288 .
Erstes Kapitel: Literatur.
563
und zündender Kraft vermochten sich mit diesen Sängern desund der Parteileidenschaft die Dichter, die in der VaterlandsliebeUns, » s ^ Eintracht zwischen Fürst und Volk das Heil Deutschlands erblicktendem Boden der Kirche blieben, nicht zu vergleichen.
Becker fand in seinem noch heute gesungenen Rheinliede (Z 130) sehrunj, j,?' ^ Ausdruck der öffentlichen Meinung und erntete damit die Gunst der Fürstenin .Dank seines Volkes, während Emanuel Geibel (H 292) mit formschönen Liedernfärtzj. Streite die konservative Sache verfocht, wie Red Witz in der christlich ge-
Dichtung Amaranth (Z 286).
schejsjst ^3 Herwegh lZ 161, 177) aus Stuttgart studierte erst Theologie, wurde dannTages-lich und lebte später als Fahnenflüchtiger in der Schweiz. Hier fristete er sich kümmer-i>ie ^ Mitarbeiter an Wirths „Volkshalle", bis seine Gedichte eines Lebendigen'ieii,e nacheinander aufgelegt werden mußten, alle Blicke auf ihn lenkten, sodaß
^urch Deutschland im Jahre 1842 sich zn einem wahren Triumphe gestaltete,den Friedrich Wilhelm IV. bewilligte ihm einen Empfang, doch als ihm Herwegh
Lichters ^^*3 aus einen unziemlichen Brief schrieb, verfügte er die Ausweisung desdie üh 7 Durch seine Ehe mit einer reichen Jüdin kam Herwegh in bessere Verhältnisse,ieinez ^rier Muse nicht förderlich gewesen sind. Politische Gehässigkeit suchte ihn wegenIchrist s°' ^"3es aus dem aufständischen Baden zu verunglimpfen. Doch hat die Gegen-über enö^.f. F^'un: Georg Herwegh mit der Sage von seiner Flucht unter dem Spritz-^UrtSn i ^8 aufgeräumt. — Heinrich August Hoff mann, wie er sich nach seinem^itlich^ iiannte, von Fallersleben entwickelte eine reiche Tätigkeit mit wissenschaft-Prostssor" ^Handlungen zur deutschen Sprache und Literatur, über die er auch als^"Unlun^ ^^^lau las- Daneben fand er Zeit zu dichterischen Arbeiten, die in mehrerenNütz erschienen. Diese durchweg sangbaren Lieder im Volkstone bekundeten wohl
darin Freimut und Liberalismus, waren jedoch maßvoll gehalten. 1841 trat
Mit den Unpolitischen Liedern verscherzte sich Fallerslebeumderschast von Ort zu Ort veröffentlichte er in rascher Folge die
Nik. Becker1809—1845
Herwegh
1817-1875
Fallersleben1798 - 1874
!ckn WandA em...,
°^asaUs,' der Wanderschaft von Ort zu
Äusttzh /^"tischen Deutschen Gassenlieder und Deutsch en Lieder aus der Schwseiz.^bnschj^x er als Bibliothekar des Fürsten von Ratibor in Corvey, von wo er seineikst ^ dar Welt mit behaglicher Breite darlegte. Unvergessen werden seinen Namen^ ^ivahren, „Treue Liebe bis zum Grabe" und das auf Helgoland gedichteteAm dei?^i' Deutschland über alles". — „Zu Aßmannshausen in der Krön'" hat Fallers-4 diligr ^ Könige Friedrich Wilhelm IV. mit einem Jahresgehalte bedachten Ferdinand^dh auf die Seite der Umstürzler herübergezogen. Als Handlungsgehilfe inEintaste anderen Seestädten hatte Freiligrath beim Anblicke der Schiffe seine lebhaftefarbenprächtigen Bildern aus Ländern, die er nie gesehen hat, erfüllt.Sprachgewandtheit förderte ihre poetische Ausgestaltung- So entstand seine in!^chdem x .^ume einzig dastehende Wüsten- und Meerdichtung, der er in St. Goar lebte,
7Se >"nen eigentlichen Beruf aufgegeben hatte. Doch beschränkte ihn dichterische An-
"berr^ "ur auf die eigentümlichen, fesselnden, Wohl auch grauenvollen Schilderungen mitLanden-n-^"dmlgen und gesuchten, klangvollen Reimen. Das beweist sein ties--^nisvo« „O lieb, solang du lieben kannst", wie die sprachlich vollendeten, ver-übe» aen Uberk»u,ingm fremdländischer Lyrik. Nach seiner Bekehrung durch Fallers-l Überzeugung glühenden Ausdruck in dem Glaubensbekenntnisse,
Freiligrath
1810-1876
Versetzungen fremdländischer Lyrik. Nach seiner Bekehrung durch ^
. drneuenÜberzeugungglühendenAusdruckindemGlaubensbekenntent-r ^Politischen und sozialenGedichten, die wie Feuerbrände die Leiden-. p ndeten. ^ls Flüchtling lebte er darauf in London in solcher Armut, daß ihm
d° "im ^""ldank" des deutschen Volkes die Heimkehr ins Vaterland ermöglichte, dem
^Mt_^.^uhrx 1870 mit schwungvoll-prophetischen und innigen Liedern die Wohltat
Usts tPrutz beteiligte sich als Junghegelianer an den. „Hallischen Jahrbüchern",x ^ und 8 ^braturforscher begründete er durch die wertvolle Göttinger Dichter-D^cherig,, Aufsätze in dem mit anderen herausgegebenen Literarhistorischenlutschen ^ Professor der Literaturgeschichte in Halle legte er dann in derR ^uem der Gegenwart eine schöne Probe,Won seinem kritischen Urteile
usthetischen Geschmacke ab. Als Dichter trat er in den Gedichten mittz^°u Gedickt" ^ud Liedern auf. Schon zwei Jahre später bekannte er sich mit denkli^^uköni fu den Freiheitsideen, die auch in dem Trauerspiele Erich derdg Von ^ ^ dem satirischen Zeitbilde Die politische Wochenstube wider-
^ ^uchse^ ^'ü^3en Dramen sind erwähnenswert Karl von Bourbon und Moritz' daneben mehr als seine zahlreichen Romane die ausgereiften Dichtungen
Prutz
1810—1872
36 '