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Vierter Band.
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Zweites Kapitel: Die Einzelländer.

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§ 383.

Ausgleich-

Mischen

Österreich-

Ungarn

^ußte sich zu einigen Konzessionen verstehen: ausnahmsweise sollte die Ablegung. ^ Examens in magyarischer Sprache gestattet sein, und das Recht des Parlaments^betreff der Bewilligung des Rekrutenkontingents sollte voll gewährt werden.

Dagegen gelang es dem Minister v. Wekerle, das finanzielle Gleichgewichtdarzustellen und durch die Einführung des Zonentarifes und die Verstaat-"chung der Eisenbahnen einen bedeutsamen wirtschaftlichen Aufschwung herbei-Wühren. Nach längeren Kämpfen konnte Graf Banffy, der im Januar 1895?"iusterpräsident geworden war, das Zivilehegesetz durchsetzen, das an der^-ou. reg»^lholischen Kirche scharfen Widerstand erfuhr und auch dem Könige nicht angenehmwar. Der Gegensatz zwischen dem Magyarentum und den unterdrückten Nationenverschärfte sich so, daß sie sich an der im Jahre 1896 stattfindenden tausend-lahrigen Jubelfeier des Reiches nicht beteiligten. Die schwierigste Frage abervwr die des zu erneuernden Ausgleiches (tz 254). Im Jahre 1897 mußteerselbe nach den geltenden Bestimmungen auf weitere zehn Jahre erneuertwerden. Banffy erlangte die Verlängerung auf ein Jahr durch das Versprechen,snn bis zum 1. Mai 1898 eine neue Vereinbarung nicht möglich gewordenWll der Kammer den Plan einer selbständigen ungarischen Finanzwirtschaft vor-^legen. Da in Österreich der Ausgleich bei der scharfen Obstruktion gegenadenis Sprachenverordnungen (siehe oben) keine parlamentarische ErledigungWsw, so machte der Kaiser selbst einen Vermittelungsversuch, nach welchem Aug. wsswll dem österreichischen Reichsrat noch ein letzter Versuch gemacht und, wennc^wißlänge, die endgültige Vereinbarung auf Grund des § 14 der Ver-eisung durch kaiserliche Verordnung herbeigeführt werden sollte. Obwohlnach der ungarischen Verfassung unzulässig war, ließ sich doch Banffy dafürgewinnen, weil die Vereinbarung materiell für Ungarn günstig war. Darüberes im österreichischen Reichsrat wie im ungarischen Parlament zu denÄstigsten Szenen; Banffy mußte seine Entlassung einreichen und an seine Stelle ee.Fsbr.iegso^^uloman v. Szell. Dieser vermochte die ungarische Opposition am1899 dazu zu bringen, daß die Wirtschaftsgesetze bis zum 31. Dezemberl 0 < bewilligt wurden, während die Handelsverträge mit Deutschland und Ruß-»vb, sowie mit Rumänien 1903 von Ungarn gekündigt werden konnten; in- streich wurde auf Grund des Notparagraphen ebendasselbe am 20. Juli durch^Odvliche Verordnung verfügt. Seitdem verliefen die parlamentarischen Kämpfed ^Agarn ruhiger, und die inneren Verhältnisse änderten sich nicht wesentlich, bisN .^ahr 1903 einen neuen schweren Konflikt herbeiführte. — Die verschiedenenwnen hatten dabei in der ganzen Zeit weiterzukämpfen für die Beachtung ihrer"vch die magyarische Verwaltungspraxis gefährdeten gesetzlichen Rechte.

. 8 383. Rußland. Rußlands Stellung in der auswärtigen Politik su-ran-

Urde nach 1888 in gewissem Sinne eine ausschlaggebende, weil von ihr der wei-wsiim, rieden wesentlich abhing (Z 365). Das slawische Wohltätigkeitskomiteeur>8 ^war in seiner Wühlarbeit fort, um die slawischen Völker Österreichso der Balkanhalbinsel immer enger mit Rußland zu verbinden; und indj/Eeich fand Rußland einen willigen Bundesgenossen. Es dämpfte jedochs orientalischen Wirren ebenso wie die französische Revanche und wandtekell^ ^ocht nach Asien. Hier erweiterte es die Eisenbahnlinien in Tur- Astenl>ö»^ im Kaukasus und setzte die Bestrebungen, Persien von sich ab-iu machen, beharrlich fort (8 394). Am 31. Mai 1891 geschahs,. Thronfolger, den Großfürsten Nikolaus, der erste Spatenstich zu

die ^s^ri-Strecke der sibirischen Eisenbahn, die 9360 üin langlau8 Gissten Asiens in 22 bis 23 Tagen in enge Verbindung mit Ruß-!eri' ^"gen sollte; schon 1895 war mehr als ein Dritteil derselbentzj?il8estellt, und 1903 wurde sie dem Verkehr übergeben. Längs dieser'onbahn schob sich langsam, aber stetig die russische Kolonisation vorwärts