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Erster Band.
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Zweites Buch: Griechische Geschichte.

8 12S.

haftigkeit zu Lande, und damit dem numerisch schwachen Heere der Abend-länder gegenüber den gewaltigen Streitermassen des Orients der Sieg gesichert.mEchie Die Folge des ungeheuren Sieges war die Schassung einerWeltmonarchie. Trotz des hellenischen Sieges wäre der Kamps jedochnutzlos gewesen, da die Zahl der Sieger viel zu klein war, um daseroberte Gebiet auch zu durchdrungen, der Vorteil wäre dem Orientgeblieben, da der Schwerpunkt der neuen Monarchie aus Babylon sielund damit dem neuen Gebilde ein orientalischer Charakter ausgedrückt ward,wenn nicht die Kraft des abendländischen Geistes das Werk, das diemakedonischen Lanzen nicht ganz zu Ende zu bringen vermocht hatten,Hellenismus vollendet hätte. Der Hellenismus, d. h. der attisch-ionische Geist,nahm den Kampf auf. Durch ihn drang die griechische Philosophie vor,drängte die orientalische Religion und Kultur zurück und reichte demindischen Brahmaismus die Hand. Der Hellenismus brachte die Früchteseiner Wissenschaft und belehrte damit die Orientalen; er überschüttete siemit den Gebilden seiner Kunst und lehrte sie „griechisch" verstehen, bistief in das Hochland von Iran hinein. Nicht zum wenigsten aber warenes seine praktischen Gaben, die Kunst der Städteerdauung und Städte-verwaltung, die auch dem erbittertsten Gegner Achtung und Beachtungabnötigten. So war der Hellenismus die stärkste und schärfste Waffe, mitder Alexander focht. Er schützte am nachhaltigsten den Erfolg der make-donischen Waffen und er behauptete den heiß umstrittenen Boden, bis dieRömer kamen. So lange die Hellenen die geistige Grenzwacht hielten, solange der Hellenismus stark und kräftig war, vermochten es die religiösenund politischen Kräfte des Orients nicht, über den Euphrat vorzudringen.Erst als der Hellenismus kraftlos ward und abstarb, erhob sich dasArsakidenreich mit seinem Mazdaismus, kamen die Sassaniden mit demParsismus auf und endlich der größte religiöse Impuls des Orients,der Islam, der die Asiaten weit über den ehemaligen Schauplatz derbisherigen Kämpfe hinaus bis in das Herz Europas tragen sollte. —Maädont-n Nördlich von Griechenland liegt das rauhe Gebirgsland Makedonien(Z 56, 58), dessen Bewohner aus einem Völkergemenge verschiedener Abkunft be-standen, unter dem sich auch einige griechische Stämme befunden haben mögen.Ursprünglich auf den waldigen Berghöhen des skardischen Gebirges (Schar-Dagh)seßhaft, sind die Makedonier allmählich in die Thalebene des Axios und andas Küstenland herabgestiegen und haben ihr Reich ostwärts bis zum Strymonund südwärts bis zu den kambunischen Bergen und an den OlymposKönige ausgedehnt. An der Spitze des Staates standen erbliche Könige aus demHause der Argeaden, die ihr Geschlecht von den Herakliden in Argos her-leiteten und ihren Herrschersitz in Edessa (später Aegae) in der LandschaftEmathia inne hatten. Freilich darf man sich ihre Macht nicht unumschränkt4-°r denken. Denn die Makedonier waren freie Männer, ein Bauernvolk miteigenem Besitz, eigener Gemeindeverfassung und eigenen Gerichten. Das Heergalt als versammeltes Volk, das zur Beratung und zum Gerichte zusammen-gerufen ward. In dem Heere selbst tritt ein zahlreicher Adel, die „Hetairoi"hervor, der zu der Person des Königs in näherer Beziehung stand. GrößereStädte und Handelscentren im griechischen Sinne gab es nicht. Nur an^Einfluß** der Meeresküste lagen hellenische Kolonien, meist Handelsniederlassungen,im bewußten politischen Gegensatze zum Binnenlande, das mit seinerBevölkerung um die Wende des 5. Jahrhunderts noch ganz auf der Stufe desgriechischen Mittelalters stehen geblieben war. Krieg, Jagd und Viehzuchtbildeten die einzige Beschäftigung der rauhen, abgehärteten Männer, die