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Rückblick und Ausblick.
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archen über rechtlose Untertanen unter Verneinung des Rechtesder Persönlichkeit zur Geltung, sowie der Gedanke einer Ausbreitungdieser Macht über alle Nachbarstaaten, d. h. der Gedanke einer ArtWeltherrschaft in dem Sinne, in dem das Wort „Welt" hier zuverstehen ist: im Perserreich erreichte diese Entwicklung ihren Höhepunkt.
Dem stellte Griechenland das Recht der Persönlichkeit und denklein staatlichen Gedanken entgegen, der den Staatsangehörigeneine große Selbständigkeit zugestand, auch ihre geistige Ausbildung förderte,nach außen eine wirtschaftliche und kulturelle Betätigung, aber keine großepolitische Macht zuließ. Erst im makedonischen Reiche kam der Gedankeeines gesamtgriechischen, also nationalen, Staates schwach zur Geltung;indes schon Alexander verließ ihn wieder zugunsten einer mit der geistigenWeltherrschaft verbundenen staatlichen Weltherrschaft, lenkte also in dieorientalischen Bahnen ein. Dieser Gedanke (Imperialismus) wurde dannaufgenommen vom römischen Kaiserreich, das den Nationalstaatnegierte und die Rechtsform wurde für die gesamte bisher errungeneKultur. Durch das Christentum, das im Gegensatz zu den bisherigen i>, «EHNationalreligionen von vornherein mit dem Anspruch auftrat, die Welt-religion zu sein, erhielt nun die römische Weltherrschaftsidee eineStärkung, aber erfuhr auch eine Änderung ihres Charakters. Da schien derEintritt der Germanen in die Geschichte den nationalen Gedanken zumSiege zu führen, aber mit der Übernahme der römisch-christlichen Kulturübernahmen sie auch den imperialistischen Staatsgedanken inseiner kirchlichen Färbung. Das Heilige Römische Reich deutscherNation war nicht nur das vornehmste Reich, sondern eigentlich das einzigesouveräne, dem gegenüber die übrigen der Theorie nach nur Vasallenstaatenwaren. Aber neben dem Kaiser erschien nun, eben wegen der durch dasChristentum gegebenen Umwandlung des Grundgedankens dieses Reiches,der Papst als Träger der Weltherrschaftsidee: daraus vorwiegend ergab sichder im Altertum unbekannte Gegensatz zwischen Staat und Kirche.
Die Kämpfe zwischen beiden Gewalten erschütterten beide aufs tiefste, Adwidua-und nun erhob sich im Gegensatz zu ihnen der nationale Gedanke,
Er richtete sich gegen das Papsttum und führte in Westeuropa zu starkenNationalstaaten, während Zentraleuropa, der alte Sitz der kaiserlichenund päpstlichen Macht, der Zersplitterung in Kleinstaaten verfiel. Aberder Weltherrschaftsgedanke ging deshalb nicht zugrunde. Spanien, derstärkste der westeuropäischen Nationalstaaten, nahm ihn auf, und zwar,charakteristisch genug, in seiner alten Verbindung mit der katholischenKirche. Den Kampf dagegen führten die anderen westeuropäischen National-staaten und das durch die Reformation gestärkte deutsche Fürstentum. Diehabsburgisch-spanische Weltherrschaft erlag; ebenso brach die dann ent-stehende französische Vorherrschaft zusammen, und es triumphierte amAnfang des 18. Jahrhunderts der Gedanke des europäischen Gleich-gewichts, d. h. eines Zustandes, in dem keiner der europäischen Staatender Selbständigkeit des andern gefährlich werden könnte. Zugleich tratenin den Kreis dieser Staaten Rußland und Preußen ein. Dieses Gleich-gewicht wurde dann nochmals gestört, als Frankreich, gehoben durch dieneuen Ideen der Revolution, unter Napoleon I. das kontinentale West-und Mitteleuropa sich unterwarf; aber die elementare Kraft der Nationenschüttelte dies Joch wieder ab: die alten Mächte wurden wiederhergestellt,