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Vierter Band.
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Neuntes Buch: Die Zeit der neuen Weltpolitik und Weltwirtschaft.

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18SS

1991

1898

ob der Kongostaat Belgien einverleibt werden solle. Die Einverleibung wurdeabgelehnt, weil man Verwicklungen mit England und Deutschland fürchtete.König blieb Souverän des unabhängigen Kongostaates, und Belgien verzichteteauf die Rückzahlung der 1890 geliehenen Summen.

Di°lNi°der- In den Niederlanden nahm, wie in Belgien, die sozialistische Parierbedeutend zu und gewann durch das neue Wahlgesetz des Minister»van Houten auch in der Kammer Sitze. Dieses Gesetz brachte zwar nicht dasallgemeine Stimmrecht, erhöhte aber die Zahl der Wähler von 280 000 am6—700000. Es sollte der bisherigen Herrschaft der Liberalen ein Ende mache"'Bei der Kammerwahl im Juni 1901 unterlagen sie den protestantischen pstkatholischen Antiliberalen, und aus dieser Koalition wurde das neue Mr"^sterium Kuyper gebildet und dadurch die Möglichkeit gegeben, die Volks"schulen in klerikalem Sinne umzugestalten, für die nach langen parlamentarische"lo.Miirzisoo Kämpfen der obligatorische Besuch festgesetzt worden war. Auch in der Fr"3der Heeresreform stießen die Liberalen, die die allgemeine Wehrpflicht be-antragten, und ihre Gegner, die Katholiken, Konservativen und Sozialdemokratemzusammen; die Liberalen drangen zwar nicht durch, doch erreichten sie, daß b'persönliche Dienstpflicht mit dem Recht der Stellvertretung an Stelle beKonskription eingeführt wurde.

Neben diesen Fragen wurde das niederländische Volk besonders durchdie Frage der Thronfolge (§ 351) in Erregung gehalten. Als Köw8Ls.No-.wW Wilhelm III. starb, wurde das bisher mit den Niederlanden durchPersonalunion verbundene Großherzogtum Luxemburg, wo nach ^Verfassung nur männliche Erbfolge galt, unter Adolf von Nass.""von den Niederlanden getrennt. In den Niederlanden folgte des KöMgWllhelmine Tochter Wilhelm ine, für die bis zu ihrer Großjährigkeit (31. Aug. I bd te,t i8go Emma die Regentschaft führte. Wilhelmine vermählte M

?. s°br. isoi mit dem Prinzen Heinrich von Mecklenburg.

Nach außen hin wurde das Interesse der Niederlande durch ^Burenkrieg in Anspruch angenommen, in dem sie sich vergebens für ""stammverwandte Volk zu verwenden suchten (Z 385). Die von Rußlandrufene Friedenskonferenz wurde im Haag abgehalten (Z 383). — In ^Juni i8St Kolonien mußten die Holländer einen schweren Aufstand der Balinestauf der Insel Lombok niederwerfen; auf Sumatra fiel ihr Bundesgeiwst189« Tuku Umar in Atjeh ab und konnte erst durch energisches Vorgehen wie"zum Gehorsam gebracht werden.

§ 387. Frankreich. Die innere Entwicklung der dritten Repu^.zerfällt in drei Abschnitte. Der erste erstreckt sich von 1870 bis zu dWahlen des Jahres 1877, in dem eine in ihrer Mehrheit monarchu^Volksvertretung im Grunde nur die Fiktion einer Republik amerhielt, weil sie unter sich uneins war (8 352—354). In dem MU,Abschnitte, 1877 bis etwa 1892, führte eine republikanische Mehrheit ,Republik aus dieser Fiktion in die Wirklichkeit über, stürzte aber duden Kampf ihrer radikalen und konservativen Gruppen und durch w^moralischen Mängel den Staat in die doppelte Krisis des Boulangisrnus udes Panamaskandals (ß 354—358). Der dritte Abschnitt brachte die UveWindung des Boulangismus und die entscheidende Niederlage der Monarchmzugleich eine Schwenkung der Kurie zugunsten der Republik, der ",durch den Drehfushandel und das Vorgehen der Radikalen gegen die Orde .gesellschaften der Bruch folgte (H 371). Das Bündnis mit Rußland (8 ^wirkte nicht nur auf die politische Stellung Frankreichs nach außen