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Vierter Band.
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Rückblick und Ausblick.

Z 400.

und nach manchen Kämpfen gewann der nationale Gedanke auch in Deutsch-land und Italien den Sieg. Gewiß hat im Laufe des 19. Jahrhundertsbald die eine, bald die andere Großmacht einen stärkeren Einfluß auf dengeschichtlichen Gang geübt, aber eine Vormachtstellung im alten Sinne,die die übrigen gewissermaßen zu Vasallen machte, erscheint ausgeschlossen:das Nebeneinander selbständiger Nationalstaaten alsstaat-liche Grundlage der europäischen Kultur scheint endgültig andie Stelle des vom römischen Reiche überkommenen imperialistischen Staats-gedankens getreten zu sein, und die Bündnisse dieser Staaten, wie derDreibund und Zweibund, dienen tatsächlich diesem System.

Wckiung Aber der imperialistische Gedanke ist deshalb nicht zugrundegegangen; er hat jedoch eine andere Färbung angenommen: er ist aus daswirtschaftliche Gebiet übertragen. Die Stadtwirtschast der griechi-schen Kleinstaaten hatte sich in der Kolonialwirtschaft der Griechen undihrer phönikischen Rivalen zu einer Art Weltwirtschaft im Sinne derdamaligen Zeit, die die Welt auf das Mittelmeer beschränkte, erweitertund war vom römischen Reiche fortgesetzt worden. Die Erben dieser Weltwirt-schaft waren die Araber und Griechen, während sie im Abendlande seit derVölkerwanderung der rein agrarischen Wirtschaft erlag, deren Stufen derbäuerliche Klein- und der feudale Großbetrieb waren. Seit den Kreuz-zügen entstand dann unter städtischer Führung eine neue Weltwirtschaftmit dem Mittelpunkte Deutschland, das der Vermittler zwischen dem süd-lichen und dem nördlichen europäischen Mittelmeere wurde. Die Entdeckungenverlegten den europäischen Ausgangspunkt des Weltverkehrs an die atlan-tische Küste, zudem erstarkten die westeuropäischen Staaten durch den Siegder nationalen Monarchie über den Feudalismus, während das Zentrumsich in Kleinstaaten auflöste und durch die religiösen Wirren weiter ge-schwächt wurde: so übernahmen Spanien-Portugal, die Niederlande, Frank-reich und England die Führung im Weltverkehr. Die Zeit der napoleo-nischen Kriege besiegelte die wirtschaftliche Vorherrschaft Eng-lands, bis ihm dann in den Vereinigten Staaten Nordamerikas,in Rußland, Deutschland und Frankreich Rivalen erwuchsen. Seit-Ichaftlicher dem ist der imperialistische Gedanke in der Form wieder aufgetaucht, daß^"mus"^es gilt, große wirtschaftliche Machtgebiete herzustellen mit Ländern, diemöglichst verschiedenartige Produkte hervorbringen. Es wirken dabei mitder nationale Machtinstinkt (besonders im Zusammenschluß der britischenKolonien mit dem Mutterlande als Zusammenschluß der britischen Rasse)und der schon im Zeitalter des Merkantilismus geltende, dann im 19. Jahr-hundert zurückgedrängte Gedanke staatlicher Allmacht auf wirtschaftlichemGebiete, d. h. der Gedanke, daß der Staat auch die Wirtschaft seinerUntertanen durch Zölle, Handelsverträge usw., mithin durch seine Macht-betätigung regelt. Es handelt sich also um eine starke Erhöhung derStaatsmacht, und in gewissem Sinne kann man diesen Imperialismusauch als eine Erweiterung der im 19. Jahrhundert wirksamen nationalenIdee ansehen. Wie weit aber die wirtschaftlichen Machtgebiete auchpolitische werden, hängt von dem Charakter der wirtschaftlich vereinigtenGebiete ab; jedenfalls würden solche umfassende politische Machtgebietenicht mehr in Europa liegen können, sondern nur in außereuropäischenLanden: der Schwerpunkt der Machtfragen verschiebt sich von dem Kon-tinent auf das Meer. Als solche Machtgebiete kämen in Frage das größere