510 Sechstes Buch: D. Grirndg. d. neuen Deutschen Reiches u. d. Vollendg.d. ital. Einheit. H ^
und zum Sturze der Regierung mitzuwirken. Cadix, Sevilla und andere 2täb^schlössen sich sofort dem Aufstand an; in einem zweiten Manifeste wurdegesprochen, „daß die allgemeine Abstimmung die Grundlage der sozialenpolitischen Regeneration bilden solle". Rasch verbreitete sich die Revolutionganz Spanien. Man machte kein Hehl daraus, daß es auf den Sturz der bkonischen Dynastie abgesehen sei. Vergebens entließ die Königin das Ministen ^Gonzalez Bravo und stellte den General Concha, Marquez de la Habana,die Spitze des Kabinetts: der von ihm zum Oberbefehlshaber gegen die JnsurgMW. S-pt. ernannte General Novaliches wurde an der Brücke von Alcolea unCordova von Serrano geschlagen; der Sieger konnte im Triumph s" >einziehen und in Verbindung mit Prim, Topete und Olozaga eine prso. Sept. sorische Regierung bilden, bis die nach dem allgemeinen Stimmrecht einzubermden Cortes sich über die künftige Verfassung Spaniens geeinigt habenDie Häupter der provisorischen Regierung waren monarchisch gesinnt.hätte Serrano noch einmal zugunsten der Gebieterin, der er einst so nahe bstanden hatte, gewirkt, hätte sich diese entschließen können, den univürd SGünstling Marfori zu entfernen oder ihrem Sohne Alfons dasübergeben, und wäre nicht das reaktionäre, auf Priester und Soldaten ge>Regiment zu verhaßt gewesen. Jsabella überzeugte sich, daß ihre Hmst,zu Ende sei, verließ mit ihrem schwachen Gemahl, ihrem Günstling Änli chso. Sept. und ihrem Beichtvater Claret Sän Sebastian und begab sich nach Paris.der Entfernung des Hofes kamen die alten Parteien wieder zumWährend die provisorische Regierung sich nach einem König umsah,im Süden die Anhänger der föderativen Republik immer mehr Boden, im st" ^aber riefen die Karlisten den Enkel des alten Don Carlos als Karl VH. zum K ^aus. Die von Priestern geleitete karlistische Schilderhebung hatte allerdings stErfolg, dagegen konnte die Regierung nur nach heftigem Kampfe in Cadir ^ .Malaga der Republikaner Herr werden. In Madrid gab sich die neuerruns^Freiheit zunächst in heftigen Angriffen gegen die Priesterherrschaft kund-dem Hause des Nuntius wurde das Konkordat verbrannt, der JustizmM ^Ortiz hob den Jesuitenorden auf, die Schule wurde für frei erklärt, unDuldung anderer Konfessionen neben der katholischen ausgesprochen; inund Barcelona wurde der protestantische Gottesdienst zugelassen. ,
Die Corteswahlen fielen zugunsten der Monarchisten aus. Aber meu Iman auf den Thron berufen? Die drei bourbonischen Prätendenten, st ^Alfons von Asturien, Jsabellas Erstgeborener, Don Carlos, der ErkoreneLegitimisten, und der Herzog Philipp Louis von Montpensier, hatten wenigstst^pathien in der Nation; König Ludwig I. von Portugal oder sein Vater, A""von Koburg-Kohary, zeigten keine Lust zur Übernahme der spanischen Krone.in Italien scheiterten die Unterhandlungen: weder Amadeus, Herzog von ^der zweite Sohn des Königs Viktor Emanuel, noch ThomasHerzog von Genua, der Neffe desselben, konnten für den Thron in st " ^gewonnen werden. In Frankreich hätte man am liebsten gesehen, wenWahl der Cortes auf den Sohn der Jsabella gefallen wäre, dem seine stihre Ansprüche übertrug. Aber der, wenn auch von der Majorität derF-br. 1889 zurückgewiesene Antrag C a st e l a r s, alle Bourbonen auszuschließen, gab Zs ^von dem Widerwillen gegen die alte Königsfamilie. So wurde denn digierung in republikanischer Weise fortgeführt. Dieser Zustand ander6. Juni 186S auch nicht, als die Cortes die neue Verfassungsurkunde, wonach ein er
König im Verein mit Senat und Volkshaus den Staat leiten und b^r ^ ^alle Grundrechte eines freien Volkes auf politischem, religiösem und sE^gGebiete garantiert sein sollten, zum Gesetz erhoben. Man mußte zureiner Regentschaft schreiten. Marschall Serrano wurde mit dem Titel „Hzu dieser Würde berufen, während Prim an die Spitze des Ministeriumund General Dulce den Oberbefehl in Kuba übernahm, um die aufsta
Anfang 1869
Königtum
oder
Republik?