642 Achtes Buch: Europa mit, d. Einst. d. Friedenspolitik K. Wilhelms I. u. Bismarcks.
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die
Ende 1870
30. Dez. 1870
19. Jan. 1871
18. März
Fortsetzung des seit Jahrhunderten zwischen Staat und Kirche überGrenzen ihrer Macht geführten Streites zu nennen pflegt. ^
Der Erzbischof Melchers in Köln verlangte von den Professoren 6^^Standes der Bonner Universität einen Revers über die Annahme der tlnselMkeitslehre, entband diejenigen, welche ihn verweigerten, der Ausübung priesternsy,Handlungen und untersagte den Studenten der katholischen Theologie den "öfl,ihrer Vorlesungen. Der preußische Kultusminister v. Mühler gab dem dar»Beschwerde führenden Senate der Universität Recht und erklärte, daß die Sraa ^regierung die rechtliche Stellung der Professoren der katholischen Theologie mvom Staate ihnen anvertrauten Lehrämtern lediglich nach den vorn Staate sterlassenen Bestimmungen zu ermessen habe. Diesen Standpunkt hielt diegierung auch fest, als der Fürstbischof Heinrich Förster von Breslau verlang ^daß sie eine Anzahl Lehrer am dortigen katholischen Gymnasium, die sich 8^.das neue Dogma erklärten, zum Widerruf zwingen oder versetzen solle, undaus demselben Grunde der Bischof Krementz von Ermeland über einenLehrer in Braunsberg, Dr. Wollmann, die Exkommunikation verhängte.mann blieb trotzdem Religionslehrer an dem Gymnasium; dem im Widerlbeharrenden Bischöfe wurden die Temporalien (d. h. die mit der VerwK ,eines kirchlichen Amtes verbundenen Einkünfte) einbehalten und diese Matzregvon den Gerichten bestätigt. ^
Den ersten über diese Einzelfrage hinausgehenden Schritt tat st8. Zu« i87i Regierung, indem sie die 1841 unter Friedrich Wilhelm IV. eingerich .
katholische Abteilung im Kultusministerium aufhob, da dN
durch ihre Nachsicht im Laufe der Jahre zu einer Art kirchlicher Bichogeworden war, und ihr Wirken nicht immer mit dem staatlichen Juttt>27 .N°v.i87i übereinstimmte. Dann kündigte die Thronrede bei der Eröffnung des Latages ein besonderes Gesetz über die Beaufsichtigung der Schuan. Zugleich sollte durch Errichtung von Simnltanschnlen der eseitige Konfessionalismus der Volksschule beseitigt werden. ^
Da das Gesetz, welches die Aufsicht über alle öffentlichen undUnterrichts- und Erziehungsanstalten dem Staate zuwies, durch den reaktiv»«Kultusminister von Mühler nur eine schwache Vertretung fand, so wurde dN^auf Bismarcks Betreiben zum Rücktritt bestimmt und AdalbertFalk mitKultusministerium betraut. Diesem energisch vorgehenden Staatswgelang es, trotz des heftigsten Widerstandes des Zentrums und vieler Konserva h ^das Schulaufsichtsgesetz im Abgeordnetenhause zur Annahme zu bringe"'^;beseitigte die bisherige Abhängigkeit der Volksschule von der Kirche,jedoch deren Mitwirkung für den Religionsunterricht und für die ganze siErziehung der Jugend in Anspruch. Bei dieser Reformtätigkeit erfuhr bie ^sche Regierung heftigen Widerspruch auch von seilen der polnischen Bevöstdes Königreiches. Obwohl der preußische Teil des ehemaligen Polen sichstigerer Lage als die beiden anderen befand, beharrten doch die Polen unte ^übermäßigen Einfluß ihrer Geistlichkeit und aus Haß gegen die Deutschen rGegnerschaft zum preußischen Staate, obwohl sie ihm diese günstigere Lagezugsweise zu verdanken haben. So wurde gegen das Schulaufsichtsgesetzhaltiger Widerstand organisiert: die Schule sollte unter der Aufsicht der ^bleiben, damit durch den klerikalen Einfluß das Volk der deutschen Sprach ^Bildung ferngehalten würde. Auch im Herrenhause stieß die Gesetzesvorlag^^den geschlossenen Widerstand der Ultramontanen, denen feudale Junkerdoxe Hochkirchliche zur Seite standen. Es bedurfte der ganzen persönlichen ^
8. März Bismarcks und Falls, um auch hier das Schulaufsichtsgesetz zur Annahme zu br ^
Bald darauf hielten die preußischen Bischöfe in Fulda amheiligen Bonifatius eine der Versammlungen ab, auf denen sie dre
Schulaus-
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2. Jan. 1872Falk Kultus-minister1872-1879
13. Fsbr.
Haltung derPolen
Haltung derBischöfe