Band 
Erster Band.
Seite
206
JPEG-Download
 

206

Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 94.

die Hände flehend emporhielten, wurden begnadigt, aber mit dem Brand-mal königlicher Sklaven bezeichnet und so in die Heimat entlassen. Leonidasund seine tapfere Schar lebten noch lange im Liede fort, und ein ehernerLöwe bezeichnete dem Wanderer die Stelle, wo der dorische Heldcnkönigund seine tapferen Gefährten gefallen waren. Simonides 86) aberdichtete zu Ehren der Gefallenen das berühmte Distichon:

Wandrer, kommst du nach Sparta, verkünde dorten, du habestUns hier liegen gesehn, seinen Gesetzen getreu!

M?fung Ungehindert unterwarfen die Perser Böotien und Phokis, drangenMau- verheerend in Attika ein und legten Athen in Asche. An eine ernst-^ands"' hafte Abwehr hatte man dort nicht gedacht; nur auf der Akropolis wareine kleine Besatzung zurückgeblieben, die nach mehrtägiger Verteidigungden Angriffen der Perser erlag. Die Tempel und Gebäude der Burggingen zur Rache für die Verbrennung von Sardes (Z 92) in Flammen auf.Die waffenfähigen Bürger Athens dienten auf der Flotte; Weiber, Kinderund alle Habe waren aus Themistokles' Rat nach Salamis, Aegina undTrözen gebracht worden.

rÄxfe'b-i Neben den Kämpfern zu Lande war die griechische Flotte, die zumEuböa weitaus größten Theile aus Athenern bestand, keineswegs müßig gewesen;gegen 300 Segel stark war sie unter dem Oberbefehl des spartanischenAdmirals Eurybiades in den Euripus eingefahren und deckte die Thermo-phlenstellung von der Seeseite. Der persischen Flotte, die von Norden herin den malischen Golf einfuhr, fiel die Aufgabe zu, die griechische zu ver-treiben und so den Durchgang an der Thermopylenstraße erzwingen zuhelfen. Als sie sich näherte, entfiel den Griechen der Mut, und sie wolltensich zurückziehen. Nur Themistokles war dagegen und wußte zu verhindern,daß die griechische Flotte ohne Schwertstreich abfuhr. Dadurch gewannendie Perser Zeit, ein auserlesenes Geschwader von 200 Trieren um dasSüdkap von Euböa, Gerästos, herum zu senden, um die Griechen in demengen Euripus von zwei Seiten anzugreifen. Voll Verzweiflung faßtendiese den Plan, nach Süden durchzubrechen; aber ein gewaltiger Südost-Schlacht.bei stürm hinderte sie am Auslaufen, schleuderte jedoch die llmgehungsflotte derPerser auf das klippenreiche Gestade von Gerästos. Hierdurch ermutigtgingen die Griechen zum Angriff gegen die persische Hauptflotte vor undgewannen in mehrtägigen Kämpfen vor dem Kap Artemisioneinige Vorteile. Indes ihre Stellung war unhaltbar, als die Nachrichtvom Falle der Thermophlen kam; sie fuhren ab und gingen zunächst inden Häfen Athens vor Anker.

mü'Mhen Nun sollte Themistokles der Retter Griechenlands werden. Derhellenischen Flotte war um das Vorgebirge Sunion herum die trotz dererlittenen Unfälle noch dreimal stärkere persische Seemacht bald nachgefolgt.Zunächst ankerte sie im Piräus; dann aber zog sie sich nordwärts in dieMeerenge zwischen der Insel Salamis und dem Festland, den Griechengegenüber. In einem schnell gehaltenen Kriegsrat faßten die Peloponnesier,die nur auf Erhaltung ihres eigenen Landes bedacht waren und darumden Jsthmos durch eine Mauer befestigt hatten, den Vorsatz, abzusegeln undden Kampf von da ab in die Nähe der korinthischen Landenge zu ziehen,Mne"d?r utn unter den Schutz ihrer Landmacht zu kommen. Vergebens suchteThemistokles sie von diesem Plane abzubringen und sie zu überzeugen, daßdie engen Gewässer, wo die Menge der feindlichen Schiffe sich nicht ent-