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Erstes Buch: Die morgenländischen Völker.
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Unglück ist zu groß, um beweint zu werden, aber die Not des Freundes ist der Thränen Wert."Bei solcher Tiefe des Unglücks wandelte selbst den Kambyses ein Mitleiden an, und er be-handelte den König mit größerer Milde. Als dieser aber später überführt wurde, daß erversucht habe, die Ägypter zum Aufruhr zu reizen, mußte er Stierblut trinken, woran erauf der Stelle starb.
5Li(5i6)°bis Kurz Vor dem Tode des Kambyses war in Susa eine Empörung aus-gebrochen, die, von den Magiern geleitet, den Zweck gehabt zu habenscheint, die Herrschaft des Reiches von den Persern wieder auf die Mederzu übertragen und die Sitten und Religionsgebräuche der Perser durchaltmedische Vorschriften zu verdrängen. Infolge dieser Bewegung erlangteein Magier G autama (Comatas), der sich für Smerdis (Bardija), denjüngeren, einige Jahre vorher ermordeten Bruder des Kambyses ausgab,auf kurze Zeit den Thron. Eine Zeitlang blieb der Betrug unentdeckt,aber auch als man wußte, daß man es mit einem Betrüger zu thun hatte,wagte lange Zeit niemand, sich gegen ihn zu erheben. Schließlich faßtesich Dareios, der Sohn des Hhstaspes, des eigentlichen Thronerben, einsmerdis Herz, drang in die Königsburg des Pseudosmerdis (--falscher Smerdis)ein und erschlug ihn samt seinen Anhängern. Hierauf bestieg er denThron. Nach dem Berichte des Herodot geschah die Erhebung durch diesieben ersten Reichsgroßen infolge eines Gottesurteiles des Mithras, in-dem des Dareios Pferd der ausgehenden Sonne zuerst entgegenwieherte.Der zweimalige gewaltsame Thronwechsel brachte große Erschütterungenhervor. Die Aufstände in Chaldäa und Babylon wurden schnell nied'er-geworfen; gefährlicher waren die Empörung des Fravartis (Phraortes)in Medien, und das Auftreten eines zweiten falschen Smerdis in Persienselbst. Indes Dareios zeigte sich der Situation gewachsen. Mit seinemkleinen, aber erlesenen Heere schlug er die Aufrührer einen nach dem andern.Selbst Orötes, der Satrap von Lydien, der sich von ihm hatte losreißenwollen, mußte die schwere Hand des siegreichen Königs empfinden. Im Jahre520 war Dareios überall in dem weiten persischen Reiche der unbestrittene Herr,und noch heute ist das Felsrelief von Behistun(Bisutun) in Medien ein Zeugnisvon dem stolzen Triumphgefühl, das des Königs Herz nach der Erlangungder Weltherrschaft schwellte. Vom Jahre 516 an geboten die Perser ohneWiderspruch vom Nil bis zum Jaxartes, vom Hellespont bis zum Indus.Dareios vereinigte neben einer glanzvollen Abkunft in sich den Scharfsinnund die Beharrlichkeit des Staatsmannes mit dem Ernst und Heldenmutdes Kriegers und war dabei ein frommer Anhänger von ZarathustrasLichtreligion, aber ohne die schwärmerische Unduldsamkeit seines Vorgängers
^es"R°iN Kambyses, und als Gemahl der Atossa, der Tochter des Khro's, dempersischen Volke Wert und teuer. Siebenunddreißig Jahre lang regierte ermit Kraft und Klugheit. Er teilte sein Reich in zwanzig Satrapien(Statthalterschaften) und ordnete die Verwaltung und das Steuerwesen.„Zwanzig Provinzen," sagt Dareios in den Keilinschriften von Behistun,„brachten mir Zins, und was ich gebot, das vollzogen sie bei Tag undNacht." Er führte gleich seinen Vorgängern große Kriege, machte Arabienzinspstichtig und dehnte in Indien, in Nordafrika und in den rauhenSteppenländern Skythiens die Grenzen seines unermeßlichen Reiches aus.Aber seine Waffen waren nicht immer siegreich. Die skythischen Nomaden
Skythmzug gn der Nieder-Donau wichen mit ihren Herden und Zelten zurück undgaben ihre öden Felder und baumlosen Heiden den Feinden preis, die ausMangel an Nahrungsmitteln bald an den Rand des Unterganges kamen