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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 104.

stützung an Athm. Unter dessen Beistand wurden denn auch die Korinthernach einer unentschiedenen Seeschlacht zum Abzug genötigt. Darin sahendiese einen Friedensbruch und führten aus einem peloponnesischen Bundes-kongreß laute Klage. Sie glaubten umsomehr dazu berechtigt zu sein, alsdie Athener die korinthische Kolonie Potidäa in Makedonien zinspflichtiggemacht hatten und diese hart bekriegten, als sie im Vertrauen auf pelo-ponnesische Hilfe den Tribut weigerte. Ein dritter Punkt der Klage wardie Ausschließung des kleinen dorischen Staates Megara von allenSeehäfen und Märkten Attikas, als Strafe für seinen Abfall von Athenund andere ihm vorgeworfene Bergehungen.

Kerkyra und In Epidamnos, einer von den Kerkhräern unter Anführung eines Korinthersgegründeten Kolonie, war zwischen den dorischen Aristokraten und der Volkspartei ein Streitausgebrochen. Die ersteren wurden vertrieben und wandten sich um Beistand an die stamm-verwandten Kerkyräer, die Gründer der Kolonie, während die Demokraten in Epidamnosden Schuh der Korinther anflehten, die aus Neid und Eifersucht auf die wachsende See-macht Kerkyras die Gelegenheit ergriffen, um diese zu schwächen. Allein die Kerkyräer und484 die Ausgewanderten schlugen bei Leukimme die Korinther zurück und nötigten Epidamnoszur Übergabe. Erbittert über diese Schmach und für ihren Einfluß auf dem ionischenMeere fürchtend, rüsteten die Korinther eine große Flotte aus, um die stolze Insel zudemütigen. Die Kerkyräer aber schloffen ein Bündnis mit den Athenern, die sich zunächstnur zu einer Dcfensivallianz verstanden und nur zehn Trieren als moralische Unter-432 stützung schickten. In der Seeschlacht an den Sybotainseln wurden jedoch die Kerkyräerso zurückgedrängt, daß die Athener, die sich zunächst neutral gehalten hatten, eingreifenmußten, um eine Landung der Korinther zu verhindern. Zu gleicher Zeit traf noch einezweite Flotte der Athener ein, und die Korinther, die anfangs entschieden im Vorteilgewesen waren, mußten unverrichteter Sache wieder abziehen.

8 104. Die ersten Kriegsjahre bis zu Perikles' Tod. Auf die Be-schwerde der Korinther in der peloponnesischen Tagsatzung zu Spartastellten nach einigem Zögern die Lakedämonier an Athen die Forderung,die Markt- und Handelssperre gegen Megara aufzuheben, von der Be-lagerung Potidäas abzulassen und den Ägineten (Z 98) die Freiheitzurückzugeben. Als die Athener dieser Zumutung nicht Folge leisteten,fiel ein spartanisches Heer unter dem König Archidamos in Attika ein431 und verheerte das Land. Perikles, von der Überlegenheit des spartanischenLandheeres überzeugt, hatte den Beschluß gefaßt, sich zu Lande nur defensivzu verhalten, dagegen zur See die Offensive zu ergreifen. Deshalb hatteer die attischen Landbewohner mit Weib, Kind und ihrer fahrendenHabe in die Hauptstadt gerufen und auf der sumpfigen Ebene (Halipedon)zwischen den langen Mauern untergebracht; gleichzeitig landete eineathenische Flotte an den Küsten der Peloponnes und übte Vergeltungfür die Verwüstung Attikas. Megara wurde durch verheerende Einfällean den Rand des Untergangs gebracht; auf Ägina vertrieben die Atheneralle dorischen Einwohner und bevölkerten die Felseninsel mit attischenAnsiedlern (Kleruchen). Einen großen Erfolg errangen die Athener fernerdurch den Fall Potidäas, das ihnen die ganze Chalkidike in die Händespielte; auch sonst wollte ihnen das Glück Wohl, denn sie gewannenden Thrakerkönig Seuthes zum Bundesgenossen. So waren denn ihreHoffnungen hoch geschwellt und fanden ihren schönsten Ausdruck in derberühmten Leichenrede, die Perikles im Winter 431 an den offenen Gräbernder Gefallenen auf dem Kerameikos hielt. Das Trauerfest ward zumhöchsten Ehrentag, und glanzvoll wurde jedem, der eigene Verluste beklagte,das Bild des herrlichen und dankbaren Vaterlands vor die Seele gestellt.