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Vierter Band.
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370
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370 Fünftes Buch: Von der Februarrevolution bis zum Aahre 1863.

Während dieser Zeit befand sich Kosfuth mit den Ministern

M.

und

Gliedern des Reichstags in Szegedin, welches, als die Österreicherbedrohten, zum vorläufigen Sitz der Regierung bestimmt worden war. H'hielt der ungarische Reichstag gegen Ende Juli seine letzten Sitzung^und die Regierung faßte Pläne und Vorschläge, welche die innere Arissenheit, Ratlosigkeit und Parteispaltung sattsam bekundeten. ,

§ 184. Die Katastrophe von Vilagos. Der gewaltige Kampf uälftsich seinem Ende. Ein kühner Ausfall der Komorner Besatzung unM. Juu dem tapferen Klapka war das letzte für die Ungarn glückliche Ereign^Bald zogen sich die vereinten Streitkräfte der Feinde an der Theiß ^Maros zusammen. Bon Norden her waren nämlich die Russen unter Pa^^witsch, Osten-Sacken, Grabbe u. a. schon im Juli bis nach Tokay und -b ^kolcz vorgerückt, während Görgei noch in Komorn weilte. Auf die Kuohiervon brach dieser sogleich auf, um wo möglich die Verbindung der Null^gRnacl/° mit den von Westen vordringenden Österreichern zu verhindern. DreiVilagos Plan mißlang, aber nach dem glücklichen Gefechte bei Waitzen entspGörgei durch einen meisterhaften Marsch über die Karpaten demArmeekorps und erreichte die obere Theiß. Die Kriegsmacht der Wwar der seinigen weit überlegen; nach einem unglücklichen KämpftDebreczin mußte er sich daher immer weiter nach Osten undzurückziehen, langsam verfolgt von den nachrückenden Russen, bis er8. August in Vilagos, einem Flecken unweit Arad, sich in einerbefand, welche ihm die Fortsetzung des Kampfes unmöglich zuschien. Zu gleicher Zeit hatte General Haynau mit österreichischenrussischen Truppen von Pesth aus einen Zug nach der unteren Theiß s"'nommen, hatte bei Szegedin den Übergang über den Fluß bewerksten^und war dann südostwärts gezogen, bis er in die Nähe der ^lages,Stadt Temesvar kam, wo er ein glückliches Treffen mit beu ^ hgharen bestand und dadurch die Befreiung dieser von Hungersnots. Aug. Cholera schwer heimgesuchten Stadt bewirkte. Nach der Schlacht ^Temesvar konzentrierten sich die ungarischen Streitkräfte um Arad, ^sich Kosfuth mit der provisorischen Regierung befand, und wohin ^Görgei gezogen war. Dieser hatte schon während des Marsches ^russischen Parlamentären Anträge zur Niederlegung der Waffen .

stimmten Bedingungen empfangen, jetzt scheint die verzweifelte »und die Mißstimmung gegen Kosfuth den Entschluß, den er schon ^Zeit gehegt haben mochte, rasch zur Reife gebracht zu haben: durchii. Aug. Ergebung dem Kriege ein Ende zu machen. In dem letzten zn ^ ^abgehaltenen Kriegsrat sprachen sich die überwiegenden Stimmen ^aus, daß Kosfuth die Gewalt niederlegen und Görgei die Diktnis ÄÜg^iAs übernehmen sollte. Beides geschah, und schon am 13. August st* ^der neue Diktator nach einem Beschluß des Kriegsrats mit einer -st Ivon 30 000 Mann und 120 Kanonen vor dem russischen ^ jUchRüdiger in Vilagos die Waffen. Triumphierend berichteteseinem Herrn: „Ungarn liegt besiegt zu den Füßen Eurer Majestät. ^ohne Verdruß über den Erfolg der Russen vernahmen die Österreich ^Kunde der Übergabe, gerade, als sie im Begriff standen, demHeere die letzte Hauptschlacht anzubieten. Nach der Kapitulation von Blging der ungarische Krieg bald zu Ende. Die Festungen Arad,u. a. ergaben sich, die Honveds zogen in ihre Heimat, Kosfuth,