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Dritter Band.
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Neuntes Kapitel: Literatur und Kunst (bis 1555).

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kontnniana. in Neapel unter Alfons V., oder am Sitze des Papsttums, so die llcmäsmiauntignariu für italienische Altertümer. Sie wurde unter Paul II. der Ketzerei verdächtigt,entsagte darum öffentlicher Wirksamkeit und ging schließlich 1550 ganz ein. Erst zu Bene-dikts XIV. Zeit erstand sie von neuem. Schon in diesen Kreisen war es nicht ohne Spielund Tändelei mit altgriechischen und altrömischen Formen, Namen und Einrichtungen ab-gegangen. Je mehr nun die wissenschaftliche Richtung gegen die Pflege der Ästhetik undDrchtkunst zurücktrat, um so mehr bildete sich allmählich ein eigentümliches Klub- und Cliquen-."A."ä"rBeherrschung Geschmackes und der Literatur aus, an dem sich ganz Italien mitsüdlicher Leidenschaft beteiligte. Klüglich genug stand es freilich mit dem Witze der Italienernoch im Jahrhunderte Ariosts und Tassos. Das zeigen die unglaubliche Kleinmeisterei und dieläppischen Scherze, die an diesen Pflegstätten der Kunst und Wissenschaft zu Hause waren.

Schon die Namen geben einen Borgeschmack. Neben den bedeutenderen Akademien OsIInOrnsvL in Florenz (II, Z 330) und Osi Rosm (der Ungeschlachten) in Siena, die vonLeo X. zur Belebung des komischen Theaters nach Rom verlegt wurde, gab es „Hitzige" inBologna, „Ungestalte" und „Wilde" in Ravenna, „Verirrte" in Faenza, „Eintönige" und„Unsinnige" in Perugia, „Stumpfe" in Spoleto, „Betäubte" in Urbino, und so hegteschließlich fast jedes Winkelstüdtchen in seinem Mauerringe eine oder mehrere solcher Ver-brüderungen, die einander in der Ehre eines sinnlosen und abgeschmackten Aushängeschildesnichts nachgaben.

Auch Frankreich nahm teil an der Wiedergeburt der Künste und FrankreichWissenschaften. Gelehrte, Dichter und Künstler kamen über die Alpen in diereichen, gebildeten Städte an der Seine, Loire und Rhone, wo sie mit offenenArmen aufgenommen und mit Geld und Ehren belohnt wurden. Leonardo daVinci (ß 101), Benvenuto Cellini (ß 100) erfreuten sich der Gunst des KönigsFranz I. (ß 139). Baumeister, Bildhauer und Maler waren in allen Städten be-schäftigt. Sprachkenner, Ärzte und Rechtsgelehrte wie Laskaris, Scaliger, Alciativerbrachten einen Teil ihres Lebens in Frankreich und machten Schule. So wurdeGallien die gelehrige Tochter Italiens. Der Humanismus fand begeisterte Jünger,die den höchsten Lebenskreisen angehörten und sich der Huld des Fürsten und derFörderung durch den Adel rühmen durften. Die vier Brüder Du Bellay,deren einer den Kardinalshut erlangte, waren Kenner der griechischen Spracheund Literatur, die sie auf alle Weise zu verbreiten suchten. Wilhelm Budäuswurde wegen seiner umfassenden Kenntnisse selbst von Erasmus bewundert.

Bald hatte Frankreich die gründlichsten Gelehrten auszuweisen, wie in derSprachenkunde Henricus Stephanus, Joseph Scaliger und Jsaac Casau -bonus, in der Rechtswissenschaft Cujacius, auf dem Felde der scholastisch-aristotelischen Philosophie Ramäe, endlich in der Geschichte Thuanus.

Guillaume Bude (Budäus), Geheimschreiber Ludwigs XII. und königlicher Biblioihekar, wurde durch seine wissenschaftlichen Werke eine Zierde der gelehrten Welt seinesVaterlandes. — Ein zweiter Pariser, Robertus Stephanus (Dstionns), vergrößerte den RobsrtusRuhm seiner vom Vater überkommenen Druckerei außer durch Sprachlehren und Bibeltexte ison—isssbesonders mit dem selbstverfaßten Tbssanrns liiiAnas Istinas (Wortschatz der lateinischenSprache), dem sein gelehrter und namhafterer Sohn und Nachfolger im Buchdrucke, Henricus HenricusStephanus (8 191,2), den nicht minder wertvollen TAsss-urno linAuas Araooas (Wort- wW—IM8schätz der griechischen Sprache) und eine lange Reihe klassischer Schriftwerke hinzufügte. —

Josephus Justus Scaliger, der Sohn des erwähnten Arztes Scaliger, ist in Agen ge- I. I-Sca-boren. Auf längeren Bildungsreisen und durch ausgedehnte Studien, auch des Rechts iszo^wogunter Cujacius, erwarb er außerordentliche Kenntnisse, die er in zahlreichen Klassiker-ausgaben, Abhandlungen zur Münz- und Schristenkunde, sowie für seine Jnschriften-sammlungen nutzbar machte. Sein Hauptwerk bleibt jedoch die Arbeit über die Zeitrechnungim Altertume, die für diesen Zweig der Forschung erst den zuverlässigen Grund legte.

Daß in der Geschichte der Sprachwissenschaft von einem französischen Zeitraume gesprochenwerden kann, ist wesentlich sein und des Jsaac Casaubonus G 191,2) Verdienst. Pro-sessor in seiner Heimat Genf, folgte Casaubonus dem Rufe an französische Universitäten,schließlich nach Paris. Hier mußte Heinrich IV. den wegen seines Bekenntnisses Angefein-deten durch die Bestallung als königlicher Biblvthekar schützen. Nach des Königs Tode ent-wich Casaubonus nach London, wo er seine wissenschaftliche Schriftstellerei fortsetzte und isiosein Verständnis des Altertums, wie sein scharfsinniges Urteil weiterhin durch allgemeinWeber,-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Aufl. III. 9