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Vierter Band.
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Erstes Kapitel: Literatur.

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FrsytagI8IS—1895

sch-j?s/n. Ansätze dazu lagen in der Vergangenheit reichlich vor. Jetzt aber^>>>er Blick für das Leben, wie es ist, und die liebevolle Betrachtung

^«rst./^""igfaltigkeit auch im kleinen bis zu solchem Grade, daß auch diegäbe c "^3 von den bisherigen Formen absehen und neue Mittel zur Wieder-^inm> - erschauten Wirklichkeit anwenden mußte. Freilich, dem prickelndenRxg r^Erze und der geistreichelnden Manier des jungen Deutschlands war dieser^Niant'i ebenso fern wie der einschläfernden Weltvergessenheit der Nach-dar^ "er und dem schmetternden Freiheitsliede. Er war nüchterner, schlichter,

^hen wahrer und gesunder, mochte er sein Feld nun in der Gegenwartoder auch die Vergangenheit in seinen Bereich ziehen.

besten und ansprechendsten prägt sich diese Richtung in Gustav Freytags^nsch "" aus. Eine wahrhaft ehrliche Arbeit in der Beobachtung und Zeichnung vonan den K Gingen, nirgends etwas Dämmeriges oder Verschwommenes, warmer Anteillvstx» 2 schöpfen der eigenen Phantasie, sonnige Schlaglichter zurückhaltenden Humors, einvolles Maßwerk von kennzeichnenden Einzelheiten, dazu gewählte, sorgsam gefeiltedes djsvj 8ibt Freytags Werken ihren besonderen Charakter, macht zugleich das Wesenüber».? Zischen Realismus aus. Erst Lehrer der Literatur an der Universität Breslau,

^lunq k "*khtag 1848 mit dem Literaturgeschichtschreiber Julian Schmidt (H 304) diestadt ibin^ "ütrenzboten" in Leipzig, dessen Doppelcharakter als Gelehrten- und Handel-^nds» vornehmlich die Idee zu den beiden großen Romanen Die verlorenesächsNE^ *sft und Soll und Haben eingab. Später lebte der Dichter als herzoglichErnst n* ^°^at auf seinem Gute Siebleben bei Gotha in nahen Beziehungen zu Herzogbtose^ späteren Kaiser Friedrich. Freytag begann mit dem Lustspiel Kunz von

P»lx»',?kw später die Journalisten folgten, neben dem kühnen Schauspiele Dieaber ^in gefeiertstes Bühnenstück. Den Dank des deutschen Volkes erwarb er sich

Kry^e , . voch durch die lebensvollen Bild er aus deutscher Vergangenheit, und diedenen j,' "es Wirkens bildet fein letztes Werk, Die Ahnen, eine Folge von Romanen, inüstrd. ^ Geschichte eines Geschlechtes voll der Völkerwanderung bis zur Gegenwart erzählt^ Wie Ewe Auffassung vom Drama legte Drehtag in der Technik des Dramas nieder-Krnst ik^ Theoretiker und Dichter aus dramatischem Gebiete, freilich an Feuer und packenderschüft ./? *vait überlegen war der lange verkannte Otto Ludwig. Eine fast düstere Leiden-Otto Ludwigübende »^re Folgerichtigkeit sichern seinem Erbförster und seinen Makkabäern wis—1865^aingz" E3ert. Sonstige Bühnendichtungen blieben unvollendet. Ludwigs Theorie desbügeln seine Shakespearestudien. Natur und Leben seiner thüringischen Heimat

ÄivisH.^.^efflich in der Erzählung Heiterethei, gegen die das beängstigendesrst ^ "Himmel und Erde bei aller seelischen Vertiefung absticht. Otto Ludwig hatte sich^erveys.^wfe des Herzogs von Meiningen der Musik zugewandt, doch zwang ihn einEduard er frühzeitig erlag, zu einem abgeschiedenen Leben. — Auch die Novellen

oltxx Hofers vereinigen Gewalt der Empfindung und Kraft der Darstellung, so Ausölten veuer Zeit, Schwanwieck und vor allem die Erzählungen einesder W^"^ours, denen sich seine Romane, wie Unter der Fremdherrschaft, InZehrte o ^ verloren, Altermann Ryke usw. gleichwertig zur Seite stellen. — Der ge-^kFtand ^ Staatswisfenfchaften und der Kulturgeschichte Heinrich Wilhelm Rieht^kvsckieni"^ sktnem Spürsinne aus Natur und Sage, aus Werken und Anlagen von^ldnnas^-?. glänzende Steine zu musivischen Arbeiten über das Kulturleben und diem fchillerw!^^^ deutscher Stämme und Landschaften auszulesen und mit gewandter Hand^°Ikez. Bildern zu vereinigen, vor allem in der Naturgeschichte des deutschen^vbels»^ demselben Geiste find seine Novellen Geschichten aus alterZeit, NeuesMichtii^, O"?, Aus der Ecke u. a. geschrieben, ohne daß die Handlung durch das zeit-!?dfen vo irgendwie beeinträchtigt würde. In den Musikalischen Charakter-

^ eun-n ^ ^skßt sich Riehl der fortschreitenden Entwickelung vielleicht zu absichtlich. — In, säähs^En»st Esse norddeutscher Menschheit und Natur bewegt sich die kraft- und lebensvollesssveii qleiu: ^eodor Storms. Die widerspruchsvolle Eigenart seiner Landsleute hat „As"*'"

» fk fy ? derständnisinnigen Dolmetscher. Storni sah sich veranlaßt, die Rechtsanwalt-^uschen r?ner Vaterstadt Husum mit dem preußischen Staatsdienste in Potsdam zu ver-"sü eigenste e jedoch seit 1864 wieder in der Heimat. Nach lyrischen Anfängen von tiefster^ E.v>Pfindung wandte er sich der Novelle mit anerkanntem Erfolge zu, den be-?E?ildnüch/"see hEe Pjx lange Reihe der Nachfolgerinnen, wie In der Sommer-E^kr, ' Bsvei Weihuachtsidyllen, Drei Märchen usw. bis zum Schimmel- « ,

* gefestigt hat. — Weniger vermochte sein Landsmann Wilhelm Iensen das geb. 1837

Hiiser18IS—I88L

Riehl

1823-1897

1888