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Erster Band.
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Z 67. Zweites Kapitel: Geschichte Griechenlands bis zu den Perferkriegen. 147

Würde, daß hier die orientalische Kultur eingedrungen war und sich mit den ein-heimischen Kunstsertigkeiten vermischte. Ähnliches wie in der Metallindustrie zeigtesich auch in der Ornamentik der Thongesäße und der einzelnen uns erhaltenenMuster von Decken und Fußböden wie in Resten von Wandmalereien undSkulpturen. Eine deutliche Einwirkung orientalischer Kultur sehen wir auchim Kriegswesen. Die Helden stürmen, ganz im Widerspruch mit der Naturdes Landes, zu Wagen in den Kampf, wie die assyrischen Großkönige und dieägyptischen Pharaonen; auch sonst sehen wir in der Bewaffnung Wohl dasorientalische Muster, doch ist alles weiter fortgebildet und praktischer aus-gestaltet.

§ 67. Die ältesten griechischen Staaten. (Anaktenstaaten.) Ent-sprechend den geographischen Vorbedingungen und den dadurch erleichtertenKultureinflüssen des Orients befanden sich, wie die Denkmäler lehren, dieältesten griechischen Staaten, soweit sie diesen Namen verdienen, aus derOstküste von Hellas. Unter ihnen nahm Argos Wohl auch zeitlich den Arg°sersten Rang ein. Denn wenn sich auch drei Königsburgen, Argos (d. h. dieAkropolis oder Larisa), Tiryns und Mykenä, nebeneinander finden undes auch später drei selbständige gleichnamige Gemeinden gab, so hat man sieWohl nur als drei zeitlich verschiedene Entwicklungsphasen desselben Staatesanzusehen. Dieses Königreich reichte, wie seine Straßenanlagen darthun,bis nach Epidaurus und bis an den Isthmus von Korinth. Neben deralten Königsburg am Jnachos legten die gewaltigen Herrscher Tiryns, dasSchloß am Meere, und Mykenä, die paßbeherrschende Zwingburg, an. Wieweit diese Macht in das Innere der Peloponnes reichte, ist noch unbekannt;bis jetzt hat man erst im Eurotasthale eine ähnliche Ansiedelung gefunden(Amhklä). — Ein zweites Kulturcentrum ähnlicher und doch sehr ver- AVnschiedener Art finden wir in der böotischen und thessalischen Ebene. Hiersind die Staaten von Theben, Orchomenos und der rätselhaftenStadt im Kopaissee der mykenischen Epoche zuzuweisen. Das Gebiet desKopaissees bildete einen Mittelpunkt für die mykenische Kultur, von derenReichtum die Sage viel zu melden wußte. Dem Volk der Minyer, den MmyerUrbewohnern von Böotien, schreibt man das prachtvolle Kuppelgrab zu,das seit jenen Zeiten den Namen „Schatzhaus des Minhas" führt. —Schließlich finden wir den nördlichsten Sitz der mykenischen Kultur ampagasäischen Meerbusen in Thessalien. Die Sage weist auf den alten Ort J°u°sJolkos, den Ausgangspunkt der Argonautenfahrt (8 65) hin, und inder That sprechen Kuppelgräber und andere Reste mykenischer Kultur füreinen historischen Kern des Mythos.

Die wichtigste Unternehmung, die aus den Sagen der Hellenen heraus-scheint, war der Zug der mykenischen Fürsten und ihrer Mannen^^'S^gegen Troja (Z 65). Auch diese Stadt stellt ein Centrum der myke-nischen Kultur dar und ist in einem Kampfe mit den peloponnefischenFürsten in Flammen aufgegangen. Freilich müssen wir, abgesehen von demFaktum selbst, von jeder Beziehung zu Homers Gedichten absehen, welche diein späteren Zeiten von den einzelnen Stämmen hinzugesetzten Stammes-sagen mit enthalten. Nur das eine scheint sicher zu sein, daß der UntergangTrojas weit früher anzusetzen sein wird,, als bisher angenommen wurde.

Ob an dem „Zug der Seevölker" gegen Ägypten, dem durch Ramses III. inder Schlacht bei Migdol (Z 31) ein jähes Ende bereitet ward, die „Danaer"und die „Achäer" mitgefochten haben, ist nicht gewiß, aber sehr Wohlmöglich. Denn man darf die Macht der mykenischen Herrscher weit größer

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