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Vierter Band.
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816
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816 Neuntes Buch: Die Zeit der neuen Weltpolitik und Weltwirtschaft. 8 399-

v. Kebhardtgeb. 1838

Bokelmann

1844—1894

F. Brüttgeb. 1849

v. Bochrnanngeb. 1850

C. Gehrts1853—1898

L. Munthe1843-1896Dückergeb. 1841

Impres-

sionismus

Pleinair

M. Lieber-manngeb. 1847

Ruhmeshalle und die Aula der Akademie in München mit Wandmalereien. In dem Esthe"Eduard von Gebhardt, Schüler der Petersburger Akademie und später Wilhelm Sohns,erhält die protestantische Kunst ihren ausgezeichnetsten Vertreter unter den Realisten dieserPeriode. Seine Gemälde schildern die biblischen Begebenheiten in mittelalterlicher Ge-wandung; trotz der Anlehnung an altdeutsche und holländische Meister bewahrt er in derschlichten Gruppierung sowie in der Größe der Auffassung und der Tiefe persönlichenEmpfindens seine volle Selbständigkeit (1864 Jairi Töchterlein, 1866 Christus am Kreupim Dom von Reval, 1870 das Abendmahl, in der Nationalgalerie in Berlin, der Reformator,1880 Himmelfahrt Mariä, die Pflege des heiligen Leichnams, in der Dresdner Galerie,1884—91 Wandgemälde im Kloster Loccumb

Unter den Düsseldorfer Genremalern zeichnen sich Louis Bokelmann, SchülerSohns (Im Trauerhaus, Im Leihhaus, 1878 Zusammenbruch einer Volksbank, Testaments-eröffnung, die letzten Augenblicke eines Wahlkampfs, Bildnis Klaus Grothsi, FerdinandBrütt, Schüler von Pauwels und A. Baur (Heimkehrende Wallfahrer, Audienzauf der Treppe, Atelierbesuch, die Macht der Töne, Im Schwurgerichtssaal, derWucherer) und der Esthe Gregor von Bochmann (Volksszenen auf esthnischem Boden,Esthnischer Dorfkrug, in der Dresdner Galerie) durch scharfe psychologische Beobachtungs-gabe und technische Bravour aus. Carl Gehrts, der Gnomenmaler, Schüler Gussowsund A. Baurs, schmückt das Treppenhaus der Düsseldorfer Kunsthalle mit farben-frohen Fresken und liefert Illustrationen zu Goethes Reinecke Fuchs, Julius Wolffs Tann-häuser und zu deutschen Märchen. Ludwig Munthe schilderte den deutschen Wald (BerlinerNationalgalerie), während der Livlünder Eugen Dücker dem ruhigen Meer und sandigen Küste"die Motive zu seinen luftdurchtränkten Bildern entnimmt (Abenddämmerung bei Mönch'gut auf Rügen, in der Nationalgalerie).

Die achtziger Jahre brachten eine vollständige Umwälzung in der deutsche"Malerei hervor: Der Impressionismus und die Freilichtmalerei hielte"ihren Einzug. Der Ruf nach Licht, nach Unabhängigkeit von den Traditionender alten Meister, der in Frankreich schon in den sechziger Jahren, namentlich durchdie japanische Kunst, geweckt worden (S. 825) und von da in alle Lande gedrunge"war, fand endlich auch in Deutschland Widerhall. Wohl hatten sich hie """da bereits Menzel (in seinem Eisenwalzwerk) und auch Leibl, allein der Naturfolgend, auf eigene Füße gestellt, aber die scharf umrissene Zeichnung, die bwins einzelne genaue Wiedergabe der Dinge, so, wie sie dem Auge bei er"-gehender Betrachtung, nicht aber beim Blick auf den ganzen, der Natur ent-nommenen Ausschnitt erscheinen, waren geblieben. Bisher wurden die Ding^gemalt, wie sie der Verstand durch den Gesichtseindruck erfaßte; jetzt schwinde"allmählich die scharfen Konturen, die Körper werden in Licht und Luft getauchtund werfen farbige Schatten. Spielte sich die Szene unter freiem Himmelso gingen die Studien zu den darzustellenden Figuren doch im Atelier'vor sich:Thomas trefflichem Selbstbildnis in Dresden sieht man die Fensterbilder in den Auge"-trotzdem der Künstler dort im Garten sitzt. Von nun an wird auch das Modein Freilicht und Sonne gemalt, und die Maler des Lebens entdecken nicht n"schattiges Dunkel, sondern auch Helles Licht, das die Formen verschleiern ""die intimen, feineren Einzelheiten verschwinden macht. Am Ende des Jahrhunderwird der Bruch mit der Vergangenheit auch äußerlich durch die GründungSezessionen gekennzeichnet. 1893 erscheint Richard Mut Hers „Kunst des 19.Jah^Hunderts". Indes, nicht lautes Frohlocken, sondern ein Sturm der Entrüst""»über den Naturalismus, den Kultus des Häßlichen, empfing das Neue, und er>nach langen Kämpfen wurde ihm der verdiente Triumph zuteil; und doch s""es berufen, die Augen zu öffnen und das Wesen des Kunstschönen auf? 'hellen, zu zeigen, daß Kunst Fühlen und Finden, nicht Zusammenstellen ""Herausquälen sei.

Der erste und hervorragendste deutsche Impressionist und Pleinairist ist Max Liebemann, Schüler Steffecks und der Weimarer Kunstschule. Ein sechsjähriger AufentYin Paris führte ihn zu Munkacsy (S. 823) und zu den Landschaftern von BarbizonMarlotte (S. 823); später bilden Hollands Land und Volk sein Studienfeld, und J^ra(S. 833) Einfluß macht sich geltend. Werke: 1872 Gänserupferinnen, Arbeiter in erRübenfeld, Schusterwerkstütte, Alte Frau am Fenster, 1878 der zwölfjährige Christus im Te "