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Erster Band.
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Viertes Kapitel: Die Ägypter.

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„Unterweisungen", die uns noch handschriftlich erhalten sind. Der Besitzder Macht irn Innern führte zu einer kraftvollen, kriegerischen Politiknach außen. Die reichen Edelsteingruben der Sinaihalbinsel wurden wiederägyptisch, das Szepter der Pharaonen reichte weit hinein in die syrischenLandschaften und schließlich glückte den Nachfolgern jener beiden Pharaonen,besonders dem energischen Usertesen III., die so oft und fast immervergeblich angestrebte Eroberung Äthiopiens (Kusch). Das nubische Landward militärisch besetzt, und gewaltige Granitsäulen am zweiten Kataraktdes Nils verkündeten, daß hier des Reiches Grenze sei, die nur zu Handels-zwecken überschritten werden dürfe. Starke Festungen, die den Paß ver-legten, gaben dem königlichen Worte Nachdruck, und noch Jahrhundertelang haben die Zwingburgen Semne und Kumme den Einfällen dernubischen Stämme erfolgreich gewehrt.

Nicht weniger Großes leisteten die Herrscher der 12. Dynastie in Friedens-Entwicklungthaten. Ja,,,man kann wohl behaupten, daß jene Zeit den Höhepunkt in derEntwicklung Ägyptens bezeichnet. Die Kunst gewinnt ihren klassischen Charakter,wenngleich die freie Natürlichkeit aus der Zeit der memphitischen Könige nichtwieder erreicht worden ist. Es beginnt unter den thebanischen Pharaonen diePracht des ägyptischen Tempelbaues, es entwickelt sich die Technik der Säule(Z 37) und die eigenartige Architektur des Felsengrabes, das dazu bestimmtwar, Mastaba und Pyramide abzulösen. Das großartigste aller Friedenswerkeaber war die Anlegung des Mörissees im Fayüm, der dazu bestimmt war, Massesdie Nilüberschwemmung zu regulieren. Seine Anlage wurde Amenemhat III.verdankt; er war nach Herodots Schilderung ein durch mächtige Dämme ein-gegrenztes Wasserbecken, das durch einen Kanal und Schleusen mit dem Nilein Verbindung stand. War der Wasserstand des Nils zu hoch, so leitete mandas überschüssige Wasser in den See, bei geringer Wasserfülle aber ließ man denSee ablaufen und erreichte so eine ganz regelmäßige Bewässerung, die Lei der Eigen-art des Nillandes eine unerläßliche Bedingung für Gedeihen und Wohlstand war.

Der Blütezeit folgte wieder tiefer Verfall. Die dreizehnte Dynastie,deren Könige fast alle den Namen Sebak-Hotep (bobatr — das Krokodil) »m m«»führen, zeigt noch das erweiterte Reich Usertesens III.; unter denfolgenden Dynastien aber ging es immer tiefer bergab. Es scheint,als wenn Usurpation auf Usurpation folgte, ein Herrscher den andernverjagte und das Land in die trostlosesten Wirren stürzte. Die Königs-listen geben für jene Zeit eine außergewöhnlich große Zahl von Namenund so kurze Regierungszeiten an, daß man deutlich erkennen kann, daßin dieser Epoche in Ägypten ähnliche Zustände herrschten, wie im römischenReiche im 3. Jahrhundert n. Chr. So konnte es kein Wunder nehmen,daß die so oft und schwer gezüchtigten Nachbarn des Pharaonenreichs nunihrerseits den Versuch machten, sich in Ägypten festzusetzen und die Herr-schaft an sich zu reißen. Schon früher waren einzelne Einwandererzügeaufgetreten. So waren schon unter Usertesen I. semitische Kanaanäer(Amu) nach Mittelägypten gelangt und erhielten, wie ein Wandgemäldeim Grabe des Chnumhotep lehrt, die Erlaubnis zum Aufenthalt. Weitzahlreicher mögen die Eindringlinge im Delta gewesen sein; zu ihnengehörte jener Stamm der Mentu, die unter dem Namen der Hyksös(Heku-schasu — Fürst der Hirten) die thebanischen Herrscher aufs äußerste »- Chr.bedrängten und schließlich die Herrschaft an sich rissen. Wes Stammesdie Hyksos waren, ist nicht bekannt. Ebenso wissen wir nicht sicher, obihr massenhaftes Eindringen mit der gewaltigen Völkerbewegung in Ästen

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