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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

Z 232.

Äußersten entschlossen und wollten und boten keine Gnade. Cäsar mußte,wenn nicht alles wieder aufs Spiel gesetzt werden sollte, von Rom fort-ziehen, um seine letzten Feinde in der spanischen Provinz Bätika an-17 . MärzLS zugreifen. In der furchtbaren Schlacht bei Munda, wo beide Teilemit dem Mute der Verzweiflung stritten und Cäsar in der höchsten Gefahrgeschwebt hatte, wurden die letzten Reste der Pompejaner und Republi-kaner vernichtet. Der eine der Söhne, Cnäus, wurde nach der Schlachtauf der Flucht getötet; der überlebende Sextus führte fortan als heimat-loser Flüchling ein unstetes Seeräuberleben, bis auch er zehn Jahre späterin Kleinasien eines gewaltsamen Todes starb (Z 236).

Stellung 8 232. Cäsars Reformen und Alleinherrschaft. Nach Unterwerfungdes südwestlichen Spaniens kehrte Cäsar als Herr und Gebieter desrömischen Reichs nach der Hauptstadt zurück, wo er als „Vater des Vater-landes" begrüßt und von dem demütigen Senat auf Lebenszeit zumDiktator, von dem Volke aber zum Tribun gewählt und mit dererweiterten Aufsicht über die Sitten ausgerüstet wurde. Ja, nichtbloß mit menschlichen Ehren ließ man sich genügen, sondern machte ihnauch zum Gatte und erwies ihm als solchen göttliche Ehren. Die Bezeich-nung „Imperator" aber, die ihm von nun an als ständiger Ehrentitelverblieb, verlor allmählich die Bedeutung eines bloßen Militäramts; siewurde zum Ausdruck der höchsten Amtsgewalt überhaupt (Imperium),vereinigt in der Hand eines vom Senate unabhängigen Volkshauptes,eines Amtes, in welchem die richterliche und administrative Gewalt mitder Heerführung verbunden war. Sogleich machte sich nun Cäsar daran,die neue Monarchie zu organisieren und hat in der kurzen Spanne wenigerJahre fast die ganze Arbeit geleistet, der es bedurfte, um die Mißständejahrhundertelanger Verlotterung zu beseitigen.

Imperium Cäsar suchte unter dem Titel eines Imperators das Wesen und dieMachtbefugnisse des alten Königtums sich anzueignen; die Benennung „König"vermied er zunächst, aus Rücksicht auf die volkstümlichen Antipathien; aber er gingin vielen Stücken auf die Überlieferungen der Königszeit zurück. Die Münzen

Senat wurden mit seinem Brustbild geziert; der Senat, den Cäsar selbst aus den An-hängern der neuen Ordnung, aus ergebenen Männern verschiedener Stände, zumTeil auch aus Provinziellen bildete und auf 900 Mitglieder vermehrte, diente fortanals höchster Reichsrat, den der Imperator benutzte, „um die Gesetze mitihm vorzuberaten und die wichtigeren administrativen Verfügungen durch ihnoder wenigstens unter seinem Namen zu erlassen"; dem altrepublikanischenGeschlechteradel mit seinen Kurienversammlungen fügte er eine große An-zahl neuer Familien bei und schuf somit eine monarchische Nobilität. DasBürgerrecht Bürgerrecht fand eine weitere Ausdehnung wie vorher; die ProvinzCallla transxaäana wurde ganz als römisches Land betrachtet, und so rücktedenn die Grenze Italiens nunmehr bis an den Fuß der Alpen vor. Aucheine Anzahl Gemeinden in Spanien und Gallien, sowie Karthago wurden zurömischen Kolonien (ß 181) mit deren Rechten erhoben. Für die italischen Ge-meinden wurde eine einheitliche Städteordnung gegeben, die sich auch auf Rom selbst

Priester erstreckte. In die geistliche Hierarchie machte Cäsar weniger Eingriffe, nur daßer dasOberpontifikat und die Mitgliedschaft in den drei andern höchstengeistlichen Kollegien mit der Person des Regenten verknüpfte. Ebenso ließ er

Gericht die bisherige Gerichtsord nung bestehen; Senatoren und Ritter teilten sichin die Geschworenenstellen, doch nahm er das Recht in Anspruch, Blutgerichtewie Privatprozesse zu alleiniger und endgültiger Entscheidung an sich zu ziehen;zugleich hatte er kraft seiner tribunizischen Gewalt eine oberrichterliche Befugnis