker, der 1777 dieVerwaltung der Finanzen, jedoch nicht als vortragender Minister, über-nahm. Durch seine kaufmännischen Kenntnisse und Erfahrungen Vorteil-haft unterstützt, brachte er zwar Ordnung und Methode in die Führungder öffentlichen Finanzen, verringerte auch die königliche Dienerschaft umein beträchtliches und nützte seinen unbeschränkten Kredit zur Aufnahmevon Staatsanleihen unter den günstigsten Zins- und Amortisations-bedingungen aus, konnte aber trotzdem nicht dem drohenden StaatsbankrottFrankreichs erfolgreich entgegentreten. Als er nun 1781 einen finan-ziellen Rechenschaftsbericht („eomM renäu au roi") veröffentlichte,in dem er durch eine künstliche Verschleierung der kolossalen ungedecktenVerbindlichkeiten des Schatzes einen Überschuß von 10 Millionen nachwies,gewann er allerdings in hohem Grade die Volksgunst, erregte aber denganzen Zorn der durch die darin enthaltenen Enthüllungen erbittertenpriveligierten Stande. Die Intendanten, Generalpächter, Parlamentsräte,die Geistlichkeit, die ihn auch wegen seines protestantischen Glaubens haßte,feindeten ihn aus das heftigste an. Demgegenüber verlangte er als Ver-trauensvotum Sitz und Stimme im Ministerium, erhielt aber vonLudwig XVI., der sich hier auch von der Königin beeinflussen ließ, stattdes Ministertitels seine Entlassung. Sein Abgang befreite den Hof von Mai iwilangweiliger Sparsamkeit, mehrte aber die Unordnung im Staatshaushalte.
Die Ausgaben überstiegen jedes Jahr die Einnahmen um viele Millionen;Anleihen konnten bei dem schlechten Kredit und der schon hohen Staats-schuld nur unter unvorteilhaften Bedingungen erlangt werden und brachtenbloß eine kurze Erleichterung, ohne das Übel zu heben. Der amerikanischeKrieg (Bd. III) verschlang die Einkünfte von drei Jahren und schuf demThron außer der finanziellen Verlegenheit mächtige unbekannte Feinde durchErweckung des Bürgerstolzes, des Republikanersinnes und des Freiheits-gcfühles bei Hohen und Geringen. In dieser kritischen Zeit übernahm