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Zweites Kapitel: Geschichte Griechenlands bis zu den Perferkriegcn.
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Gedichtsammlung Wohl aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert, und 2. mittelalterlicheprosaische Umschreibungen. Beide Sammlungen enthalten aber, trotz ihrer relativ späten Ent-stehung viele Bestandteile aus uralter Zeit. Dem Inhalt nach stehen die Fabeln zwischender epischen und didaktischen Poesie, da aus die Erzählung ein lehrhafter Satz folgt, zu dessenBeweis jene nur erfunden ward. Der Form und der Zeit ihres Auftauchens nach gehörendie Fabeln in den Kreis des Archilochos und der anderen Jambendichter, die auch für diespäteren dichterischen Bearbeitungen das Muster abgegeben haben.
Die melische Poesie oder Lyrik im engeren Sinn war aufs innigste mitMusik und Tanz verbunden,' Mannigfaltigkeit des Versmaßes, strophische Abteilung undein zu Gesang und Chorreigen geeigneter Rhythmus sind ihre wesentlichen Eigenschaften-
Das einfache gesungene Lied ist die erste Stufe der Melik, die Elegie und dieEpoden des Archilochos gingen ihm voran. Als es anfing aufzublühen, hatten die ionischenStädte Kleinasiens aufgehört, die Führerschaft in den Händen zu haben, so daß uns inGriechenland das ncuerfundene Lied (Melos) bei allen Stämmen entgegentritt. Seine wesent-lichsten Formen waren das Liebeslied, das Hochzeitslied (Epithalamion), und die Streit-gesänge gegen die Widersacher auf dem Felde der Ehre und der Liebe. Am vollendetstenerscheint die melische Poesie bei den Aeolern in Kleinasien, wo sie weniger an den öffent-lichen Kultus als an das gesellige Leben geknüpft war. Die italischen Lyriker schufen zuersteinen Ausdruck für die geheimsten Regungen des Herzens und verwebten die Objekte der melischenDichtung in ein seelenvolles Gemälde bewegter Persönlichkeit; dort offenbarten sich Lust undSchmerz, besonders aber die Leidenschaft der Liebe und die Kämpfe des bürgerlichen Gemein-wesens. Alküos aus Mytilene, der als Vorkämpfer der edlen Geschlechter seiner Vaterstadtgegen die Demokratie und Thrannis mit Leier und Schwert zu Felde zog, mußte als Gegnervon Pittakos, dem patriotischen und edlen Beherrscher von Lesbos (Z 83), eine Zeit lang dieHeimat meiden, bis er, mit diesem versöhnt, wieder zurückkehren durfte. Sinnliche Leidenschaftbildet den Mittelpunkt seiner Gedichte, die bald Kämpfe und Mißgeschicke der Verbannung,bald behagliche Freuden beim Genuß des Weins und der Liebe besingen. — Sappho ausMytilene ist eine begeisterte Sängerin der Liebe und ist mit Unrecht in den Ruf eines sitten-losen Lebens gekommen. Reicher noch und süßer tönt ihre Harfe als die des Alkaios. „Alleihre Gedanken kleidet sie in die anmutigste Sprache, die harte Lautverbindungen sorgfältigmeidet und uns die lieblichsten Bilder hervorzaubert." Die Sage, daß sie aus Liebesgramzu dem schönen Jüngling Phaon sich vom „leukadischen Felsen" ins Meer gestürzt, scheintihren Ursprung in einem mißverstandenen bildlichen Ausdruck von der seelenreinigcndenKraft des leukadischen Apollen zu haben und hängt wohl mit einem wirklichen Ereignisihres Lebens, der Flucht nach Sicilien, zusammen, die sie um politischer Gründe willenunternehmen mußte. Einige ihrer Gedichte sind ganz neuerdings in ägyptischen Papyri wiederaufgefunden worden. — Anakreon aus Teos lebte zuerst an dem glänzenden Hof des Poly-krates von Samos, bis er einem Rufe des Peisistratiden Hipparchos nach Athen folgte. Ergilt als Muster der erotischen Poesie, da unter seinen zahlreichen Gedichten die Lieder auf dieLiebe und die Freuden des Daseins den breitesten Raum einnehmen. Als heitererWelt- und Lebemann preist er in seinen durch edle Sprache, schöne Form und Mannig-faltigkeit des Versbaues ausgezeichneten Gedichten Lebensgenuß, Frohsinn und Liebe.Anakreons echte Gedichte sind fast ganz verloren gegangen; die noch vorhandenen anakreon-tischen Lieder, worin ein lebenslustiger Greis im grauen Haar mit jugendlichem Froh-sinn für Wein und Liebe schwärmt, sind aus späterer Zeit. — Im stillen blühte danebendie Blume des Volkslieds, von dem wir, zumal im Vergleich mit Deutschland, nursehr wenige Proben kennen, das Müllerlied, das Schwalbenlied u. s. w. Das schönste, waswir davon besitzen, ist ein Kranz von Trinkliedern (Skolia), in denen sich „ein kerniger Frei-heitssinn mit frohem Lebensmuts paart".
Die Entwicklung der chorischen Lyrik hängt eng zusammen mit dem Glänze der Festspiele.Bei keinem dieser Feste durfte Gesang und Musik fehlen. Natürlich hatte aber hier derGesang einen objektiveren Charakter als im Einzellied und führte so zum Chorgesang, derlange Zeit herrschend blieb, bis sich an seine leidenschaftslosere Darstellung die heiße Em-pfindung des einzelnen anschloß und so von der Lyrik zur Dramatik hinüberführte.Frühzeitig kam zu dieser Lyrik hinzu die rhythmische Tanzbewegung, die ihrerseits wiedereine reichere Gliederung des Textes und der Begleitung bedingte. Diese Art der Lyrikfand hauptsächlich ihre Pflege bei den Doriern, deren Dialekt dafür der maßgebende blieb.Die Hauptunterarten sind die Parthenien (Lieder der Jungfrauen), die Hyporcheme(Tanzlieder zu Ehren Apollos), die Päane (Siegeslieder nach Erfolgen in den Kämpfenmit den Nachbarn, oder Weihelieder zu Ehren eines Gottes) und die gewaltigen Odenoder Epinikien (Preislieder auf die Sieger in den Wettkämpfer:).
3. Melik
k) Lied
Alkäosum 620
Sapphoum 600
Anakreonum 530
Volkslied
d) DiechorischeLyrik