H g. Erstes Kapitel: Die großen Entdeckungen. 15
Moundbuildcrs, d. h. der Erbauer der großen im ganzen Gebiete zwischen Missouri undAllcghanieS vorkommenden Erdhügel, die man einer verschwundenen Kulturnation zuschrieb;indes es ist wahrscheinlich, daß diese den verschiedensten Zwecken «Verteidigung, Gottesdienst,Beerdigung u. a.) dienenden Hügel (Mounds) nicht aus ein altes ausgestorbenes Volkzurückgehen, sondern eben von den Stämmen gebaut sind, in deren Gebiet sie sich finden.Südlich der Algonkin wohnten die Muskoki (so der einheimische Name, von den Eng-ländern Creek genannt), die von allen Indianern des östlichen Nordamerikas die festestenWohnsitze zu bauen verstanden, und die Natchez; westlich von den Algonkin saßen dieSroux (Nadowessier, mit einheimischem NamenWakota), die später den Ansiedlern so vielSchwierigkeiten bereiteten, und südlich von diesen die Pawnee.
Unter den Nordwestindianern hat man eine Reihe verwandter Stämme alsAthabasken (Tinneh) zusammengefaßt; sie wohnten in Alaska und bis zur Hudsonbai,doch gehören zu ihnen auch die wilden Apachen und Navajo in den Grenzgebieten derUnion und Mexikos. An die nördlichen Tinneh schließen die Tlinkit (Koljuschen),Haidah und eine Reihe anderer Stämme an, unter ihnen die Selish und die Shoshoni(Schlangenindianer). Allen westlichen Indianern eigentümlich ist die Einrichtung desTotems; es ist dies das Symbol des Stammes, meist das Bild eines Tieres, das alsSchutzgeist des Stammes gilt; diese Totems wurden als Fetische verehrt.
Als dritte Hauptgruppe folgten südlich von den Nordwestindianern die Pueblo-Jndianer, im heutigen Neumexiko und Arizona. Sie haben ihren Namen von denDörfern (span.: xnsblos), in denen sie wohnten, und zeigen im ganzen eine nicht unbeträchtlichhöhere Kulturstufe als die bisher genannten Stämme. Viel bewundert sind die von ihnenaufgeführten Bauten, am meisten die sogenannten Cliff-Dwcllers, die hineingebaut waren indie weiten und künstlich vergrößerten Höhlungen der steil zum Flusse abfallenden Berghänge;eigenartig ist auch das halb unter der Erde angelegte Versammlungsyaus, von den Ein-geborenen Kiwa, von den Spaniern mißverständlich sstnku (Ofen) genannt; es lag abseitsvon den Pueblos und diente für gemeinsame Beratungen und religiöse Verrichtungen. Inder Töpferei waren die Pueblo-Jndianer wohl bewandert, verstanden auch Federkleider her-zustellen und hatten für den Ackerbau künstliche Bewässerungsanlagen; in der Religionspielte die Verehrung der gefiederten Schlange als des guten Gottes eine große Rolle.Alte Beziehungen zwischen der Kultur der Pueblo-Jndianer und der Zentralamerikaswerden gewiß bestanden haben, wenn auch die letztere nicht auf jene zurückgeführtwerden darf.
Unter den eigentlichen Kulturvölkern Zentralamerikas nahmen die Maha dieerste Stelle ein; sie sind die Begründer jener hochentwickelten Kultur, die den Spaniern beiden Azteken Mexikos entgegentrat und auf Grund mexikanischer Tradition fälschlich einemälteren Volke, den Tolteken, zugeschrieben wurde. Als Sitz der Maya sind anzusehen dieHalbinsel Hucatan, Guatemala (hier die Reiche der Quichs), Teile von Salvador undHonduras, sowie die mexikanischen Staaten Chiapas und Tabasco. Es bestanden einegroße Anzahl kleiner Staaten; ein wirklich großes Reich zu gründen, ist den Maya ebensowenig wie andern Indianern gelungen, nur das Herrschergeschlecht der Cocomes hat, abererst verhältnismäßig spät, von der in Pucatan gelegenen Stadt Mayapan aus zeitweiligeine Art Vorherrschaft über Nachbarreiche besessen. Die imponierendsten Reste der Maya-kultur sind die im Urwald schlummernden gewaltigen Ruinen ihrer zahlreichen Städte, dieTrümmer der großartigen Tempel. Es waren das auf natürlichen oder künstlichen Hügelnerbaute, in Stockwerken aufsteigende Pyramiden; die Wände waren geschmückt mit sehrreichen Reliefs, die allerhand Gestalten (Götter, Priester), vielverschlungene Ornamente undInschriften zeigen. Die letzteren bestehen in Hieroglyphen, d. h. Bildern, mit denen dieDinge bezeichnet wurden, doch ist diese Hieroglhphenschrist, die auch in Handschriften über-liefert ist, noch nicht entziffert. Erforscht sind dagegen die Zahlzeichen, die in einfachsterWeise die Schreibung der größten Zahlen ermöglichen. Der Kalender der Maha gründetesich auf das genau zu 365 ^4 Tag berechnete Sonnenjahr, astronomische Beobachtungenwurden von der sehr zahlreichen und sehr mächtigen Priesterschaft vorgenommen. DieReligion ruhte, wie jede Naturreligion, auf der Verehrung der Sonne und dem GegensatzZwischen Licht und Finsternis. Der Name des Sonnengottes war Kukulkan, sein Symboleine gefiederte Schlange, die man auf den Blitz und fruchtbaren Gewitterregen gedeutet hat.Da die Sonne im Osten aufgeht, so sollte dieser Gott, der Bringer aller Kultur, von Ostenzu Schiff über das Meer gekommen sein; zu kämpfen hat er mit den Mächten der Finster-nis, denen er zeitweilig unterliegt. Beim Kultus wurden Räucheropfer dargebracht, Menschen-opfer kamen nur äußerst selten vor. Neben dem Ackerbau pflegten die Maya auch HandelUnd Schiffahrt und legten Kunststraßen für den Landverkehr an.
Nordmsst-
indianer
Pueblo-
indianer
Maya