Band 
Vierter Band.
Seite
574
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gd» Hahn-Hahn18V5-1880

Fanny

Lewald

1811-1889

Ch. Stieglitz1806—1884H. Stieglitz1801-1849

574 Siebentes Buch: Literatur und Wissenschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert. 8 ^

oder Gesetz gegebene Beschränkung der Sinnlichkeit gewendet. So verschmolz diese Sch^geisteret mit den Bestrebungen des jungen Deutschlands, das seine Vertreterinnen ns

Gräfin Hahn-Hahn und Fanny Lewald fand. Gräfin Jda Hahn-Hahn warVetter gleiches Namens vermählt. Doch entsprach er nicht ihrem Ideal, das der RoDer Rechte zeichnet. Die Scheidung, auch innere Unruhe und Hang zu ungebimo ^Leben wurden der Grund zu einer langjährigen Wanderschaft, bis die WeltdameZU»?Kloster den inneren Frieden und die Seelenruhe suchte, die ihr bisher fremd geblieben w ^In ihren Reisebeschreibungen und den überreizt-phantastischen Romanen trägt sie eine ^nehme Gleichgültigkeit gegen Herkommen und Sitte zur Schau. Nach ihrem Übertritte ^dämmte sie in dem Romane Von Babylon nach Jerusalem ihr früheres Streben ^Schaffen. Was nun noch folgte, diente nur der Verherrlichung des Katholizismus. ^ihre Gegnerin trat mit Diogena, Roman von Gräfin Jduna H. H-, die ö ^Romane und Reisebilder bekannte getaufte Jüdin Fanny Lewald auf. Ziemlich s^ .ihren Ansichten, war sie doch im Grunde ihres Wesens der phantastischen Unwahrheitder Eitelkeit der Gräfin Hahn ganz entgegengesetzt. Jung trat sie zum Christentunie ^und entfaltete dann, auch in ihrer Ehe mit dem vielseitigen Gelehrten Adolf Stahr, ^sehr fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit, zumeist im Sinne der Jungdeutschen ^von Kirche, Staat und Gesellschaft gesetzten Schranken, in denen sie nur Hemmnisse^individuellen Freiheit, nur Fesseln des menschlichen Geistes erblickt. — Von der «lliterarischen und Künstlerkreisen Berlins herrschenden krankhaften Überspannung »esCharlotte Stieglitz, die reichbegäbte Gattin des Dichters Heinrich Stieglitz,schulternden Beweis. Ein großer Schmerz, so hoffte sie, werde ihres Mannes bich^'Kräfte voll entfalten. Doch hatte ihr freiwilliger Tod beinahe die entgegengesetzte Wirk

K. Pichler1169—1848

I. Schopen-hauer11SV-1SS8

Aug. vonPaalzorv1788—1847FannyTarnonr1779-1862Elise Polko1823—1889Wilh. Hanke1785—1862O. Wilder-muth

1817—1877L. vonPloennies1803—1872Betty Paoli1814-1894

Birch-

Pfsiffer

1800-1368

Die von den Frauen bevorzugte Gattung war schon in dieser Zeit der Row

anMari"

Karoline Pichler, vortrefflich erzogen durch ihre Mutter, die als Waise von -Theresia zur Vorleserin ausgebildet worden war, verteidigte in Agathokles den vereden und beglückenden Einfluß des Christentumes gegen Gibbons (Bd. III) freireligiöse UrWeniger bedeutend sind ihre übrigen zahlreichen Romane, zumeist mit geschichtlichen Stofsti'Johanna Schopenhauer, die Mutter des Philosophen G 899), machte sich als ^unstünnzuerst bekannt durch die Biographie ihres Freundes Fernow. Dann folgten ReiseschrNNovellen und Romane. Ihre Tochter Adele schrieb Haus-, Wald- und FeldinärwDas Leben der höheren Gesellschaft behandelt mit Vorliebe Auguste von PaalzowGodwin Castle, St. Röche u. a. m. — Fanny Tarnow, die Freundin Klinget, ^zückte ihre Leserinnen durch Mädchen herz und Müdchenglück u. a. Beliebt wferner die Musikalischen Märchen von Elise Polko, geborene Vogel. Wie sieHenriette Wilhelmine Hanke gutgemeinte Romane, z. B. Die Freundinnen, ^Schwiegermutter, noch erfolgreicher war Ottilie Wildermuth mit ihren Bilderndem Klein- und Stilleben besonders ihrer schwäbischen Heimat. —Als lyrische Dichtern*haben sich bekannt gemacht Luise von Ploennies durch eigene Gedichte und ÜbersetzungEnglischer Lyriker des 19ten Jahrhunderts und durch den Sonettenkranz Aböl ^und Heloise, daneben durch die Erzählung in Versen Mariken von NymwegeN,^hweiblicher Faust und Turmhäuser; dann die Östreicherin Betty Paoli, eigentlich EümgzGlück, durch stellenweise schwermütige Gedichte und einen Romanzero- — 3**^ gekDrama ist Charlotte Birch-Pfeiffer wegen ihres ungewöhnlichen Geschickes, Stofn " ,Art in bühnengerechte Form umzuarbeiten, wie Hinko der Freiknecht, DerGlöavon Notre Dame, Die Waise von Lowood, Die Grille u. s. f- zu nennen- ^natürlicher Anlage gesellte sich reiche Erfahrung, die sie als Mitglied der Hoftheater ^München, wo ihr Gatte, I)r. Birch, bei der Intendantur angestellt war, und Berlin »nLeiterin der Züricher Bühne erworben hatte. — Dramatische Leidenschaft atmet dagege ,den jungdeutsch-kraftgenialischen Stücken von Elise Schmidt, wie Judas Jsch**r*Der Genius der Gesellschaft, deren Wirkung sehr verschieden war.

5. Die übrige Literatur.

§ 295. Der deutsche Norden. Die Mannigfaltigkeit der neben- und ^ »noch der durcheinanderlaufenden Richtungen und Bestrebungen in der Dich""des neunzehnten Jahrhunderts, die Vielseitigkeit der dichterischen Anlage einzewgder eine Gattung nicht genügte, endlich der Umstand, daß selbständige Naturunabhängig von leicht unterscheidbaren Schulen abseits ihre Bahnen verfolg^erschweren die Einfügung auch nur der bedeutenderen Erscheinungen n*