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Viertes Kapitel: Die makedonische Zeit (360—190 v. Chr.).
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8 138. Eroberung der Ostprovinzen. Befestigung des neuen Reichs.
Als Dareios die Kunde vernahm, daß Alexander die schwer zugänglichenFelsenpässe des persischen Gebirgslandes durchzogen, Susa, „die gold-geschmückte Burg der Kisster", und Persepolis, „die hohe Pforte" derAchämeniden, bezwungen habe und nun zu seiner weiteren Verfolgungin Medien eingerückt sei, floh er, an seinem Glücke verzweifelnd, vonEkbatäna, dem anmutigen Sommersitz der persischen Könige, in dasgebirgige Baktrien, fiel aber dort durch die Mörderhand des treulosenStatthalters Bessos und einiger verräterischer Großen. Für Alexanderkonnte nichts Erwünschteres geschehen; er wurde ohne eigenes Zuthun vonder Person des letzten Perserkönigs befreit und konnte als Rächer der be-leidigten Majestät auftreten. Deshalb stellte er den Mörder, der denKönigstitel angenommen hatte, aber bald daraus von den Makedoniernin Sogdiana besiegt und gefangen ward, in Zariaspa in Baktrien vorein Gericht einheimischer Großen und ließ ihn als Hochverräter nachpersischer Sitte aus Kreuz schlagen. Nachdem Dareios in der Ahnengruftzu Persepolis beigesetzt worden war, galt der makedonische Heldenkönigin den Augen der Perser als sein Erbe und Nachfolger.
Zugleich mit der Niederwerfung des persischen Reichs erfolgte dieDemütigung Spartas, des einzigen griechischen Staates, der sich der make-donischen Herrschaft noch nicht unterworfen hatte. Sofort nach Beginndes großen Krieges waren von Sparta Verhandlungen mit anderen Griechenangeknüpft worden; denn König Agis III. suchte einen großen Bund zubilden, um den Makedoniern in den Rücken zu fallen und so die alteFreiheit wieder zu erlangen. Zu diesem Zwecke nahm er die hellenischenSöldner, die bei Jssos gefochten hatten, in seine Dienste. Jedoch bliebSparta vereinzelt; denn die Nachsicht und das Wohlwollen, das Alexanderauf dem persischen Feldzuge den Hellenen, namentlich den Athenern, be-wiesen hatte, hielt sie ab, an der Erhebung der Spartaner gegen Anti-päter, den von Alexander zurückgelassenen Statthalter Makedoniens, An-teil zu nehmen. Dadurch gelang es diesem, nach der blutigen Schlachtvon Megalopölis, wo Agis mit 5000 der Seinen den Heldentodstarb, des gefährlichen Ausstandes Meister zu werden. Den um Friedenflehenden Spartanern gewährte hieraus der König, damals auf dem Höhe-punkt seines Glücks, abermals Gnade und Vergebung.
Inzwischen setzte Alexander seinen Siegeslauf fort. Durch die beschwer-lichsten Märsche über das schneebedeckte Hindukuschgebirge (den indischenKaukasus), wo die Soldaten dem Hunger und der Anstrengung massen-haft erlagen, gelang es dem kühnen Eroberer, sich in den nächsten zweiJahren der Gebirgsländer im Südosten des kaspischen Sees und an denFlüssen Oxus (Amu) und Jaxartes (Sir), die den Namen Hyrkania,Aria, Baktria und Sogdiana (vgl. § 6^) führten und von streit-baren Volksstämmen iranischen Ursprungs bewohnt waren, zu bemächtigen,durch Anlegung neuer Heerstraßen zugänglich zu machen und dadurch mitden übrigen Ländern zu verbinden. Sein hoher Geist war nicht bloß aufKrieg und Eroberung gerichtet; er wollte auch die wilden, streitbaren Ge-birgsbewohner durch die Macht griechischer Bildung und griechischer Lebens-formen für die neue Ordnung empfänglich machen. Von der ungeheurenAusdehnung dieser Ostprovinzen hatte Alexander freilich keine bestimmteVorstellung, und deshalb mußte auch sein Versuch, die hellenische Kultur
Weber-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Anst. I. 19
Dareioss 330
Nieder-
werfung
Spartas
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Zug nachden Ost-provinzen