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Erster Band.
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Z 125.

Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—ISO v. Chr.).

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meistens zu Pferde in den Kamps zogen, nur denjenigen ehrten, der einenFeind erschlagen hatte, und das einfache und einförmige Alltagsleben durchlaute Gelage, Ritterfpiele und prunkvolle Gastmähler unterbrachen. MitTapferkeit verbanden sie List und Verschlagenheit.

Einige Zeit den Persern zinspflichtig, machten sich die Makedonier die Siegeder Griechen zu Nutze, um das fremde Joch abzuschütteln, und Alexander I.,Alexanderr.der Philhellene, erschlug einen Teil des nach der Schlacht bei Platää (8 94) um 4«adurch Makedonien fliehenden Kriegsheeres. Die Nachricht, die er vor demSchlachttage dem spartanischen Feldherrn von dem bevorstehenden Angriffe über-brachte, hatte zu dem Sieg des Pausanias hauptsächlich beigetragen. Durchmehrere einsichtsvolle Könige, besonders durch den klugen Perdikkas II. undP°Easn.durch Archelaos, den Freund hellenischer Kultur und Poesie, bei dem Euri« Archslaospides (8 101) weilte und dem der Maler Zeuxis (8 102) in Pella Palast und ^-essTempel mit Kunstwerken schmückte, war Makedonien durch Einführung desgriechischen Heerwesens und griechischer Einrichtungen dem gebildeten Hellasnäher gerückt worden, nur daß die Freiheit und politische Gleichberechtigungaller Staatsangehörigen keine solche Ausdehnung erhielt wie in Griechenland, zggssM?schon darum nicht, weil die hellenische Bildung nicht Eigentum des gesamtenmakedonischen Volkes wurde, sondern nur die höheren Stände und insbesonderedie Hofwelt berührte. Darum wies auch Sokrates den vorteilhaften Ruf desKönigs stolz zurück. Auf Archelaos, der auf der Jagd durch zwei von Th ron -ihm beleidigte Günstlinge ermordet worden war, folgten nach zwei kurzen Zwischen-regierungen Am h ntasII. und III., unter deren Herrschaft Makedonien durch Thron-AmMasii.kämpfe, Verwirrung und innere Unruhen an den Rand des Unterganges geführtUmyntasni.ward. Nicht nur, daß der König gegen den neuen Bundesstaat der Olhnther ^s-oss(§ 123) seine Hauptstadt Pella einbüßte, bis er mit Hilfe der Spartanerwieder in deren Besitz kam, er hatte auch mit den kriegerischen Jllyriernund den Bewohnern des makedonischen Berglandes zu kämpfen, die einenGegenkönig begünstigten, und konnte nur unter dem Beistande des thessalischenAdels sich in der Herrschaft behaupten. Des Amyntas zwei älteste Söhnestarben nach kurzer Regierung, der erste (Alexander) auf Anstiften seinerSchwiegermutter Eurydike durch die Mörderhand seines Schwagers Ptolemäos,der zweite (Perdikkas) in einer unglücklichen Schlacht Wider die Jllyrier dmas^in.und Hochländer. ssi-sss

Unter solchen Umständen, als äußere Feinde und innere Parteikämpse dieNation zu vernichten drohten, erlangte des Amyntas jüngster Sohn Philipp gAfstfAdie Regierung, ein Mann, der ganz geeignet war, die seit der Schlacht vonMantineia frei gewordene Herrschaft in Griechenland an sich zu reißen. Er hatteeinige Jahre (368—365) als Geisel in Theben gelebt (8 123) und sich sowohlhier als in anderen griechischen Städten mit dem Wesen, den Sitten und derKultur der Hellenen vertraut gemacht; daher liebte und begünstigte er diegriechische Bildung und ihre Pfleger, so sehr er auch im übrigen den Sittenseines Volkes treu blieb und selbst die Trunksucht seines Adels teilte. Philippvereinigte mit der Gewandtheit eines Staatsmannes die Talente eines Feldherrn,die Thätigkeit und Ausdauer eines Kriegers und das großmütige und frei-gebige Wesen eines königlichen Herrschers. Seine politische Klugheit rietihm, den starken, Waffen- und vermögensmächtigen Adel an sich zu ketten, umzu unumschränkter Macht zu gelangen. Den besiegten Völkern ließ er ihreSitten und Einrichtungen und machte ihnen dadurch den Verlust der Freiheitweniger fühlbar. Mit seinem trefflichen Heere, das aus schwer bewaffnetenFußgängern, gewandten Reitern und einer tapferen Garde bestand, konntensich keine Soldtruppen messen. Seine mit langen Lanzen, Schwertern undgroßen Schilden bewaffnete Fußarmee bildete die berühmte Phalanx, deren Phalanxgewaltigem Anprall, wenn sie mit vorgestreckter Lanze anrückte, kein Feind zuwiderstehen vermochte. Im Besitze ansehnlicher Reichtümer, wußte er durch