Allgemeines.
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des Zeugens und Empfangens, des Hervorbringens, und schuf damit denNaturdienst. Baal, El und alle ähnlichen Götter des semitischen Pantheonssind nur immer neue Variationen des einen männlichen, erzeugenden Prinzips;neben ihm steht als weiblich empfangender Teil in gleichen Ehren Astarte,die „große Mutter", die auch noch unter manchen anderen Namen verbreitet ge-wesen ist. Späterhin verbanden die Semiten, deren grüblerischer Sinn sich mitVorliebe in die religiösen Probleme vertiefte, ihre alte Naturreligion mit demarischen Lichtdienst zu einem Ganzen (Z 24). Jedenfalls waren die Arier und Anthropo-noch mehr die Semiten schon früh zu der Meinung gelangt, daß sich unter d^EphismusNaturerscheinungen und -Körpern, die man anbetete, sich gewisse Prinzipienverbergen, und daß der religiös denkende Mensch sich von der Körperlichkeitder natürlichen Dinge loslösen müsse, wenn er „Gott schauen" wolle. SeineGötter vermochte sich aber der naive Mensch nicht anders als in einerkörperlichen Gestalt zu denken, und da ihm weder das leblose Ding, noch derHimmelskörper, noch der personifizierte Vorgang mehr genügten, so griffer nach der Vorstellung des besten Wesens, das nach Gott ihm geläufig war,nach seinem eigenen Bilde, und so schuf denn der Mensch die Götter seinesHimmels nach seiner eigenen leiblichen und geistig-seelischen Erscheinung (Anthro-pomorphismus). Da er aber verschiedene Naturkräfte und -erscheinungen per-sonifizierte, so ergab sich daraus ebenso natürlich der Polytheismus (Viel-götterei), unter dessen verschiedenen Erscheinungsformen wir alles das begreifen,was man heute mit Heidentum bezeichnet.
Mit der Zeit vermochten aber selbst die Gestalten der Olympier nicht mehr Gelst-s-dem religiösen Bedürfnis zu genügen. Der denkende Mensch suchte nun ent-weder aus philosophischem Wege sich die großen Grundfragen des Daseins zubeantworten, oder er suchte die Gottheiten zu vergeistigen und gelangte soentweder dazu, daß er das All der Gottheit gleichsetzte (Pantheismus) oderdaß er die Gottheit außerhalb der Erscheinungswelt sich als etwas Geistigesdachte, wodurch schon die erleuchtetsten Denker des Altertums auf den einenewigen, allweisen und allmächtigen Gott, Schöpfer Himmels und der Erde,hingeführt wurden. — Zuerst trat diese monotheistische, aber stets auf denPantheismus gegründete Lehre bei den Jndiern aus. Hier herrschte zunächstder Brah Manismus, der dann von dem Buddhismus durchsetzt und gehobenivard. Dann gewann sie unter den semitischen Völkern immer mehr an Boden,besonders seitdem der Jahv edierest der Jsraeliten siegreich allen auf ihn ein-dringenden semitischen Polytheismen Widerstand geleistet hatte Die mächtigsteSchöpfung des semitischen Monotheismus war aber der Islam, der durchMohammed in Arabien begründet wird. Daneben traten die Religionen desKonfucius u. a. in den Hintergrund. Alle diese Religionen suchen ihreneinen Gott in der Natur, kommen also von menschlicher Anschauung nicht los.
Diejenige Religionsform, die die Vorzüge des monotheistischen Systems Christentumin sich vereinigte und den gereinigten Gottesbegriff der Geistesreligionen vonder pantheistischen Zuthat befreien sollte, wurde der Welt durch JesusChristus geoffenbart. Im äußern Anschluß an den alten Jahveglauben,aber innerlich über ihn hinweggehoben und auf das Geistige und Reine imhöchsten Grade gestellt, ist das Christentum die höchste und feinste Blütedes religiösen Sinnes der Menschheit, der seine beste Kraft aus Gottes freiemEntschlüsse, ihr zu helfen, schöpfte. Die tiefe Wandlung, die diese uns vonGottes Sohn verkündigte Religion gebracht hat, zeigt sich darin, daß es ihrgelang, nicht nur das sinkende Altertum, sondern, was weit mehr heißen will,auch den religiösen Geist der Antike zu überwinden und sich dienstbar zumachen. Das Christentum ist zwar nicht die jüngste, aber die vollendetsteund reinste der monotheistischen Religionen.
Einen ähnlichen Weg aufwärts wie die Vorstellungen von Gott können Kultuswir auch bei dem Dienste und der Verehrung, die ihm zu teil werden, verfolgen.