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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

Z 94.

dungskampf Ein ähnliches Geschick, wie bei Salamis die Flotte, traf im nächsten

-u Lande Jahre die Landtruppen, die Xerxes zurückgelassen hatte. Umsonst ließ ihrAnführer Mardonios durch den Makedonierkönig Alexandros (tz 125)den zurückgekehrten Bürgern Athens ein Bündnis anbieten, er wollte ihnenFrieden und Freiheit gewähren, die zerstörten Heiligtümer wiederherstellenund ihnen einen Landstrich nach freier Wahl einräumen, jedoch die athenischeVolksversammlung erklärte: „So lange die Sonne den Weg wandelt, densie jetzt geht, werden wir niemals mit Xerxes einen Vertrag schließen!"Erzürnt über diese stolze Antwort, rückte im Frühjahr 479 Mardoniosdurch das befreundete Böotien verheerend in Attika ein und zwang dieAthener nochmals zur Auswanderung unter die „Laubhütten" von Sala-mis. Als auf die dringenden und mit Drohungen verbundenen Vor-stellungen der Athener endlich das peloponnesische Bundesheer über denIsthmus heranzog und Aristeides mit den athenischen Schwerbewaffnetensich anschloß, erfochten die Griechen unter der Führung des SpartanersPausanias in der großen Schlacht von Platää über das weitausstärkere Heer der Feinde einen so vollständigen Sieg, daß sich nur einegeringe Zahl der Perser (etwa 10000 Mann) nach dem Hellespont rettete.Die übrigen, darunter der tapfere Führer selbst, wurden erschlagen. DieBeute war unermeßlich. Hoch loderte die sühnende Flamme auf demAltare des „befreienden Zeus"; Platää wurde neu aufgebaut, sein Stadt-gebiet für heilig und unverletzlich erklärt und ein Dank- und Siegesfestgestiftet, das alljährlich mit Wettkämpfer: gefeiert und von allen Staatendurch Gesandtschaften beschickt werden sollte. Von Theben dagegen erzwängPausanias die Auslieferung der Häupter der persischen Partei und ließzwei davon hinrichten.

Schlacht Lange standen die Hellenen, von den Persern durch das Flußthat des Asöpos getrennt,auf den Höhen des Kithäron. Erst nach langem Zaudern nahm Pausanias den angebotenenKampf an und rückte bis an die Ufer des Asopos, mußte aber bald diese Stellung aufgeben,und erteilte deshalb den Befehl zum Abzug. In dieser veränderten Ausstellung erblickteMardonios eine beabsichtigte Flucht und zog den Feinden nach. Diese waren in dreiHeerhaufen auseinandergezogen, und daher wurde auch an verschiedenen Stellen zugleichgekämpft. Das entscheidende Treffen fand am Tempel der Hera statt, wo die Perser denSpartanern und Tcgeaten auf dem rechten Flügel hart zusetzten. Doch kamen bald dieHellenen durch ihre bessere Bewaffnung und ausgebildetere Taktik in Vorteil. Umsonst suchtendie Barbaren eine Gasse in die feindlichen Reihen zu brechen; sie fielen als Opfer ihresMutes. Am tapfersten stritt Mardonios selbst: als er aber von dem Spartaner Aeimnestosdie Todeswunde empfing, da wurde die Flucht der Seinen allgemein. Die Perser zogensich in ihr Lager am Asopos zurück; erst als die Athener sich mit den Spartanern verbanden,wurden die Befestigungswerke des Lagers durchbrochen; die Perser waren völlig geschlagen.Mit Ausnahme einer Abteilung, die der General Artabazos noch während der Schlachtunversehrt nach Byzanz abführte, hatten sich nur wenige Versprengte zu retten vermocht.Nachdem ein Zehntel für den delphischen Apollo, nebst reichlichen Weihgejchenken für Zeusund Poseidon, und eine Ehrengabe für Pausanias zurückgestellt worden war, wurde dieBeute unter die einzelnen Heere verteilt. Kein Mißklang, keine unwürdige That entstellte

Schlangen- den herrlichen Sieg. Als Weihegabe wurde dem Apollo von Delphi die berühmte ehernelauls Schlangensüule geweiht, drei ineinander geschlungene Schlangenleiber, die mit ihren Köpfeneinen Dreifuß trugen. Auf diesem Bildwerk (von dem sich noch heute ein beträchtlicherTeil auf dem Atmeidan in Konstantinopel befindet), ließ Pausanias eine Inschrift, dieseinen Ruhm pries, anbringen, aber auf einen Beschluß der erzürnten Verbündeten wurdesie ausgetilgt und dafür die Namen der hellenischen Freiheitskämpfer eingegraben.

Ergebnis Damit war der Verteidigungskampf der Hellenen gegen die Barbarenzu der ersteren Gunsten entschieden; zweihundert Jahre von da ab hat keinBarbar rnit gewaffneter Hand den Boden von Hellas betreten. Der Geist