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Vierter Band.
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8 399. Drittes Kapitel: Die Moderne (Literatur Deutschlands, Kunst Europas). gll

Baronin Zicgler, Museum in Köln). Julius Schrad er bereist Belgien, Frankreich und Italien;sn dem Gemälde Friedrich der Große nach der Schlacht bei Kolli» (1849, Museum in Leipzig)ist ähnlich wie in den Bildern Wenzels die Gestalt des Helden typisch für den alten Fritzgeworden In den übrigen Historienbildern (Übergabe von Calais, 1847, Abschied Karlsdes Ersten von seinen Kindern, 1855, Esther vor Ahasveros, 1856) verfällt er meist demtheatralischen Pathos der belgisch-französischen Schule. Karl Steffeck arbeitet anfänglich beiKrüger (S. 220) und Karl Vegas, 1839 in Paris bei Delaroche (S. 222) und später in Italien(1840—42). Vom Tierbilde geht er allmählich zum Genre- und Historienbilde über (Mark-graf Achilles, 1848, Nationalgalerie, König Wilhelm in der Schlacht bei Königgrätz,1867, Reiterbildnisse Kaiser Wilhelms, Wettrennen, Pferdebildnisse; Lithographien undRadierungen). Karl Becker, der „Kostüm-Becker", bildet sich unter Heß (S. 219) in der Fresko-malerei aus, und geht nach Paris, Rom und Venedig. Der fremde Einfluß zeigt sich zuerstin seinen kleinen Genrebildern (Kapuzinerpredigt, der Geiger, die Kartenlegerin); am be-kanntesten wird er durch seine venetianischen Bilder (Sebastians del Piombo bei Tizian, derBravo, der Karneval, Bälkonszene, Karl V. bei Tizian, Dürer in Venedig, Othello).Wilhelm Karl Gentz arbeitet in Antwerpen,,und Paris bei Gleyre und Couture, dehntseine Studienreisen über Spanien, Marokko, Ägypten, Nubien, Kleinasien und die Türkeiaus und malt eine große Anzahl, orientalischer Sittenbilder von leuchtendem Kolorit(Sklaventransport, Mekkakarawane, Ägyptischer Märchenerzähler, Dorfschule in Oberügypten,Schlangenbeschwörer, Einzug des Kronprinzen Friedrich in Jerusalem 1876, in derNationalgalerie). Der Architekturmaler Karl Werner, Schüler von H. V. Schnorr v. Carols-stld, lebt durch zwei Jahrzehnte ,in Italien (Aquarellbilder aus Venedig und der Campagna)und bereist Griechenland und Ägypten (Nilbilder). Eduard Hildebrandt sammelt aufMehreren Weltreisen die Studien zu seinen Öl- und Aquarellgemülden, von denen Vieledurch lithographische Farbendrucke vervielfältigt wurden. Der Landschaftsmaler KarlScherres unternimmt Studienreisen nach der Schweiz und Oberitalien (VierwaldstätterSee), schildert indes später mit Vorliebe seine deutsche Heimat (Gegend von Danzig, Über-schwemmung in Ostpreußen).

Schradsr

1815-1900

Steffeck1818—1890

A. Becker1820-1900

Gentz

1822-1890

K. Werner1808—1894

E. Hilde-brandt1818—18S8

Scherresgeb. 1883

Karl von Piloty verdankt seinen Ruhm, den ihm die Mitwelt spendete, derglänzenden Technik des Stofflichen, die er sich in Antwerpen und Paris angeeignet hatteund die das theatralische PathoS der gestellten Figuren, die gespreizte Betonung des Neben-sächlichen in vielen seiner Gemälde für kurze Zeit vergessen ließ (die Amme, 1853,Wallenstein auf dem Wege nach Eger, Seni vor Wallensteins Leiche, 1855, Neronach dem Brande RomS, 1861, Cäsars letzte Augenblicke, ThuSnelda im Triumph-lug des Germanicus, Heinrich der Achte und Anna Boleyn, der letzte Gang derGirondisten). Gleich ihm zog es Wilhelm Lindenschmit (Fischer und Meerweib,"uther und Frau Cotta, Stiftung des Jesuitenordens in Rom, 1868, Ulrich vonHütten im Kampfe mit französischen Adligen, 1869, im Museum in Leipzig, ErmordungWilhelms von Oranien, 1872) nach den Zentren des koloristischen Umschwungs, währendsich Arthur von Ramberg. Schüler Julius Hübners, zum entschiedenen Gegner der Piloty-schule entwickelte (Genrebilder, Illustrationen zu Schiller, Goethes Hermann und Dorothea,und Voß' Luise, Historienbild: Hofhaltung Friedrichs II. in Palermo, für das Maxi-unlianeum in München). Ähnlich erging es Wilhelm Diez, der sich nach kurzer Lehrzeitbei Piloty dem Studium der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zuwendet und daraus eineFülle von Motiven für zahlreiche, trefflich komponierte Kriegsbilder schöpft (Illustrationenlu Schillers Dreißigjährigem Kriege, für Hesekiels Buch vom Grafen Bismarck, zu „UnserVaterland"; Genrebilder: die Marodeure, der Hinterhalt, 1873, Reisegesellschaft im sieb-zehnten Jahrhundert, 1874, Bei der Marketenderin. Reiter vor der Schenke, 1879, „Ausbem sechzehnten Jahrhundert"). Sein Schüler Ludwig von Löfftz findet zuerst durch seinGemälde „Geiz und Liebe" Anklang (Pietä in der Milchner Pinakothek, Himmel-s?hrt Mariü im Dom von Freising). Der begabte Landschaftsmaler Eduard Schleich d. ä-, derUch auf ausgedehnten Studienreisen bildet, entnimmt seine Stoffe meist der bayerischen Hoch-ebene und den südlicheren Voralpen; seine Stimmungslandschasten werden vorbildlich fürbw Münchener Künstler: Adolf Lier, 1855, Schüler Richard Zimmcrmanns in München,schließt sich 1864 an Jules Dupre in Paris an und überträgt den Paysage intimes- S. 825) der Schule von Fontainebleau aus deutschen Boden; weitere Studien inEngland, Schottland und Oberitalien vollenden sein künstlerisches Können (Herbstmorgen,Umgebung von Dachau, Abend an der Jsar, in der Berliner Nationalgalerie, Strand bei^retat in der Normandie, Mondschein an der Oise, in der Dresdener Galerie.) Ludwig°ll"llroider lernt bei Schleich und Lier und bereist Holland, Südtirol und Italien, denen°r die Motive zu seinen großzügigen Landschaften entnimmt. Joseph Wenglein, Schüler

v. Piloty1826-1886

Lindenschmit

1829—1895

v. Ramberg1819—1875

W. Diezgeb. 1839

Löfftzgeb. 1845

Schleich

1812-1874

Lier

1827-1882

Willroidergeb. 1845Wengleingeb. 1845