EchleSwig-
Holstsin
Preußen undÖsterreich
470 Sechstes Buch: D. Gründg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Bollendg. d. ital. Einheit- 8^
geeignet, weil das Königshaus von Sardinien in Italien die einzignationale Dynastie war, Preußen schon seit dem 17. JahrhundertVerfolgung seiner speziell preußischen Interessendeutsche Aufgaben gelöst hatte. Auch jetzt ging es vom Standpunder preußischen Machtpolitik aus und nahm von hier aus den deutsch,Gedanken auf, der dann allmählich überwog: schneller bei Bismarckdem Kronprinzen, langsamer bei König Wilhelm. ,
Preußen hatte zuerst im Zollverein die wirtschaftliche Einheit ^künftigen Deutschland hergestellt, war aber Lei den Versuchen, die ButtVerfassung zu reformieren, auf den starken Widerstand Österreichs gestehEs wurde immer klarer, daß zwei rivalisierende Großmächte in dem neDeutschland nicht nebeneinander bestehen konnten, daß der preußli^österreichische Dualismus eine gewaltsame Lösung heischte. EsGschien es dazu zu kommen, da vereinigte die schleswig-holsteiinl ,Frage die beiden Mächte noch einmal zu einem gemeinsamen KaMDas Ergebnis war die Sicherung Holsteins für Deutschland und düWerbung Schleswigs, das zwar weder zum alten Deutschen Reiche noch i,Deutschen Bunde gehört hatte, aber seit dem 15. Jahrhundert fest mit Hstein verbunden gewesen (II, Z 320) war und überwiegend deutschIndes, gerade die gemeinsame Erwerbung verschärfte den Konfliktbeiden deutschen Großmächte. Schon nach zwei Jahren brach der K 'zwischen ihnen aus, und dieser Krieg machte nun die Bahn frei M -Neugestaltung des außerösterreichischen Deutschland. Es bedendas allerdings den Ausschluß zahlreicher Deutscher vorn neReich, aber dieser schwere Verlust mußte in den Kauf genommenEr wäre nur dann zu vermeiden gewesen, wenn der österreichisch-ungMNStaat in seine nationalen Bestandteile ausgelöst worden wäre. Do ^war aber naturgemäß gar nicht zu denken; auch hätte dann das Dliche Deutschtum seine historische Stellung den Slawen undgegenüber ganz eingebüßt, während anderseits die Begründung desscheu Reiches unter einem protestantischen Kaiser durch eine so betracht^Mehrung der Katholiken, wie sie eine Ausnahme der DeutschösteM^^gebracht hätte, erschwert worden wäre. Es war doch die beste Lösung^,
Schwierigkeiten, daß der Habsburgische Staat von der politischen
gestaltung des neuen Deutschland ausgeschlossen wurde, im übrigenan dieses keine Einbuße erlitt: dadurch wurde die Möglichkeit eines
Norddeut-scher Bund
Malten
Bündnisses eröffnet, also das zerschnittene Band in anderer Form ^angeknüpft. . §g
Der NorddeutscheBund unter preußischer Führung in EermN,^mit dem Zollverein und den Kriegsbündnissen mit den süddeutschen ^war ein gewaltiger Schritt vorwärts zur Erfüllung der seit 1815 so ^haften nationalen Hoffnungen. Er siel zusammen mit der Lösung^inneren, aus den liberalen Forderungen herausgewachsenen Muh 1 ^Konflikts. Mit der Jndemnitätsvorlage bot die preußische ^gs . ^die Hand zum Frieden; sie wurde gern ergriffen, und in der ueugem ^nationalliberalen Partei hatte die Regierung für ihre weiterenfeste Stütze.
Es entsprach der oben erwähnten Gleichartigkeit der deutschenitalienischen Geschichte, daß Italien der Verbündete Preußens g