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Erster Band.
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Zweites Kapitel: Geschichte Griechenlands bis zu den Perserkriegen.

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Religionswesen geknüpft war und von der sich fein Geist nicht als Gegensatzzu trennen vermochte, erhob sich der bewegliche Hellene über dieselbe und suchtesie zu durchdrängen und zu bewältigen. Die älteste Philosophie der Griechenist daher Naturphilosophie, indem ihr Streben darauf hinausging, in derVielheit der erscheinenden Welt die Einheit und im ewigen Wechseldas Beständige zu ergründen.

Dabei machten sich drei Richtungen geltend: 1. Die physische An-^AAUschauungsweise der ionischen Philosophie, welche die Welt in ihrerPhu°s°phissinnlichen Erscheinung auffaßte und nach dem Urgrund der Dinge forschte,

2. die ethische der dorisch-pythagoräischen Schule in Unteritalien,die nach den inneren Gründen der Weltentwicklung fragte, 3. die Eleaten(zu Elea in Unteritalien), die den Begriff des Seins und der Einheitals oberstes Prinzip hinstellten und Gott und Welt als Eins erfaßten.

An diese drei ältesten Philosophenschulen schließen sich die Physiker desfünften Jahrhunderts an, die die Ergebnisse der Untersuchungen ihrerdrei Vorgänger weiter zu bilden suchten, meist im Anschluß an die ältestenJonier, denen sie auch bisweilen beigezählt werden.

Wie die epische und lyrische Poesie entstand auch die Philosophie in^Aü^Jonien, aber in einer Zeit der untergehenden Freiheit. Verstimmt über diezunehmende politische Verwirrung, die die sinkenden Staaten allmählich derpersischen Oberherrschaft zuführte, flüchteten sich diese „Naturweisen" in dasReich der Gedanken und schöpften aus den Betrachtungen über das ewige Werdenund Vergehen der Erscheinungswelt die wehmutsvolle Ergebung in den Gangder Naturnotwendigkeit. Die ionische Philosophenschule stellte sich dieAufgabe, die Erscheinungen der Natur aus den Kräften und Eigenschaften desStoffes selbst zu erklären. Der Übergang von der theologischen zur philo-sophischen Betrachtung dieser Probleme vollzog sich dabei ganz allmählich,zwischen der hesiodeischen Theogonie und der ionischen Kosmologie haben Binde-glieder nicht gefehlt.

Unter den Physikern ward als erster genannt Thales von Milet, hochberühmt als 1. ThalesStaatsmann und Gelehrter. Er schloß aus der unendlichen Vielheit der Dinge auf den "" ooeinen Urstoff und fand ihn, der Natur seiner Heimat entsprechend, in dem Feuchten, wofürgewöhnlich das Wasser substituiert wird. Von einer den Urstoff bewegenden Kraft hatThales nichts gelehrt; er vertrat vielmehr die sogenannte hylozoistische Ansicht, nachder die Materie als von Uranfang an bewegt und damit auch als beseelt erscheint. Wiedürftig auch diese erste „physikalische Theorie" sein mochte, der Anfang zu wissenschaftlicherWeltbetrachtung war doch damit gemacht. Einen erheblichen Schritt weiter that Anaxi- 2. Anaxi-mandros, der Freund und Schüler des Thales. Er bezeichnete als den Anfang von """allem das Unbegrenzte (^.psiron), d. h. die unendliche Menge des Stoffes, aus der alleshervorgeht und in die alles zurückkehrt; bei ihm erscheint also der erste metaphysische Gedanke.

Zugleich machte er einen Versuch, die Bewegung der Gestirne auf mechanischem Wege zuerklären. Von der metaphysischen Weltbetrachtung kehrte Anaximenes von Milet zur b^u^ri-physischen zurück, indem er einen qualitativ bestimmten Stoff als Urgrund der Dinge setzte,bildete aber die anaximandrische Lehre dahin weiter aus, daß er diesem Stoff die Un-begrenztheit und unaufhörliche Beweglichkeit zuschreibt. Als solchen Stoff nahm er dieLuft an, die sich im Winde als selbstbewegende Kraft, im Athem als Ursache des Lebenskund gebe, folglich die Seele der Welt, die Ursache des Lebens sei. Damit stimmt imwesentlichen Diogenes von Apollonia überein, der diese Luft als lebenschaffenden^. DiogenesGeist dachte und das hylozoistische Princip erweiternd und gegen Anaxagoras (K 90) ver-„""um°Eteidigend der Luft geistige Eigenschaften, Vernunft und Wissen zusprach. Ihre Fortbildungfand die hylozoistische Weltanschauung bei den Physikern des 5. Jahrhunderts.

Einen ähnlichen Übergang theologischer Lehren zur späteren Philosophie (Ethik) erblicken Die siebenwir in den Lehren der sogenannten sieben Weisen, in denen sich den Hellenen des 7. und Weisen6- Jahrhunderts die Lebenserfahrungen ihrer Zeit verkörperten; sie drückten sie in kurzenSprüchen aus, jedoch werden weder diese noch ihre Namen übereinstimmend angegeben. Den vierMännern des kleinasiatischen Griechenlands, Thales, Pittäkos, Bias und Kleobülos,wurden gewöhnlich noch drei aus dem Mutterlaude beigefügt, nämlich Solon von Athen,

Cheilon von Sparta und Periandros von Korinth, für die auch Pherekydes von