Band 
Dritter Band.
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Erstes Buch: Das Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation.

104.

Q. MassysUM 2466—1530

I. Mafsys1509-1575M. van Roy-niersrvaleum 1520-1560I. Patinirum 1500—1524HerrideBlesum 1480—1521P. Bruegheld. ii.um 1525—1569P. Bruegheld. j.

UM 1504-1688I. Bruegheld. ä.

1568—1625

P. Bril1554-1626

Brüssel, Arras (daher arra^i genannt) u. a. O. hergestellt, besitzt das Historische Museumin Bern, darunter Beutestücke aus der Schlacht von Nancy.

Im 16. Jahrhundert macht sich der Einfluß Italiens geltend: es zweigt sich vonder nationalen niederländischen Kunst eine Gruppe italisierender Künstler ab. Zu jenerzählen: der geniale Quinten Massys, ursprünglich Kunstschmied, Maler großfigurigerAltargemälde und Genrebilder (Triptychon mit Pietä, h. Sippe und Grablegung in Brüsselund Antwerpen, Thronende Madonna, S. Hieronymus in Berlin, Maria mit David undAugustus in der Eremitage, der Geldwechsler und seine Frau im Louvre, Bildnis desPetrus Ägidius in Longford Castle, des Jean Carondelet in der Münchener Pinakothek).Sein Sohn Jean Massys und Marinus van Roymerswale sind durch zahlreicheWiederholungen ihrer halbfigurigen Genrebilder (Geldwechsler und Geizhalse) bekannt ge-worden. Joachim Patinir belebt seine Landschaften mit Personen der h. Geschichte:Taufe Christi (Wien), Ruhe auf der Flucht (Berlin), Flucht nach Ägypten (Antwerpen),S. Hieronymus (Karlsruhe). Hendrik met de Bles (oder Civetta, das Käuzchen, so ge-nannt nach seinem Malerzeichen) bildet sich an Patinir: Anbetung der Könige (München),Kreuzigung (London), Krämer und Affen (Dresden), Landschaftliches in Wien, London,Madrid. Der volkstümliche Pieter Brueghel d- ä., der „Bauernbrueghel" (aus Brueghelbei Breda), verwandte auch biblische Stoffe (Kreuztragung mit zweihundert Figuren, Wien)und Allegorien (die Blinden und die Lahmen, Neapel), sonst nahm er Szenen aus demBauernleben zu Borwürfen (Dresden, Wien), daneben zahlreiche Kupferstiche nach seinenallegorischen Zeichnungen. Seine Söhne: Pieter Brueghel d. j., der „Höllenbrueghel",von dessen Höllenbildern indes keines mehr vorhanden ist (Predigt des Täufers, München),Kreuztragung (Uffizien, Galerien von Berlin und Antwerpen). Jan Brueghel d. ü.der „Sammetbrueghel" (nach seiner Kleidung) oder „Blumenbrueghel", ist trefflich im Genre,im Tier- und Blumenstücke, zu denen ihm andere (z. B. Rubens) die Figuren lieferten:Paradies (Mauritshuis im Haag, Berlin, im Prado und im Louvre), Amalekiterschlacht,Landschaften (Dresden), die vier Elemente (Galerie Doria, Rom). Der LandschaftsmalerPaul Bril laßt die Venezianer und die Caracci auf sich einwirken und schlägt bereitsdie Brücke zur stilisierten Landschaft: Fresken im Vatikan, im Palazzo Rospigliosi, Bilderin Dresden, im Louvre und im Palazzo Pitti.

I 58 z' In Holland ist der vielseitige und fruchtbare Maler und Kupferstecher Lucas vanLeyden der Hauptvertreter der nationalen Richtung und zugleich der erste einheimischeGenremaler, der den eckigen und herben Formen einen weichen und flüssigen Farbenanstragentgegensetzt: Triptychon mit dem Jüngsten Gericht (Leiden), Diptychon mit Madonna unddem Kinde, h. Magdalena und Verkündigung (München), H- Hieronymus, Schachpartie(Berlin), Moses (Galerie Borghese, Rom), Spielgesellschaft (Wilton House), Heilung desBlinden (Eremitage), Stiche (an 180) und Holzschnittzeichnungen, später von Dürers undMarcantons Arbeiten beeinflußt: das große Ecce Homo, der verlorene Sohn, Anbetungder Könige, Bildnis Kaiser Maximilians, Passionssolge, der Chirurg, der Zahnarzt, Sünden-H- fall, Mars und Venus u. a. Der phantastische Hieronymus Bosch (van Aken aus1516 Herzogenbusch) malt mit Vorliebe Spuk- und Höllenszenen (Jüngstes Gericht in Wien, An-betung der Könige im Prado).

Das Studium der Italiener führte bald zur Übernahme fremder Formen, die einer-seits zur Hebung und Belebung des künstlerischen Geschmacks beitrugen, anderseits aber, beiunverstandener Aneignung, Hohlheit und Manierismus erzeugten. Die besten dieser GruppeMabuse'umstnd Jan Gossaert, gen. I. van Mabuse, aus Mabeuge, dessen Eigenart später in1410—1541 Leonardos und Michelangelos Machtsphäre untergeht: Triptychon (Maria mit Engeln undHeiligen) in Palermo, Anbetung der Könige bei Lord Carlisle in Howard Castle, Lukasmalt die Madonna (Übergangswerk, im Präger Dom), Adam und Eva, Neptun und Amphi-trite (lebensgroße Akte, in Berlin), Darms (München); treffliche Bildnisse: Jean Carondelet(Louvre), Philipp von Burgund (Ryksmuseum in Amsterdam). Barend (Bernaert) van—1541 Orleh, Hofmaler der Statthalterinnen Margarete von Österreich und Maria von Ungarn,gibt sich ganz in den Bann der römischen Hochrenaissance: Thomas-Altar in der WienerGalerie, Pietä und Hiobs Leiden (Brüsseler Museum), Ruhe auf der Flucht (Liverpool),M. vanCoxie Jüngstes Gericht (Jakobskirche in Antwerpen), S. Norbert (München). Sein Schüler^-dNichiel van Coxie, gewandt und vielseitig, geht ganz in Raffael auf: Tod der Mariaum ibia^ (Prado), Marter des h- Sebastian (Antwerpen), Kopie des Genter Altars (in Gent, Berlin—1583 und München verstreut); Zeichnungen (Amor und Psyche), Entwürfe für Gobelins und Glas-F. Pourbus, unfreien. Pieter Pourbus tut sich als gediegener Bildnismaler hervor, desgleichen1545-1581 sein Sohn Frans Pourbus d. ä. (Jesus unter den Schristgelehrten in S. Bavo in