Salrna-nassar I.um 1300v. Chr.
Tiglath-pilesar I.um 1125v. Chr.
1300—1230v. Chr.
48 Erstes Buch: Die morgenlündischen Völker. Z 20.
dem Pharao Amenhotep IV. (Z 30) bestanden, wie sich aus der gegen-seitigen Übersendung von Geschenken und Briesen ergiebt. Unter denassyrischen Königen im engeren Sinne ragen besonders zwei hervor:Salmanassar I. und Tiglathpilesar I. Beide waren Eroberer, diedie Grenzen ihres Heimatlandes ausdehnten. Dem ersteren verdankt mandie Erbauung von Kalach und die Gewinnung einer gesicherten Nordwest-grenze. Tiglathpilesar I. war eine der großen Eroberernaturen, andenen die Geschichte der Assyrer so reich ist. Gleich nach seiner Thron-besteigung unternahm er einen gewaltigen Kriegszug gegen seine unruhigenNachbarn im Norden. Er unterwarf in schnellem Siegeslauf die wildenVölkerschaften Armeniens und Kurdistans und streckte seine gebietende Handbis an die Ufer des schwarzen Meeres. Von allen Feldzügen des unermüdlichenKriegssürsten, wie sie in der berühmten Prisma-Inschrift aus Assur in800 Zeilen mitgeteilt werden, ist nur der eine von weltgeschichtlicher Be-deutung, der die assyrischen Waffen durch Syrien Hindurch bis an die Küstendes mittelländischen Meeres führte. Von dem phönikischen Aradus aus fuhrenassyrische Schiffe nach dem großen „Meere des Westens", und der eifrigeJäger Tiglathpilesar jagte in den Cedernwäldern des Libanon. Erleichtertwurde ihm die Eroberung jener Länder durch die vieljährigen Kämpfe,die einst hier zwischen dem neugebildeten und sich nach allen Seiten hinausdehnenden Chetareiche und den Ägyptern unter Seti I. und Ramses I.(Z 30) getobt und die Länder Kölesyriens in großer Erschöpfungzurückgelassen hatten. Auch nach Osten hatte sich der Chetastaat aus-dehnen wollen, aber hier hatten ihm die Assyrier und Babylonier an denWestgrenzen ihrer Reiche schon früher erfolgreich Halt geboten. Als ihreMacht im Niedergänge begriffen war, benutzte Tiglathpilesar die günstigeGelegenheit, um ihr Reich vollends zu zertrümmern und das zu vollenden,was den Pharaonen vor ihm nicht hatte gelingen wollen. Neben Ramses' II.Siegessäulen pflanzte er seine ruhmvollen Fahnen auf, und Inschriftenam Hundsflusse bei Beirut verkündeten, daß er bis dahin als Sieger ge-langt war. — Nicht ebenso glücklich focht Tiglathpilesar gegen seine süd-lichen Nachbarn, die Babylonier. Mehrfach maßen sich die Streitkrästebeider Länder, und das Kriegsglück schwankte hin und her. Bald sehenwir Tiglathpilesar als Sieger, der das Land überwältigte und die großenStädte, ja sogar Babylon, eroberte; bald hören wir, wie sein tapfererGegner Marduk-nadin-ache die assyrischen Städte einnahm und derenStadtgottheiten nach Babylon führte. Es scheint, daß bei dem unent-schiedenen Kampf beide Herrscher schließlich einen ehrenvollen Frieden ge-schlossen und sich dahin geeinigt haben, beide Reiche nebeneinander sichfriedlich entwickeln zu lassen. In den folgenden Generationen wenigstensherrscht tiefer Friede zwischen Babel und Assur, und mehrfache Heiratenzwischen beiden Königshäusern befestigten die Freundschaft der stammver-wandten Nachbarvölker. — Auch in den Werken des Friedens zeigte sichTiglathpilesar als wahrhaft großen Fürsten. Für sein kriegerisches Volkschuf er die großartigsten Anlagen, um das Kriegführen in weiter Fernezu ermöglichen. Ähnlich dem König Hammurabi von Babylon dehnte erdas Kanalnetz aus und schuf durch Einführung neuer Nutztiere und-Pflanzen ergiebige Quellen für den Volkswohlstand. „So' steht er vorunsern Augen als ein großer Kriegsheld und unermüdlich thätiger, denAusgaben des Friedens sich widmender Fürst, ein Vater seines Vaterlands."