Band 
Erster Band.
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Allgemeines.

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Anlagen der Pfahlbaudörfer, jene steinzeitlickien Ansiedelungen, derenmassenhafte Reste sich in den zahlreichen Seen der Alpenvorländer und deroberdeutschen Ebenen finöen, und von denen wir auch von anderwärts herKunde haben. Die in ihnen sich findenden Reste sind insgesamt Erzeugnisseder jüngern neolithischen Zeit: sie zeigen uns den Pfahlbautenmenschen nichtnur als Jäger oder Fischer, sondern als seßhaften Ackerbauer, der sich mitseinen Nachbarn schon zu einer Art staatlicher Ordnung geeinigt hat. DieWaffen, die hauptsächlich in Äxten von allerhand Formen bestanden, undGeräte waren aus dem auf das sorgfältigste behauenen Feuerstein hergestellt.Daneben treten Artefakte (Werkzeuge) aus Knochen (Hirschhorn), besonders zumFischfang bestimmt, dann auch als Kunstgegenstände (Perlen, Nadeln, Kämme)verwendet. Ein neues Produkt sind Gegenstände aus Holz, von denen diewichtigsten sind Bogen und Pfeile und ausgehöhlte Baumstämme, die als Kähne(Einbäume) dienten. Ja sogar einzelne Hausgeräte (Tische, Bänke, Stühle u. s.w.)scheinen schon damals den Pfahlbautenmenschen bekannt gewesen zu sein. AlsHandfertigkeit betrieb man das Spinnen (auf hölzernen Spinnstöcken, die insteinernen oder knöchernen Spinnwirteln faßen) und das Weben. Danebenkannte man das schon in paläolithischer Zeit verbreitete Flechten von Mattenund Körben.

Eine andere Art der Ansiedlung der jüngern Steinzeit waren dieHöhlenwohnungen, wie sie besonders im fränkischen Jura häufig vor-kommen. In Italien finden wir die sogenannten Terremaren (Z 168 ), An-siedlungen, die auf einem hohen Pfahlroste auf trockenem Lande standen, umgegen die Überflutung der Ströme (z. B. des Po) zu schützen. In die neo-lithische Zeit scheinen auch die auf den Höhen angelegten Niederlassungen zugehören, die mit riesigen, in sich nicht verbundenen Steinwällen umfchanzt sind.Denn man findet in ihnen zahlreiche Reste jener Periode (Heidenmauern imElsaß, Steinwälle in Österreich und Frankreich).

Alle diese Anlagen beweisen, daß die Menschen schon damals zu größerer Organisationsich zusammmgethan haben muffen. Denn sonst waren die Psahlroste, auf denen die Dörferstanden, nnerklärbar. Noch deutlicher aber sprechen die in jene Zeit zu fetzenden wichtigenSteinbauten, denen man wegen der Größe des verwendeten Materials auch den Namenmegalithische Bauten gegeben hat. In Norddeutschland nennt man diese BautenHünengräber, in dem skandinavischen Norden Riesenstuben. Sie dienten zu Be-erdigungszwecken, da damals die Leichen begraben, nicht verbrannt wurden. Man hat bisjetzt noch keine Erklärung gefunden, wie der neolithische Mensch mit seinen unvollkommenenWerkzeugen diese ungeheuren Steinmassen, die sich noch heute durch ihre eigene Schwereerhalten, zu bewegen vermochte. Derartige Bauten finden sich über die ganze Welt zerstreut,meist mit einem symmetrisch angelegten Steinkreis umgeben. — Davon sind zu unterscheidendie oben oder seitlich geöffneten Steinbauten, die wir vor allem auf altkeltischem Bodenfinden: entweder eine an einer Seite offene bedeckte Kapelle (Dolmen) oder gigantischein Obeliskenform ausgerichtete Steine (Menhir, von denen sich ein mächtiges Feld beiCarnac im Departement Morbihan in der Bretagne befindet). — Daneben stehen noch dierätselhaften M ounds in Nordamerika, mächtige aus Stein und Erde aufgehäufte Hügel,die zu mannigfachen Zwecken angelegt worden find und in der Regel eine Tier- oderMenschengestalt nachahmen. Es scheint, als habe man überall denselben Gedankengang ge-habt, den Leib der Verstorbenen und Begrabenen zu schützen und ihnen durch Anlegung ge-waltiger Denkmäler eine Ehre zu erweisen. Hierin sehen wir also, wie in den Pfahlbautendie Ansänge der staatlichen, so die Anfänge eines religiösen Lebens.

In den letzten neolithischen Zeiten (die z. T. heute noch nicht vergangensind), so in den Pfahlbaudörfern tritt nun eine große Erfindung auf, dieBearbeitung der Metalle zu technischen Zwecken, das Gießen, Schmelzenund Schmieden der Metalle aus den Erzen. In den Anfängen dieser neuenEpoche zeigt sich überall zuerst eine Kupferzeit, in der man reines Kupferlouxrnin, zuerst auf Cypern gefunden) zurechthämmerte. Dahin gehören dieFunde in Ungarn, Babylonien und in Amerika, die sich der Zeit nach fastunmittelbar an die letzten Jahrhunderte der neolithischen Periode anschließen.

1 *

Mega-

lithische

Bauten

2. DieBronzezeit