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Dritter Band.
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Sechstes Kapitel: Die reformierte Kirche.

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74 .

Grundgedanken seines Lebens und Strebens fest: sie sind auch nicht mitihm gestorben, sondern haben die Politik seiner spanischen Nachfolger nochein Jahrhundert lang beherrscht. „ ^ . ., . .

Es wird erzählt, daß er in der Einsamkeit von Sän Yuste versucht habe, zweiUhren in völlig gleichen Gang zu bringen und daß er beim Mchlmgen dieses Versuchs ge-sagt habe- „Ich Tor, nicht einmal zwei Uhren sann ich in gleichen Gang bringen, undwollte es bei so vielen Völkern tun." Wäre das wahr, so wiese das daraus hm, daß ihmZweifel an der Berechtigung seiner Ziele gekommen seien, aber die Erzählung ist Sage.

Er hat vielmehr bedauert, Luthern in Worms das Geleit gehalten, rhn nicht wre Hus mKonstanz behandelt zu haben, und hat seinem Sohn stets die gewaltsame Unterdrückung derauch nach Spanien dringenden Ketzerei empfohlen. ^ - , ,

Die deutschen Besitzungen verblieben seinem Bruder Ferdinand 1. s-rdw-ndi.Nach langen Verhandlungen wurde dieser von den Fürsten zum Kaisergewählt; in der Wahlkapitulation verpflichtete er sich, den Religions-W.st-b-.wWfrieden zu beobachten, den Landfrieden nach der erneuerten Kammer-gerichtsordnung zu handhaben und nie ohne den Rat und Willen derStände zu regieren.

Sechstes Kapitel.

Die reformierte Kirche.

8 74. Die Reformation in Frankreich und Calvins erstes Auf- roin-mM-»treten. Während der deutsche Protestantismus Luthers sich zwar Duldungerkämpfte, aber die starke Angriffskrast seiner ersten Jahre einbüßte, derdeutsch-schweizerische Zwinglis nach der Kappeler Schlacht (Z 53) zumStillstand kam, entstand auf romanischem Boden eine dritte Formder Reformation, die mit rücksichtsloser Entschiedenheit der altenKirche entgegentrat und auf lange hinaus die eigentliche Trägerin desKampfes gegen Rom wurde. Ihr Geburtsland ist Frankreich, dieStätte ihrer Ausbildung Genf. Es zeigt sich hierbei der Unterschieddeutschen und romanischen Wesens: die durchaus persönlicheinnerliche Religiosität des deutschen Gemüts entsprach dem Autoritäts-bedürfnis des romanischen Geistes nicht; erst eine Reformation, die anStelle der gebrochenen Autorität der katholischen Kirche eine ähnlich un-bedingte Norm setzte, konnte Boden in der romanischen Welt gewinnen.

Nur den Anstoß empfing diese romanische Reformation von der deutschen,dann ging sie ihre eigenen Wege.

Da auch in Frankreich die Schäden der alten Kirche längst erkannt und ge-geißelt worden waren und der Humanismus ein sehr reges geistiges Leben erweckthatte (Z 89), fand dort auch die lutherische Bewegung Widerhall, jedoch nichtso sehr in der breiten Masse des Volkes, als in den geistig hochstehenden Kreisen.

Groß war aber die Zahl der Anhänger nicht; es gehörten dazu u. a. d,e Schwesterdes Königs, die durch ihre eleganten Erzählungen berühmte Königin Margaretevon Navarra (ß 96), ferner Wilhelm von Brchonnet, der Bischof von Meaux, dereinen Kreis lutherisch Gesinnter, darunter Wilhelm Farel (ß 75), um sich scharte,und Louis de Berquin, der Übersetzer lutherischer Schriften. Franz I. hat dieProtestanten mit Härte unterdrückt (H 139), und das veranlaßte mehrere zurAuswanderung; der bedeutendste von diesen war Calvin.

Johann Calvin (Jean Cauvin), geboren am 10. Juli 1509 zu Noyonm der Picardie, besuchte in Paris das Kollegium Montaigu , wo wenige 27 . M»,

Jahre später auch Jgnaz von Lohvla (§ 109) den Grund zu seiner Bildung ^

Luthertumin Frank-reich