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Vierter Band.
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285.

Drittes Kapitel: Der deutsch-französische Krieg und das neue Deutsche Reich. 555

s« feierliche Kaiserproklamation aber erfolgte erst am

n^^?"uar 1871, an dem Tage, an welchem vor 170 Jahren Friedrich I.^ preußische Königskrone aufs Haupt gesetzt und damit den ersten'chvitt im Aufsteigen seines Hauses bezeichnet hatte.

^ chI "" unvergeßlicher Akt, als in dem glänzenden Spiegelsaal desVcrsailler

saßt wo in den Tagen Ludwigs XIV. so viele Pläne zur Erniedrigung Deutschlands ge-

Zerri»waren und so viele bildliche Darstellungen an die Zeiten der Schmach und derNilb s ^ *wr deutschen Nation und an die glorreichen Taten Frankreichs erinnerten, König3tenaö' ^ öum Deutschen Kaiser ausrufen ließ. Im Schloßhofe hielt das 7. Königs-hatte ^*segiment, das beim Sturm auf Weißcnburg zuerst den feindlichen Boden betretenUnd 5 seinen von Kugeln durchlöcherten Fahnen die Ehrenwache. Andere preußischehcher ^sche Fahnen schmückten den herrlichen Marmorsaal, wo in Gegenwart vieler fürst-psusönlichkeitcn, militärischer Würdenträger, Offiziere aller Grade und auserlesenerI»s d gasten die Feier vorgenommen wurde. Nach der kirchlichen Einleitung der Feier ver-deuti^ ^unzler des neuen Deutschen Reiches, Bismarck, die Proklamation Wilhelms an das^"nia Dieses denkwürdige Aktenstück lautet: „Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden

den ? Preußen, verkünden hiermit: Nachdem die deutschen Fürsten und freien StädteN,°hr ^Mistigen Ruf an Uns gerichtet haben, mit Herstellung des Deutschen Reiches die seitdem i WchPg Jähren ruhende Kaiserwürde zu erneuern und zu übernehmen, und nach-!wd * Verfassung des Deutschen Bundes die entsprechenden Bestimmungen vorgesehendiese'm Wir hiermit, daß Wir es als Pflicht gegen das gesamte Vaterland betrachten

deutsck verbündeten deutschen Fürsten und freien Städte Folge zu leisten und die

^.„/ss^aiserwürde anzunehmen. Demgemäß werden Wir und Unsere Nachfolger in derdxz ^ Preußens fortan den Kaisertitcl in allen Unseren Beziehungen und Angelegenheitenßin ^^en Reiches führen und hoffen zu Gott, daß es der deutschen Nation gegebenreist, unter dem Wahrzeichen ihrer alten Herrlichkeit das Vaterland einer segens-dx^^Äukunft entgegenzufahren- Wir übernehmen die kaiserliche Würde

__ .. .. ... ...... ...

sei'» ^wußtsein der Pflicht, in deutscher Treue die Rechte desReiches und- »er Gliei

dx

Und

Kaiser-

proklama-

tion

Glieder zu schützen, den Frieden zu wahren, die Unabhängigkeitzu stützen und die Kraft des Volkes zu stärken. Wir nehmen

n L r" der Hoffnung, daß es dem deutschen Volke vergönnt sein werde,.ohn seiner heißen und opferwilligen Kämpfe in dauerndem Frieden^whrb*"^^"^ Grenzen zu genießen, welche dem Vaterlande die seitge^/""berten entbehrte Sicherheit gegen erneute Angriffe Frankreichs>voll?s?" werden. Uns aber und Unseren Nachfolgern in der Kaiserkronein Er' verleihen, allzeit Mehrer des Deutschen Reiches zu sein, nichtdx^ ^^erischen Eroberungen, sondern in den Werken des Friedens aufDonnx nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung!" Unter dem

den, ' südlichen Kanonen vom Mont Valkrien brachte der Großherzog von Baden" a,ser Wilhelm" das erste Hoch aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmte.

die Rom die Hauptstadt Italiens. Auch in Italien wurde durch

such ^^n Siege die Einigung des ganzen Landes vollendet. Der Ver-^poleons, den König Viktor Emanuel zu einem Bündnis gegenBries gewinnen, war mißlungen. Zwar stimmte derKönig dem in einemdertr ^iMeons angebotenen Vorschlage zu, auf den Boden des September-Ifxn ^es (K 218) zurückzutreten, wenn die französischen Truppen Rom ver-^ärt' Ministerpräsident Lanza und der Minister des Aus-

tzröß^b"' Visconti Venosta, willigten nicht ein, um nicht in immerAbhängigkeit von Frankreich zu kommen. Auch die StimmungA ; mischen Patrioten unter dem Einfluß Mazzinis, mit dem Bismarck^lche ^ Jahres 1868 Unterhandlungen angeknüpft hatte, war einemONl 2 ? Bündnis entschieden entgegen. Als dann ein Telegramm aus Paris^ltliN Äuli 1870 in gebieterischem Tone für die Räumung Roms die rück-(siNan Anerkennung des Septembervertrages verlangte, erklärte ViktorlNalA "" am 24. Juli die Neutralität Italiens, erkannte aber noch-am 28. Juli die Septemberkonvention an. Daraus räumten die

Abzug derFranzose»aus Rom