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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

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elegischen Spruchgedichte, in denen er einen Jüngling Khrnos, den Polypaiden, ermähnt,an der alten Gesinnung und Seelengröße der dorischen Adelsgeschlechter festzuhalten unddie gemeinen, von schlechten Grundsätzen und selbstsüchtigen Motiven geleiteten Demo-kraten zu hassen und ihre Wege zu meiden. Ein eingefleischter Junker, sah er mit Ver-achtung aus die gemeinen Bürger, die „Schlechten" herab, muhte sich schließlich aber dochdazu bequemen, die neuen Staatsverhültnisse anzuerkennen. Er kehrte in die Heimatzurück, freilich ohne sein Vermögen zurück zu erhalten und ohne von seinen Ansichten ab-zugehen. Trotz seiner Verbitterung war Theognis eine unverwüstliche Natur, bei dem bisweilendie ganze griechische Freude am Wein und Gesang und die leidenschaftliche Hinneigung zuPhokylidcs seinem Liebling urkräftig hervorquillt. Ein Zeitgenosse von ihm war Phokylkdes ausum bv ein an moralischen Lehren und SittensPrüchen reicher Dichter. Das vielgerühmte ihm

zugeschriebene Lehrgedicht „Gnomen" ist die Fälschung eines alexandrinischen Juden. ZurGuomendichtung gehören auch die Epigramme (Überschriften), die in wenigen Distichen einenneuen guten Gedanken mit einer überraschenden Wendung aussprechen. In dieser Gattungglänzt Sim onkdes vonKeos, besonders berühmt durch die Inschrift auf die Gefallenenin Thermopylä (Z 94). Auch Kritias, das Haupt der Aristokratenpartei in Athen (Z 112), hatsich als Elegiendichter ausgezeichnet. — o) Die erotische Dichtung wurde begründet durchMimnermos ^ Kolophon, später in Smhrna, der in sehnsüchtigen Liedern den Schmerzeiner unglücklichen Liebe zu der schönen Nanno in weichen, klagenden Tönen besingt undüber das Alter klagt, das den Genuß der Schönheit und der Liebe tötet. Wie sein Zeit-genosse Alk Los, dem er jedoch an Schwung und Kraftfülle nachsteht, sang auch Mimuermosnicht bloß von Wein und Liebe, sondern auch von Krieg und Waffen, und mahnte dieSmyrnäer zur Mannhaftigkeit, indem er ihnen die Thaten der Athener vorführte. Abereine trübe Weltanschauung ist die vorherrschende Stimmung. Seine Klage über das Altererregte den Widerspruch Solons. Nicht im sechzigsten, wie jener, sondern im achtzigstenwill der lebensfrohe Athener hinscheiden.

2'Jambii'che Die iambische Dichtung hat ihren Namen von dem jambischen Rhythmus, dessenich »ng Gang sich dem Ton der Umgangssprache näherte. Aus ihnen tönt der „Streit

des Lebens und der Lärm des Marktes wieder". Als Erfinder dieser Gattung giltArchUochosArchivchgZ aus einer angesehenen, aber verarmten Familie zu Paros. Anfangs ein" Sänger, der die Götter seiner Insel, Demeter und Dionysos, in Lobliedern pries, wurde erdurch heftige Leidenschaft zu Neobule, des Lykambes Tochter, zur erotischen Poesie geführt,bis ihn die Verschmähung seiner Liebe zu den heftigen Jamben reizte, durch die er seinenRuhm begründete. Die durch Anwendung der neuen Versart gehobene Kraft seiner Spott-gedichte wird durch die Sage bezeichnet, daß die ganze Familie des Lykambes, von seinenSatiren verfolgt, in solche Verzweiflung geraten sei, daß sich Vater und Tochter selbst denTod gegeben hätten. Archilochos führte ein bewegtes Leben, teils in Griechenland und auf denInseln (Thasos), teils in Italien, bis er nach Paros zurückgekehrt war und im tapferen Kampfegegen die Naxier fiel. Sein Leben, unruhig und von Not zerrissen, war geteilt zwischenden Mühseligkeiten des kriegerischen Berufs („Im Lanzenstreit wird mein Brot mir geknetet,auf den Speer gestützt trinke ich den Wein.") und dem meisterhaften Dienste der Poesie.Volkstümlich war die Einflechtung der Fabel in seine Gedichte; er war ein echter Dichter,^um'öso^ Verlust seiner Lieder ist tief zu beklagen. — Wie von Archilochos wird auch von

" Hippönax aus Ephesos, dem Erfinder des Choliambos oder Skazon (Iamben, die eineneigentümlichen, das Häßliche malenden Charakter dadurch erhalten, daß der letzte Fuß desVerses in einen Spondeus verwandelt wird), berichtet, daß er zwei Bildhauer von Chios,Bupalos und Athenis, die seine häßliche Gesichtsbildung und seinen ungestalteten Körperan einer Bildsäule des Dichters mit schadenfrohem Hohn übertrieben dargestellt, mit seinenSEom^dss Spottgedichten zum Selbstmord gebracht habe. — Semonkdes aus Samos, wegen seinerAuswanderung nach Amorgos auch der Amorginer genannt, verfaßte unter andern einenFrauenspiegel, von dem wir noch ein Bruchstück besitzen. Bei Semonides geht die iambischeSchärfe in die gemäßigte Satire über, die nicht die Gebrechen und Fehler einzelner,sondern die Schwächen und Laster ganzer Klassen, der ganzen Gesellschaft geißelt. ZuFabel dieser Gattung gehört auch die Tiersabel, die nach ihrem angeblichen Ertinder, demphrygischen Sklaven Aesopos, die äsopische Fabel genannt wird. Aesops Lebeusgeschickesind unbekannt und gehören selbst dem Fabelgebiet an. Er soll von kleiner, verwachsenerum sso Gestalt gewesen sein, bei verschiedenen Herren, namentlich bei Jadmon von Samos, alsSklave gedient haben und endlich von den Delphiern, die er durch seine Spottfabeln be-leidigt, angeblich weil er eine goldene Schale aus dem Tempel entwendet hatte, von einemFelsen herabgestürzt worden sein. Von seinen Fabeln haben sich zwei in weit späterenZeiten redigierte Samlungen gerettet: 1. Die Choliamben des Babrios, eine unvollständige