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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

§ 261.

Diokletian war im Orient glücklicher; denn es gelang ihm, durchdiplomatische Künste den Tiridates auf den armenischen Thron zu setzen undP-rier den Perserkönig von zwei Seiten im Schach zu halten. Die Perser, die alten296 Reichsfeinde, bekämpften anfangs mit Erfolg die römischen Truppen desGalerius und trieben sie nach Syrien zurück. Da zog Diokletian, der soebenWs in Ägypten, das sich unter Achilleus empört hatte, mit großer Härte undunerbittlicher Strenge die Ordnung und das kaiserliche Ansehen wieder her-gestellt hatte, dem heranrückenden geschlagenen Heere entgegen. Die Perserwurden von neuem besiegt und zur Abtretung von Mesopotamien gezwungen,und Diokletian schützte die neuen Grenzen durch Lagerburgen und Schlösser.

BeÄttung Zwanzig Jahre lang waltete Diokletian mit Kraft und Geschicklich-reit über das Reich, durch seinen überlegenen Geist und seine imponierendePersönlichkeit die anderen Regierungsgenossen zum einträchtigen Zusammen-wirken und zur ehrerbietigen Haltung gegen ihn selbst zwingend. ImInnern verbesserte er die Gerechtigkeitspflege und die Gesetze des Marktesund Verkehrs; er beschäftigte Künstler und Handwerker durch Errichtungstattlicher Gebäude, Paläste, Tempel und Thermen (Diokletiansthermen);er begünstigte Wissenschaft und Bildung z. B. dadurch, daß er die Heraus-gabe eines Teiles der späteren Umtorm ^uZusta (Z 270), der Kaisergeschichtevon Hadrian bis auf seine Zeit, veranlaßte. Aber sein doktrinäres Thun trugvielfach den Stempel der Willkür; die Festsetzung eines höchsten Markt-preises (Maximum) für alle Löhne und Lebensmittel war ein unerträglicherEingriff in das Eigentumsrecht und die Selbstbestimmung. Trotzdem darfman behaupten, daß er überall das Beste gewollt hat und vor allem dieöffentlichen Lasten gleichmäßig zu verteilen strebte; freilich konnte er es nichtverhindern, daß immer wieder die Hauptlast auf die Schultern der bäuer-lichen Bevölkerung fiel. Auch für die Rechtspflege that der Kaiser dasSeine, indem er eine ganze Anzahl Edikte neu herausgab und die altenkodifizieren ließ.

««fölgung Ein Mann von gewaltiger Kraft und Majestät, und nicht freivon einem Anslug religiöser Schwärmerei für die heidnische Götter-welt, wollte Diokletian selbst als Gott, als olympischer Juppiter erscheinen,in dessen Gestalt er einst im heiligen Haine bei Antiochia den Vorsitz beiden Festspielen geführt hatte. Die alte Reichsreligion, die so innig mit demganzen Staatsorganismus verflochten war und als deren Hüter er sichansah, sollte wieder den früheren Glanz erhalten und das mächtig auf-strebende Christentum unterdrückt werden. Hierbei stimmten ihm vieleAnhänger des alten heidnischen Staates zu, die in den Christen einenStaat im Staate erblickten und davon gefährliche politische Folgen er-warteten. So hat denn Diokletian die planmäßigste und schwerste Ver-folgung über die Christen verhängt (II, 8 2). Die Zahl der Hingerichtetensos Bekenner, die infolge der drei gegen sie gerichteten Edikte Diokletians ihrLeben verloren, betrug weit über 2000; trotzdem gelang es weder ihm,noch dem Galerius, der die Hauptschuld an der Verfolgung trug, dasChristentum zu brechen. Der Tag war nicht mehr fern, wo es daSHeidentum als Staatsreligion ersetzen sollte.

Kränkung Noch Wütete das Schwert der Verfolgung unter den Bekennern Christi,Augusu als Diokletian, nachdem er zur Feier seiner zwanzigjährigen Regierunggemeinschaftlich mit Maximian den letzten Triumph in Rom gehalten hatte,zugleich mit diesem in einem feierlichen Abdankungsakte dem Throne