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Erster Band.
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Z 103. Drittes Kapitel: Von den Perserkriegen bis zum Tode des Epaminondas. 229

liches Anschwellen, der orientalischen Flutwelle folgte, die ihren Höhepunktim antalkidischen Frieden (Z 122) erreichte, um von da an sich zurück-zuziehen. Eine andere, ebenfalls ungewollte Folge des entsetzlichen Kampfesbestand darin, daß die Kräfte beider Gegner nach dem jahrzehntelangenRingen so geschwächt wurden, daß auch die Sieger nicht imstande waren, dieleitende Stellung zu behaupten, und daß der zwar siegreiche, aber ausgelebteAdelsstaat der Dorier die Führung der griechischen Welt an einen ganzneuen Faktor abtreten mußte, die schnell sich zur Blüte entwickelnde make-donische Militärmonarchie. Ihr war es beschieden, endgültig die Perserzu überwinden.

Eine dem äußeren Kampfe parallele Bewegung zeigte sich auch aufgeistigem Gebiete. Bis zu den Perserkriegen hatten hier die Dorierund Äolier überall die Führung gehabt (Lyrik, Sophistik). Nach denPerserkriegen begann auch hier der Streit. Das Althergebrachte in Religion,Wissenschaft und Kunst, das die Dorier vertraten, mußte sich hier eben-falls gegen den Ansturm der neuen Ideen der Jonier wehren. DerAusgang dieses Kampfes war dem politischen Endergebnis entgegengesetzt.

Die Jonier ersetzten die alte Volksreligion durch die zu wunderbarer Höheemporsteigende Philosophie, die dorische Wissenschaft mußte weichen, diedorische Kunst verblaßte neben den Erzeugnissen der ionischen. Und in diesemAnsgange des Kampfes liegt beschlossen, daß die makedonischen Führergegen den Orient sich der ionischen Geisteswaffen bedienen mußten, unddaß Athen, obgleich es politisch am Boden lag, doch durch seine Gedankenund Schöpfungen, durch den sogenannten Hellenismus, der eigentlichnur Athens oder der Jonier Größe gewesen ist, den Orient überwand.

Dieser Ausblick zeigt die Bedeutung des großen Kriegs, dessen Aus-D>-^etdenbruch durch den perikleischen Frieden um kurze Zeit hinausgeschoben ward. bündoDas Gleichgewicht, das beide Mächte durch den perikleischen Friedenerlangt hatten, blieb nicht lange bestehen. Die weitausgreifende Politik desPerikles erregte durch ihre Erfolge den Neid der Lakedämonier. Dazukam die wirtschaftliche Umklammerung des peloponnesifchen Bundes durchAthen und seine Bundesgenossen. Ganz Hellas schied sich in zwei Heer-lager, in den attischen Seebund, dem die Inseln und Küstenstädtegezwungen oder. freiwillig angehörten, aus den die Volkspartei aller (auchder feindlichen) Staaten ihre Hoffnungen und ihr Vertrauen setzte unddessen Stärke in seiner bedeutenden Seemacht bestand; und in den pelo-ponnesischen Landbund unter Spartas Führung, dem die dorischenund die meisten äolischen Staaten (wie Böotien, Phokis, Lokris u. a.)anhingen, in dem die aristokratische und konservative Partei der ver-schiedenen Gemeinwesen (auch der ionischen Staaten) ihren Beschützer sah,dessen Zuversicht auf den schwer bewaffneten Hoplitenheeren beruhte. Nurwenige Städte standen beiseite, so Argos, das den Lakedämoniern wegender Besetzung von Kynuria grollte (Z 76), aber sich auch nicht an Athenanschließen mochte. Eifrig wurden auf beiden Seiten die Rüstungenbetrieben, aber vorsichtig wich man einander aus, denn wie Gewitter-schwüle lag es über dem Lande.

Der Bruch trat schließlich, fast ohne Absicht der leitenden Kreise,durch einige Nebenkonsiikte ein. Die Insel K erkyr a (Korfu) war wegen d°s Än.gsder Stadt Epidamnos (Dhrrhachium, Durazzo) an der Küste Jllyriensmit dem Mutterstaat Korinth in Krieg geraten und wendete sich um Unter-