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Vierter Band.
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070 Achtes Buch: Europa unt. d. Einst. d. Friedenspolitik K. Wilhelms I-u. Bismarcks-

herausfordernden Vorgehens auf sich zu laden, ließ die türkische Regierung^rfMunq plötzlich den schon erwähnten Verfassungsentwurf, der allen Pch'vinzen und Einwohnern ohne Rücksicht auf Religion und Abstammunggleiches Recht gewähren und ein gesetzgebendes Parlament aus Abgeordnete23. Dez. 1876 aller Reichsländer ins Leben rufen sollte, feierlich verkünden und der Kon-ferenz erklären, daß nunmehr keiner Provinz eine Ausnahmestellung g,währt oder Zugeständnisse von so eingreifender Bedeutung ohneWirkung der Nationalvertretung, deren Einberufung bevorstehe, verliehewerden könnten. Damit war die Wirksamkeit der Konferenz lahmgellg^Vor- Die europäischen Mächte mußten nun Stellung zu dem bevorstehende

zum°Krieg° russisch - türkischen Kriege nehmen. England, das zu seiner Bestürzung, wahrnahm, daß es die Pläne Rußlands mehr gefördert hatte, als lseiner Absicht lag, wurde jetzt vorsichtiger: es wollte weder den Rufstdie Unterwerfung der Balkanländer erleichtern noch als Schutzmacht RTürken zur Seite stehen; sollte die Türkei fallen, dann wollte es sein?Beuteanteil sich sichern, auf keinen Fall aber zugeben, daß Rnßusst^sich Konstantinopels und der Dardanellen bemächtige. Deutschlandan der Politik der Vermittlung fest; Bismarck war entschlossen, da»junge deutsche Reich nicht in unsichere Abenteuer zu verwickeln, „nicht ch,solche Deutschland fernliegenden Zwecke die Knochen auch nur erne»pommerschen Grenadiers zerschießen zu lassen" (Z 319). Frankreich h^mit sich selbst genug zu tun, auch Italien hatte kein Interesse sich in düStreit zu mischen, solange er den Charakter des Zweikampfes zwo^Rußland und der Türkei trug. In schwierigerer Lage war Österreich, udessen Bundeshand man in Petersburg wie in London zu werben such 'Andrassh bewahrte seine vorsichtige Haltung und ließ sich weder durch dtürkenfreundlichen Demonstrationen der Magyaren noch durch die Shsstpathien, die man in Prag, in Agram und anderen Slawenstädten für dRussen aussprach, in seiner Politik bestimmen. Er erlangte von RußmU75. Jan. 187? für das Versprechen der Neutralität das Zugeständnis, nach dem KriegBosnien und die Herzegowina besetzen zu dürfen; seit 1875 war es §eigenste Gedanke Franz Josephs, durch Gewinn an Gebiet im Siidostdie im Westen erlittenen Verluste zu ersetzen. Zunächst wurden dabei tr ?der zwecklos gewordenen Forderungen der Konferenz die Verhandlungfortgesetzt und der Waffenstillstand auf zwei Monate verlängert. Erst uder Sultan die in dem Ultimatum der Konferenzdiplomaten ausgesteüHauptpunkte, Beteiligung der „christlichen Mächte" bei Ernennung ^Provinzstatthalter und einen „internationalen Überwachungsausschust '20 .Jan. 1877 zurückwies, wurde die Konferenz durch Salisburh für aufgelöst erklärSämtliche Botschafter verließen Konstantinopel; nur die Geschäststragblieben zurück. , §

Nun wurde die Lage immer kriegerischer. Mochte auch zwischen ^28 . Febr. Türkei und Serbien Friede geschlossen werden: in den Schwarzen 2?ergund in den aufständischen Provinzen dauerten die Kämpfe fort, und K öland zog immer mehr Truppen in seinen Südprovinzen zusammen- ^gleich trat in Konstantinopel ein Ministerwechsel ein, der wenigzu einer Verständigung eröffnete. Midhat Pascha, die Seele der Reche .Partei, wurde gestürzt und Edhem Pascha an seine Stelle crhoDen Zaren aber drängte die öffentliche Stimmung in Rußland iM s 'der anderen Mächte sicher, suchten die russischen Diplomaten Jg"""

L. Febr.