Band 
Vierter Band.
Seite
767
JPEG-Download
 

384 .

Zweites Kapitel: Die Einzelländer.

767

^ktzentwurf verwarf, erklärte ein Ukas des Zaren, daß ihm das Recht zu-i-.Fsbr.iegs^dhe, in allen Rußland und Finnland gemeinsamen Fragen allein Gesetze zuL. > doch sollten finnländische Senatoren beim Erlaß neuer Gesetze zum russischeneichst zugezogen werden. Eine mit mehr als einer halben Million Unter-lHriften bedeckte Bittschrift um Aufhebung dieser Bestimmungen nahm der ZarTar nicht an. Die Folge dieser Bedrückungen war eine starke Auswanderung^ Finnländer nach Schweden.

^ Die Volkswirtschaft Rußlands hob sich nur sehr langsam. Die Wjrtichastz-auern zeigten sich für die 1864 gewährte Selbstverwaltung (Semstwo § 203)wenig reif, daß wieder kaiserliche „Bezirkshauptleute" aus dem Adel die isssZeitung übernahmen und die Wucherer, die „Kulaki", in der schlimmsten Weise^ Macht gelangten. Dazu kamen schwere Hungersnöte und das Wüten der,h°lera, die im Jahre 1892 von Turkestan aus das ganze europäische Rußlandstwchzog. Die gegen sie getroffenen Maßregeln der Regierung stießen vielfach"I gewaltsamen Widerstand der abergläubischen Volksmassen, die, in vielesllgiöse Sekten geteilt, jeder Aufklärung unzugänglich blieben. Trotzdem begannenFinanzen unter dem Finanzminister Wyschnegradski sich allmählich aus^ langjährigen Defizit herauszuarbeiten und behielten die steigende Tendenz,

1895 der energische Finanzminister Witte die Leitung übernahm.

Das System des Absolutismus erfuhr aber eine schwere Erschütterung, als Neue Stürmeam Ziele zu sein glaubte. Die Entlassung des Finanzministers Witte es. Aug.isos^bn, obgleich er Vorsitzender des Ministerrats blieb, den Sieg der bureaukratisch-. wkratischen Bestrebungen des Ministers des Innern, v. Plehwe, zu bedeuten,

erfolgte die Ermordung des Statthalters von Finnland, Bobrikow, und w J»Ä1^"hWxA selbst. Dazu kam die durch den Krieg mit Japan (ß 395) hervor- 'rufeue Aufregung des ganzen Volkes. Der Ruf nach einer Umbildung des^ Äschen Lebens im liberalen Sinne wurde immer lauter, und so wurde Fürstw^lätopolk-Mirski zum Minister des Innern ernannt. Doch erfüllte der 8-Sspt.^aß dez Zaren zur „Vervollkommnung der Staatsordnung" die 2 «. De,. iscud^^ungen nicht, da er „die unabänderliche Wahrung, die Unerschütterlichkeitdock, ^bichsgrundgesetze" allem anderen voranstellte. Aber dieser Erlaß enthieltleid i ^ Eingeständnis, daß das innere Leben Rußlands an sehr vielen Schädenn bt, daß es noch an den elementarsten Einrichtungen und Rechten eines zivili-ünd^ Maates fehlt. Die Bewegung hat seitdem immer weitere Kreise gezogenlich ^Er schlimmere Folgen gehabt; sie führte Anfang 1905 zu sehr bedenk-Ni revolutionären Erscheinungen und zu blutigen Tumulten in Petersburg undoskau, u. a. zur Ermordung des Großfürsten Sergius. — Ein Freuden- 11 .Fsbr. 1 so 5r.^nis für den Zaren und für Rußland war die mitten in die Kriegswirren

ende Geburt des längst ersehnten Thronfolgers Alexis. iL.Aug.isoi

. 8 384. Dänemark, Schweden-Norwegen. Fern von der großen Welt-

Irr? —^ ^

der

Dänemark

I8S4

, "litik mit der Sorge für das eigene Land vollauf erfüllt, spielte sich das Leben 12.Aug.1so4Nordischen Staaten Dänemark, Norwegen und Schweden ab.sruck,^" Dänemark brachte das Jahr 1894 endlich die Beseitigung des un-lich^osnen Verfassungskampfes (ß 345), der das Land so lange in zwei seind-haae « ^ getrennt hatte. Mit der Vollendung des Festungsbaues von Kopen-istä? s» der eigentliche Streitpunkt fort; die Linke zeigte sich bereit, Jndem-den die finanziellen Maßregeln der Konfliktszeit zu gewähren, forderte aberaber ' stritt des Finanzministers Estrup. Das wies die Rechte zurück; als siedoch ^betreff der Herabsetzung des Heeresetats einwilligte, kam der Ausgleichzrtzis^^""de, und Estrup nahm bald darauf seine Entlassung. Aber der Streit 3. Aug. issiPxfder Regierung und der Volksvertretung begann von neuem, da für die i8S8von Kopenhagen mehr aufgewandt worden war, als der FolkethingCrn»I^ hatte. Als dann die Opposition bei den Wahlen sie

wech?"""S des Professors Deuntzer zum Ministerpräsidenten ein Minister-W. Jun isoiSinne der Linken, so daß die Regierung seit langen Jahren zum

Wahlen siegte, erfolgte durch