Unter denAssyrern
Unter denChaldäsrn
Unter denPersernL40
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Unter denMace-doniern
90 Erstes Buch: Die morgmländischen Völker. Z 40.
sie zum Mittelpunkt der westlichen Schiffahrt. Die bedeutendsten Kolonien entstanden aufder Nordküste Afrikas (Hippo, tttika und Karthago), und in dem gold- und silberreichenSpanien (damals Tarschisch, griechisch Tarteffus genannt), wo sie die südlichen Teiledes jetzigen Andalusiens, außerhalb und innerhalb der Meerenge von Gibraltar von derMündung des Anas (Guadiana), zu beiden Seiten des Bätis (Guadalquivir) bis an dieGrenzen von Granada und bis Murcia besetzten, Hispalis und Gades gründeten, Berg-werke anlegten und die Produkte des Landes (Wein, Honig, öl, Wolle) ausbeuteten.Wunderbar klingen die Sagen von dem Reichtum, den die Phöniker aus dem hispanischenLande in die Heimat brachten.
8 40. Die Phöniker unter der Fremdherrschaft. Als der AssyrerSargon die phönizischen Städte des Festlandes seinem Scepter unterwarfund tributpflichtig machte, leistete Jnselthros mutvollen Widerstand.Die Einwohner schlugen die feindlichen Angriffe zurück und trotzten, geschütztdurch die feste Lage der Felsenstadt, fünf Jahre lang allen Angriffen,obwohl sie, abgeschlossen von allem Verkehr mit der Küste und durchfeindliche Wachtposten vom Flusse und von den Wasserleitungen fern-gehalten, aus gegrabenen Brunnen und Cisternen das notwendige Trink-waffer nur mühsam und spärlich zu gewinnen vermochten. Baldbeherrschte die tyrische Handelsflotte abermals die Meere. Unter denStürmen, in denen das assyrische Weltreich zu Grunde ging, hatten auchSyrier und Phöniker sehr zu leiden. Der Sturm der skythischen Hordenbrauste über ihr Land. Dann kamen die Ägypter wieder und besetztenihre Städte. Da man in Tyros an Babhlonien festhielt, zog KönigHophra (8 33) nach Phönizien und zwang die Tyrer, ihm Lehnsdienstezu leisten. Als aber König Nabopolassars Sohn, Nebukadnezar, heran-kam, überließ Hophra die Juden (8 49) und Phöniker ihrem Schicksal.Die Tyrer wehrten sich jahrelang verzweiflungsvoll. Umsonst ließNebukadnezar vom Ufer aus mühevolle Werke wider die Felseninselerrichten, so daß „jedes Haupt kahl und jede Schulter abgerieben war".Im Vertrauen auf die feste Lage widerstand Jnselthros dreizehn Jahrelang dem übermächtigen Feinde und ergab sich dann Vertragsweise. DasVolk der Phöniker wurde nach altem Brauche von Nebukadnezar in dasInnere seines Reiches verseht. Die wiederholten Schläge scheinen doch dieKraft der Stadt gebrochen zu haben. Denn als bald nachher die Persersich die vorderasiatischen Länder unterwarfen (§ 54), verlor auch Tyros seineFreiheit und Selbständigkeit. Phönizien ward eine persische Provinz.Die edlen Geschlechter und die alten Firmen von Tyros siedelten großen-teils über nach der gesicherten und blühenden Tochterstadt Karthagound brachten ihre Intelligenz, ihre Kapitalien und ihre Traditionen dorthin(ß 187). Phönizien war jedoch auch unter persischer Herrschaft in bessererLage als die übrigen Provinzen des asiatischen Weltreichs. Handel undSchiffahrt blühten fort, Gewerbfleiß und bürgerliche Thätigkeit bewahrtenvor der Erschlaffung und Verarmung, die die übrigen Kulturstaaten derVorzeit dem raschen Verfall entgegenführten. In der „Dreistadt"Tripolis entschied ein von den drei Gemeinden Sidon, Tyros undArados beschickter Bundesrat in Sachen des Verkehrs und der Rechtspflege.Aber in der Mitte des 4. Jahrh. v. Chr. erzeugte der Druck der fremdenStatthalter eine Empörung, an deren Spitze Sidon stand. Sie mißlang.Sidon geriet in die Gewalt des Perserkönigs Ochos, und als dieserBefehl gab, die edelsten Bürger hinzurichten, zündeten die Einwohnerselbst ihre Stadt an und verbrannten sich mit ihren Schätzen. Etwaslänger bestand Tyros. Als aber der Makedonier Alexander das persische