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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 124 .

Wurde den Böotern der Erfolg dadurch vergällt, daß Pelopidas auf demSiegesfelde blieb. Sein Tod machte in Böotien tiefen Eindruck. Inden Landstädten zeigten sich bundesseindliche Neigungen; um ihnen zuvor-zukommen, zogen bewaffnete Haufen Wider Orchomenos, die zweite Stadtdes Landes, wo man eine Aristokratenverfchwörung entdeckt haben wollte,zerstörten sie, ermordeten die Ritter und vornehmen Bürger und führtendie übrigen Bewohner mit Weib und Kind auf den Sklavenmarkt.So verschwand das altberühmte Orchomenos, einst der goldreiche Sitz derMinher (§ 56), aus der Reihe der griechischen Städte. Die nutzlose Zer-störung rief überall große Entrüstung hervor. „Wäre ich zu Hause ge-wesen," klagte Epaminondas, „die Greuelthat wäre nicht verübt worden."AMn Zugleich entstanden Streitigkeiten unter den mit Theben verbündetenArkaden peloponnesischen Staaten. Die Eleer verlangten die Städte wieder, dieMs ihnen die Arkadien seit dem Königsfrieden (Z 122) hatten herausgeben sollen,und setzten sich durch einen Handstreich in deren Besitz. Daraus gingen nundie Arkadien zum Angriff über, besetzten Olympia und die Stadt Elis undbemächtigten sich der Tempelschätze. Jedoch fand dieser Eingriff in dasGesamteigentum der Hellenen selbst bei einer großen Partei der ArkadierWiderspruch. Man schloß mit den Eleern Frieden und behielt nurTriphylien für sich. Damit aber war die Kriegspartei nicht zufrieden;in dem notdürftig zusammengebrachten arkadischen Vundesstaate riß Par-teiung ein und bewirkte, daß sich die einen an die Lakedämonieranschlössen, während die anderen bei Theben Schutz suchten. Als Epami-nondas zum vierten Mal mit Heeresmacht in die Halbinsel einzog, umOrdnung zu stiften, und sich abermals der bestürzten Hauptstadt Lakoniensnäherte, da rafften die Spartaner unter Agesilaos' Leitung alle ihreKräfte zusammen und stellten sich, ermutigt durch die Verteidigung ihrerunbefestigten Stadt und von Athen und den arkadischen Aristokraten^M-n«nei°a" unterstützt, dem thebanischen Feldherrn entgegen. Die blutige Schlacht»62 vonMantineia entschied für die Thebaner, allein ihr Sieg war durchden Tod des Epaminondas teuer erkauft. Ein Wurfspeer war ihm indie Brust gedrungen; erst als er die Niederlage der Feinde erfuhr, ließ ersich die Todeswaffe aus der Wunde ziehen und hauchte seine Heldenseeleaus. Da der große Feldherr gefallen war, konnte Theben nicht mehr^Friede"^daran denken, die Hegemonie zu behaupten. So ward denn ein allgemeiner-°n 8 S 2 Friede geschlossen auf Grund des gegenwärtigen Besitzstandes:Messenien blieb selbständig, Nordarkadien unter Mantineia, Südarkadienunter Megalopolis blieben bestehen. Nur Sparta schloß sich von dem Friedenaus, aber ohne damit etwas zu erreichen.

Mit Epaminondas' Tod brach der stolze politische Bau zusammen,den er aufgerichtet hatte. Die Basis war zu schmal gewesen, und deshalbwar es nicht möglich gewesen, das errichtete Gebäude sicher zu gründen.Der Plan Spartas, die Nation in Atome zu zerreißen, war gelungen; aberdie sich daran knüpfende Absicht, dadurch leichter zu herrschen, hatte dasSchicksal durch die glänzende Episode von Thebens Hegemonie vereitelt.Die allgemeine Erschlaffung, die nunmehr in Griechenland eintrat, machteden Frieden, zu dem der sterbende Epaminondas geraten hatte, notwendig.n"ff-nkri^Zivar versuchte Athen in dem sogenannten Bundesgenossenkrieg die357-W5 abgefallenen Seestaaten wieder zu unterwerfen; allein diese leisteten unterdem Beistand des karischen Königs Maussöllos (Z 131) kräftigen Wider-