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Erstes Kapitel: Die großen Entdeckungen.
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des Heeres, wurden auch in Fällen von Mißwachs und Not verwandt. Für all das, dieKontrolle der Arbeit usw., waren natürlich viele Beamte nötig und eine gewisse Statistik:dazu bedienten sich die Peruaner farbiger Knotenschnüre, Onipu genannt, die man aberWohl nicht als Ersatz der fehlenden Schrift ansehen kann. ., ,. . ,
Die so organisierte Arbeit hat das Land auf eine sehr ansthnlrche Kulturhöhe geführt.Die Bebauung war, wie schon gesagt, sehr intensiv; hervorragend waren die Erzeugnisse derWeberei und Töpferei; die Paläste und Tempel, deren Wände mit Platten aus Edelmetallgeschmückt wurden, waren sehr ausgedehnt und prächtig, besonders die in Cuzco und aufden Inseln des Titicacasees; in Cuzco gab es eine Wasserleitung, die gutes Trmkwasser lieferte;feste Stein- oder Hängebrücken überspannten Flüsse und Schluchten; gepflasterte, noch heutebrauchbare Straßen durchzogen, zuerst wohl als Militärstraßen angelegt, das Land; m be-stimmten Abständen waren Unterkunftshäuser errichtet, in denen Läufer und Lasttieresür den öffentlichen Nachrichtendienst und Warentransport stationiert waren. Für die Inka-kaste, deren Mitglieder angeblich alle von Manco Capac und Mama Ocllo abstammten,gab es auch Schulen zur körperlichen und geistigen Ausbildung, und erst nach Ablegungeiner Prüfung trat der Jnkajüngling in die Vorrechte seiner Geburt ein; als Abzeichenerhielt er dann einen goldenen Ohrschmuck, der die Ohrläppchen so verlängerte, daß dieSpanier die Mitglieder der Jnkakaste Orszouss (Großohren) nannten. Die Prüfungenfanden ihren Abschluß in einem großen Feste; andere Feste, bei denen wie an der Arbeitdas ganze Volk am frohen Genuß teilnahm, hingen mit dem Sonnenkultus zusammen.Das Hauptfest war das Wintersonnwendfest (21. Juni).
Im Sonnenkultus verband sich die Verehrung des Sonnengottes mit der desInka, des Sonnensohnes; im Sonnentempel befand sich als Symbol des Gottes eine großegoldene, strahlenumgebene Scheibe, außerdem aber. saßen die Mumien der verstorbenenHerrscher im Haupttempel zu Cuzco. Daneben gab es Heiligtümer sür den Mond miteiner großen silbernen Scheibe und andere Gestirne, auch haben die Pernaner Gottheitender unterworfenen Stämme geduldet, z. B. einen Steinkultus. Reben dem Inka besorgtenPriester den Kultus, bei den Festen wirkten auch die Sonnenjungfrauen mit, die in klöster-licher Abgeschiedenheit ein arbeitsames Leben führten, ihre Keuschheit bewahren mußten undin hohen Ehren standen; in gleicher Weise lebten die für den Haushalt des Inkaerwählten Jungfrauen, nur konnte der Inka aus ihnen Beischläferinnen wählen: er ist ebeneine Art Gott.
Bei der Bedeutung, die die Sonne und der Sonnensohn für die soziale, wirtschaftlicheund politische Organisation hatte, ist es begreiflich, daß Reinheit des Blutes für den Inkaäußerst wichtig erschien. Deshalb sollte die rechtmäßige Gemahlin (Coya) des Inka, dieMutter des Nachfolgers, aus dem Stamme der Inka sein, womöglich die eigne Schwester.So hatte auch der vorletzte Inka, Hnayna Capac, der von 1475—1528 regierte, sichordnungsmäßig in Cuzco mit seiner Schwester vermählt und hatte von ihr einen Sohnnamens Huascar; er hatte aber daneben nach der Eroberung Quitos die Tochter des letztenHerrschers dieses Landes zur Gemahlin genommen. Sie schenkte ihm den Atah-ualpa, undHuayna Capac, der meist in Quito weilte, suchte diesem eine Herrschaft zu hinterlassen.Die heilige Thronfolge in Cuzco zu vernichten, wagte er nicht; Huascar sollte deshalb Inkawerden, aber neben ihm sollte Atahualpa das eroberte Quito als selbständiges Reich er-halten. Diese Bestimmung wurde die Ursache schwerer Wirren. Als Huayna in Quito ge-storben war, erschien Atahualpa, an den von Cuzco aus die Forderung ergangen war, demneuen Inka zu huldigen, mit Heeresmacht vor Cuzco, besiegte Huascars Truppen, nahmdiesen selbst gefangen und wütete blutig gegen die ihm feindlichen echten Inka. ImAugenblick dieser den Staat aufs tiefste erschütternden Revolution erschienen die Spanier.
Huayna
Capac
I475-152L
152S
1S32
3. Die spanischen Konquistadoren.
§ 11. Die Eroberung Mexikos. Auf den westindischen Inseln hattendie Spanier keinen nennenswerten Widerstand gefunden; mit brutalerRücksichtslosigkeit hatten sie ihre natürliche Überlegenheit über die nackten,auf tiefster Kulturstufe stehenden Insulaner ausgenutzt und mit derKnechtung der Bewohner ihre Herrschaft begründet. Das wurde anders,als sie auf dem Festland Amerikas mit den Völkern zusammenstießen, dieein geordnetes Staatswesen besaßen und durch ihre alte Kultur in manchenBeziehungen den Spaniern ebenbürtig waren. Damit beginnt die Zeit