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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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dem städtischen Gedränge befreit. So errichtete er auf dem Marsfelde die SaeptaJulia, eine neue Verhandlungsstätte für Wahlen und Volksversammlungen, unddas Forum Julium zwischen Kapital und Quirinalis zum besonderen Gerichts-markt. Andere großartige Bauentwürfe blieben unausgeführt. Aber die gesell-schaftlichen Schäden waren zu groß, als daß sie hätten geheilt werden können.Die Einwohner teilten sich in Reiche und Vornehme, und in den besitzlosenProletarierhaufen; der Mittelstand war stark zusammengeschmolzen und nur nochin einzelnen Gegenden Italiens in den Landstädten zu finden. In der UmgegendRoms hatte die Nutzwirtschaft dem unfruchtbaren Luxus Platz machen müssen:wo die alten latinischen Bauernschaften gesäet und geerntet hatten, erhoben sichjetzt die glänzenden Landhäuser, von denen manches den Raum einer mäßigenStadt bedeckte. Im übrigen Italien wog die Gutswirtschaft mit Sklaven-haltung vor und verdrängte die kleinen Bauernhöfe und den freien Landbau.Zwar wurde dadurch der Ackerbau großartiger und blühender, so daß dieDichter mit Recht das schöne Heimatland besingen konnten; aber die kleineBauernwirtschaft der alten Zeit ging darüber zu Grunde, und zwischen demreichen Kapitalisten und dem rechtlosen Sklaven- und Bettlerhaufen gähnte einfurchtbarer Abgrund. Die alten Landstädte Italiens sanken zu verlassenenDörfern herab; die früher so zahlreiche italische Bevölkerung, die kein Landund Brot mehr in der Heimat fand, strömte in die Hauptstadt ab, um dieewig hungernden Proletariermassen zu vermehren, während eine aus der Fremdeherbeigezogene Bevölkerung von Sklaven, Freigelassenen und Händlern sich mehrund mehr über ganz Italien ausbreitete. Anscheinend erlebte Italien damalseine noch nie dagewesene Blütezeit, aber der sich immer höher steigerndeReichtum, der alle mittleren Existenzen vernichtete, blieb dem durchdringendenAuge Cäsars in feiner Verderblichkeit nicht verborgen. Cäsar suchte nach Kräftender Kapitalübermacht zu wehren, teils durch Aufhebung der persönlichen Schuld-knechtschaft, teils durch ein Gesetz, wonach die rückständigen Zinsen nieder-geschlagen und die gezahlten vom Kapital abgezogen wurden, teils durch dasGebot an Viehzüchter und Grundbesitzer, den dritten Teil ihrer Hirten undAckerbauer aus freigeborenen Männern zu nehmen. Zugleich suchte er durchgesetzliche Bestimmung dem Luxus und der Verschwendung ein Ziel zu setzenund der allzu langen Abwesenheit der Reichen von Italien zu begegnen. NeueGemeindeordnungen sollten die verödeten und verfallenen Landstädte wieder indie Höhe bringen, Straßen, Kanäle und Verkehrserleichterungen Handel undGewerbethätigkeit fördern. Um der Entvölkerung Italiens entgegenzutreten,die hauptsächlich durch die Umwandlung des Ackerlandes in Viehweide herbei-geführt wurde, betrieb er die Ansiedlung alter Soldaten als Kolonisten mitkleinem Grundbesitz und unterstützte die Väter zahlreicher Familien mit außer-ordentlichen Belohnungen.
sAwaltung Der größte Wohlthäter ward Cäsar aber für die Provinzen, derenvinzen' er dreizehn übernahm (die beiden Spanien, die transalpinische xrovineia EaUia, dasdiesseitige Gallien mit Jllyrikum, Makedonien und Griechenland, Sicilien,Sardinien und Korsika, die Provinz Asien, Bithynien und Pontus, Cilicienmit Cypern, Syrien, Kreta mit Kyrene, die Provinz Afrika). Diese vermehrteer auf siebzehn, indem er von dem diesseitigen Gallien Jllyrikum abtrennte undzu einem besonderen Sprengel machte und der Gesamtheit die Provinzen deslugdunensischen Galliens, Aquitaniens und Belgiens hinzufügte. Nirgends hatte dierömische Oligarchie fürchterlicher gehaust, als in den unterthänigen Landen. Nichtdie parteiische Rechtspflege und die einfache Willkür der Tyrannen und Satrapenhatte jemals so vernichtend gewirkt, als das alles frische Leben niedermähendeSteuersystem der römischen Kapitalistenvereine. Hier griff Cäsar durch undgestaltete die Verwaltung völlig um. Die neuen Statthalter waren kaiserlicheBeamte, und gegen die neuen Oberbeamten wurde das alte Gesetz gegen Er-pressungen (§ 202) mit unnachsichtiger Strenge gehandhabt.