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Erstes Buch: Die morgenländischen Völker.
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Herrscherpalast, dessen Steinkolosse und Basreliefs noch heute seinen Ruhmverkünden, und Ninive ward mit einem herrlichen Jstartempel geschmückt.Den höchsten Aufschwung nahm Kalah erst unter AssurnasirLals Sohnnaffä?'ii. Salmanassar II., dem es beschicken, war die großen Pläne, die seinVater auszuführen begonnen hatte, zum ruhmreichen Ende zu führen. Auchseine lange Regierung ist mit zahllosen Kriegsthaten ausgefüllt, die unsin trefflicher Darstellung und ausführlichem Bericht aus den Inschriftendes „schwarzen Obelisken" und der „Thore von Balawat" bekannt ge- !worden sind (Z 25). Die ersten großen Erfolge errang Salmanassar Vin Babylonien. Nach dem Tode des tapfern Nabubaliddin brachen dort fzwischen dessen Söhnen Thronstreitigkeiten aus, in denen Salmanassar )Partei nahm und schließlich seinen Schützling auf den Thron hob; selbst- ^verständlich mußte dieser die Oberherrlichkeit Assurs anerkennen. — Weit xwichtiger und wegen ihrer Beziehungen zu alttestamentlichen Personen Vinteressanter waren Salmanassars mehrfach wiederholte Versuche, sich LSyriens zu bemächtigen. Die untereinander hadernden Kleinfürsten, unter «ihnen Benhadad von Damaskus und Ah ab von Israel (Z 48), schlössen ksich aber bei der herannahenden Gefahr zusammen, und wenngleichSalmanassar sie in blutigen Schlachten besiegte, gelang ihm doch die xUnterwerfung nicht. Erst als zwischen jenen Fürsten wieder Zwistigkeiten kausbrachen, Benhadad durch Mörderhand fiel und Ahab in einer Fehdesein Leben eingebüßt hatte, vermochte Salmanassar seine Siege auszunutzen.
Im Jahre 842 überwand er den Usurpator von Damaskus und vernichtetedessen blühendes Land. Zehn, Omris Sohn, König von Israel (Z 48), -der dem Untergänge des Nachbarreichs unthätig zugesehen hatte, mußte fdem assyrischen Großkönig Tribut zahlen, und auch die phönikischen 'Städte erkannten ihn als Herrn an. So schien denn Salmanassarder Verwirklichung des großen Gedankens, ein Weltreich vom Meer zumMeer zu gründen, nahe. Kein Fürst wagte ihm entgegenzutreten, dieNachbarreiche lagen ihm zu Füßen, und die übrigen Großstaaten, das insich uneinige Chetareich und der altersschwache Staat der Pharaonen, ver-mochten ihm keinen ernstlichen Widerstand zu leisten. Da brach im Innerndes gewaltigen Militärstaates ein gefährlicher Ausstand los. Salmanassarsältester Sohn Pflanzte die Fahne der Empörung auf, und er und seinAnhang wurden erst dann besiegt, als der große König in das Grab ge- !stiegen war. Der mit beispielloser Erbitterung geführte Bürgerkrieg 'lahmte den frohen Aufschwung des assyrischen Staates. Unter Salma-nassars nächsten Nachfolgern bröckelten die nur mit Mühe bezwungenenFürstentümer am Rande des neuen Reiches ab. Nordsyrien, Damaskusund Phönikien wurden wieder selbständig, und nur die Weisheit jeners 782 V. Chr. Fürsten und die Ohnmacht der Nebenbuhler ließen es möglich erscheinen,von der gewaltigen Schöpfung Salmanassars wenigstens die wesent-lichsten Teile zusammenzuhalten. Als der letzte jener weisen und tapfernFürsten, Ramman-nirari III., der Enkel Salmanassars, gestorben war,begann für das Reich eine Periode des Niedergangs. Die schwachenNachfolger vermochten die zahlreichen Empörungen der unterworfenenVölker nicht zu verhindern. Schwere Krankheiten suchten das Reichheim, und endlich brach im Innern des eigentlichen Assyriens eine Em-puAr ui. pörung aus, die einen Mann von ungewöhnlicher Thatkraft, Tiglath-pilesar III. (Phul oder Pul) auf den Thron hob. Ihm verdankt