Deutsch-österreichi-sches Bünd-nis
7. Okt. 1879
Stimmungin Rußlandund Frank-reich
IS.Miirz 1881
S. Sspt. 1881
Febr. 1882
April 1882Juni 1882
DreibundAnsang 1888
1S.—17.Sspt. 1884
Kriegsgefahr
1888/88
. Bulgarien
632 Achtes Buch: Europa unt. d. Einfl. d. Friedenspolitik K. Wilhelms I. u. Bisnrarcks. 8 319
außerdem sehten die russischen Zeitungen ihre Angriffe gegen Österreich fort-Unter diesen Umständen hielt Bismarck einen engeren Anschluß an Osterrel 1für geraten. Schon 1878 hatte ein Vertrag, der den Artikel 5 desFriedens von 1866, betreffend die Abstimmung der nördlichen DistnSchleswigs über ihre Zugehörigkeit (§ 248), aus den sich die protestierendeNordschleswiger Abgeordneten in Preußen beriefen, aufhob, dem guten Ve,hältnisse der beiden Staaten Ausdruck gegeben. Aus den Verhandlungmit dem Grafen Andrassh in Gastein und dann in Wien ging dann, vEdem erst mit großer Mühe das Einverständnis des Kaisers Wilhelm, demritterlichem Gefühle ein solcher Vertrag als Ausdruck des Mißtrauens gegs^seinen Freund und Neffen Alexander erschien, errungen war, das Bündnizwischen dem Deutschen Reiche und Österreich-Ungarn heevo 'das einen Merkstein in der neuesten Geschichte bezeichnet. Zunächst geheivs'gehalten und erst am 3. Februar 1888 veröffentlicht (stehe unten), bestimmes, daß beide Mächte bei einem Angriffe Rußlands einander Hilfe leiste 'bei dem Angriff einer anderen Macht eine wohlwollende neutrale Halm 9beobachten, bei einer Unterstützung der angreifenden Macht seitens Rußmvsofort mit aller Heeresmacht helfen, den Vertrag geheimhalten und vU'falls die Rüstungen Rußlands sich als bedrohlich erwiesen, dem Zaren ovon Mitteilung machen sollten.
Die feindselige Stimmung in Rußland änderte sich zunächst nicht, WMauch die Hoffnungen der Gegner Deutschlands, die sie nach der Ermordn öKaiser Alexanders II. (§ 344) auf den als deutschfeindlich geltendeAlerander III. gesetzt hatten, sich nicht erfüllten. Die ZusammenkuNldesselben mit Kaiser Wilhelm inDanzig beugte dem Bruche vor. AberGesinnungen der leitenden Persönlichkeiten, Gortschakows und Jgnatiew 'und der hohen Militärkreife kamen doch zum vollen Ausdruck in demhetzeden, kriegsdrohenden Trinkspruch des Generals Skobelew in Paris, dmit der Andeutung eines russisch-französischen Bündnisses in der gaUZs.Welt das größte Aussehen erregte. In Frankreich wurde dadurch demgegen Deutschland neue Nahrung gegeben, obgleich durch den Rücktritt Gor^
schakows und die Ernennung des deutschfreundlicheren und besonneren vo
Giers zum Minister des Äußern und die Entlassung^des Grafen Ignatzdie Kriegsaussichten weniger günstig wurden. Die Stimmung der Frazosen zeigte sich in der Beleidigung des Königs Alsons XII. von Spani 'der auf der Rückkehr von einem Besuche in Berlin auf das roheste inverhöhnt wurde (tz 361). Demgegenüber wurde das Bündnis mit Dsterr^Öerweitert und verstärkt durch den Zutritt Italiens und durch oMl„Dreibund" der Friede Europas gesichert. Auch das EinvernehmenOstmächte wurde noch einmal in einer persönlichen Zusammenkunft ddreiKaiser mit ihren leitenden Ministern inSkierniewice hergem 4wo eine Verständigung über die brennenden Fragen der orientalischen PvU ^erzielt wurde. Dagegen begann das Verhältnis Deutschlands zu Gng!" „)zu erkalten, wo man in den kolonialen Bestrebungen Deutschlands (8eine Gefährdung der englischen Interessen zu erblicken glaubte. . §
Den Vorgängen auf der Balkanhalbinsel, wo Fürst AlexaNvon Bulgarien am 21. August 1886 durch eine Militärverschwörseiner Krone beraubt und vertrieben wurde (Z 339), stand Deutschland voneutral gegenüber. So laut auch die Sympathien in Deutschland sirr ^ritterlichen Fürsten sich äußerten, Bismarck ließ sich nicht beirren: er y