Zweites Kapitel: Die orientalische Frage.
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Rußlands
Haltung
horeri. Bei der Eifersucht Englands auf die „Expansivpolitik" des Zaren-^lches schien die Türkei gegen eine bewaffnete Einmischung der Mächte ge-schert. Vergebens machte Kaiser Alexander den Vorschlag, durch einegemeinsame österreichisch-russische Besetzung der Balkanländer und einegleichzeitige englische Flottendemonstration vor Konstantinopel den Friedens-destrebungen Nachdruck zu geben: weder Andrassy noch Lord Beaconssieldld Israeli) wollten über eine diplomatische Intervention hinausgehen,y. 8 336. Rußlands Ultimatum und die Botschafterkonferenzen. AberAlexander war nicht gewillt, den an ihn aus den Donauländern ergehen-Hilfeschrei unbeachtet zu lassen. Er war mit Kaiser Franz Joseph zu«. Zuaslklchstadt in Böhmen zusammengekommen und war Österreichs Bundes-^eue gewiß; er hatte auch aus Berlin die Zusage erhalten, daß Deutsch-and am Dreikaiserbündnis festhalten und die Rolle des Friedens-Rrmittlers nicht ausgeben werde. Von Frankreich und Italien brauchteleine Einsprache zu fürchten: jenes buhlte um Rußlands Freundschaft^ den Fall eines Rachekrieges gegen Deutschland; dieses hoffte im^entino oder in Dalmatien seinen Beuteanteil zu erlangen. Dazu kamen^fortwährenden Zuzüge von Freiwilligen aus Rußland nach SerbienUnd die Tätigkeit der Hilfskomitees in Moskau, durch die in dem KaiserÜberzeugung befestigt wurde, daß das russische Volk den leidenschaft-lichen Wunsch hege, die slawischen Brüder aus unwürdigen Sklavenbanden^ erretten. So erging denn an die Pforte ein Ultimatum, das der-»'- vn. i8?swlben die Wahl ließ zwischen Krieg mit Rußland oder Einstellung der^emdseligkeiten auf zwei Monate. Die kriegerischen Anstalten in Rußlandnd dff Verträge mit Rumänien, das man als Durchgangsland nicht ent-^Ven konnte, ließen den Ernst der Drohung erkennen. Doch noch gelang6, der englischen Regierung, die durch die Versicherung des Zaren, daß er anllire Eroberungen denke, wenn er auch zu einer „vorläufigen" Besetzung^ulgariens genötigt sein möchte, beruhigt und durch die agitatorischenutrüstungsverfammlungen des englischen Volkes über die „bulgarischenreuel" gehemmt wurde, den russisch-türkischen Krieg hinauszuschieben.
Zlsch die Botschasterkonferenz in Konstantinopel, zu der England alsllvellen Vertreter den Marquis von Salisburh gesandt hatte, wurdeMidhatMascha, der seit dem Thronwechsel Großwesier geworden war, bestimmt,
den von dem Zaren verlangten Waffenstillstand einzuwilligen und in 12 . D-z. i87s^Handlungen über Bedingungen eines dauernden Friedens einzutreten.
. "er das Vertrauen in das Zustandekommen eines solchen Friedens war. ^all nur sehr gering. In Rußland begann man trotzdem sechs Armee-mobil zu machen, und der zum Oberbefehlshaber ernannte BruderKaisers, Großfürst Nikolaus, nahm sein Hauptquartier in Kischinew,tze der rumänisch-türkischen Grenze.
, Unter solchem „Krieg in Sicht" wurden in Konstantinopel die „Vor- Grenzen^^."."enzen" der europäischenBotschafter ohne Teilnahme eines 12.-20. L-z.d "rschen Bevollmächtigten abgehalten. Sie einigten sich über eine Reihevm Abformen zur Verbesserung des Loses der Christen, welche die Pforte^ ^ der Aufsicht einer europäischen Sicherheitswache von 6000 Mann in^ Herzegowina und in Bulgarien einführen sollte. Nahm diekell - Regierung diese Beschlüsse an, dann war es um ihre Selbständig-geschehen; lieber wollte man zum Schwert greifen. Um aber nichtH eine unbedingte Zurückweisung der Forderungen den Schein eines
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