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Erster Band.
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Z 124. Drittes Kapitel: Bon den Perserkriegen bis zum Tode des Epaminondas. 267

angeborener Schweigsamkeit am geeigneten Orte eine eindringliche Bered-samkeit. — Bald nach der Schlacht von Leuktra zog Epaminondas in diePeloponnes, um die antispartanische Bewegung zu unterstützen, und nahtesich Lakoniens mauerloser Hauptstadt, die seit füns Jahrhunderten keinenFeind in ihrer Nähe gesehen hatte. Da geriet Sparta in große Not. DieArkadier und Argiver waren zu den Thebanern abgefallen; in den Periöken-städten zeigten sich aufrührerische Regungen; die Heloten waren unsicher.Aber in dieser gefahrvollen Lage bekundete sich des Agesilaos Feldherrn-talent. Die trefflichen Verteidignngsanstalten des alten Königs und dieentschlossene Haltung der Spartaner hielten Epaminondas von feindlichenAngriffen ab. Nachdem er das Land bis zur Südküste verheerend durch-zogen, kehrte er, von Kälte und Mangel gedrängt, wieder nach Mittel-griechenland zurück. Vorher aber suchte er der verhaßten Stadt nocheinen unverwindlichen Schlag zuzufügen, indem er die Autonomie dergriechischen Staaten auch auf das bis dahin noch nie angetasteteMessenien ausdehnte. Er rief die Messenier zur Freiheit aus, gabden aus der Fremde heimkehrenden Nachkommen der alten Bewohnerdas Land ihrer Väter (Z 75) und gründete die Stadt Messene, derdie blutgetränkte Berghohe Jthöme (Z 56) als Burg diente. In kurzemströmten die vertriebenen Messenier scharenweise aus der Fremde zurück,um im heißgeliebten Lande der Väter ihre Wohnung aufzuschlagen; sospröde und abgeschlossen hatte sich ihr Volkscharakter gegen fremde Einflüsseerwiesen, daß die Heimkehrenden in einer fast dreihundertjährigen Ver-bannung nichts an der dorischen Sprache und Sitte eingebüßt hatten.Messeniens Herstellung war die eigentliche Todeswunde für Sparta.

Nach der Rückkehr des Heeres wurden die Böotarchen (die jährlichwechselnden 10 Mitglieder der thebanischen Regierung) von einer neidischenGegenpartei angeklagt, sie hätten ihr Amt länger verwaltet, als dasGesetz gestattete. Da sprach Epaminondas, auf den die übrigen Führerdie Schuld warfen, vor den Richtern: Er sehe ein, daß er das Gesetzverletzt und das Leben verwirkt habe; nur möchten sie auf sein Grabschreiben, daß er deshalb das Gebot übertreten habe und von den Thebanernmit dem Tode bestraft worden sei, weil er in Lakonien eingefallen, Spartabelagert und Messenien hergestellt habe. Zu verurteilen wagte man ihnzwar nicht, aber das nächste Jahr blieb er von den Geschäften ausgeschlossen.Er sollte bald Gelegenheit finden, seine llnentbehrlichkeit zu beweisen:denn der Neid führte Athen und Sparta zu einem Bündnis, das dasGleichgewicht der Mächte erhalten sollte. Zunächst ohne Erfolg: denn unterEpaminondas Leitung geboten die Thebaner in Griechenland, wiederholtenihre Züge nach der Peloponnes und ordneten durch das Schwert oderdurch schiedsrichterliches Einschreiten die verwirrten Verhältnisse inThessalien und Makedonien. Ja, des Epaminondas ehrgeizige Plänegingen sogar dahin, auch zur See die erste Stelle für Böotien zu gewinnen.Er ließ eine große Flotte bauen und unternahm es, an ihrer Spitze imägäischen Meere zu kreuzen. Ihr bloßes Erscheinen brachte den attischenSeebund zum völligen Zerfall. Jedoch blieb dies die einzige Unternehmungzur See. Der neue Thränn von Pherä, Alexander (Z 123), griffum sich und brachte dadurch den thebanischen Bund in Gefahr. Um ihnzu schützen, zog Pelopidas mit dem Heerbann der Böoter aus und brachteAlexander beiKhnoskephalä eine entscheidende Niederlage bei. Freilich

Epaminon-das in derPeloponnes370

Unabhän-

gigkeit

Messeniens

369

Bund

Athens mitSparta369

Die

thebanischs

Flotte

Schlacht beiKynos-kephalä 364