Band 
Dritter Band.
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Zweites kuch.

Das Zeitalter der Gegenreformation und derReligionskriege (15 Z 51618).

8 108. Überschau und Vorblick. Als das Christentum zuerst zu »°r>une d-rden Germanen kam, da hatten sie es angenommen nicht in der offiziellen ^ " °katholischen Form, sondern in der von der Kirche verworfenen arianischen(II, 8 18). Vom Frankenreiche ausgehend, hatte die römische Kirche sichdann die Germanen gefügig gemacht. Jetzt war dieses römische Joch ab-geschüttelt, und ein Schlag wie nie zuvor hatte die päpstliche Universal-kirche getroffen: die germanische Welt hatte sich von ihr los-gesagt. Aber selbst der romanischen war sie nicht mehr vollkommensicher: in ihr war anknüpfend an die deutsche Bewegung eine noch rück-sichtsloser vorgehende Reformation entstanden, die dann auch nach dergermanischen Welt Hinübergriff. Das hatten die geistvollen Kirchenfürsten,die von der Höhe ihrer humanistischen Bildung herab den frommen Aber-glauben des Volkes verspotteten, nicht erwartet. Und doch hatte dieserAbfall die gleiche Ursache wie ihr Hohn; sie lag in den Zuständen deralten Kirche, die man seit lange für verbesserungsbedürftig erklärt, abernicht gebessert hatte. Dabei bestand indes der große Unterschied, daßdie italienischen Humanisten den Widerstreit zwischen dem, was die Kirchebot und was sie bieten sollte, mit dem Verstände erfaßten und im frivolenSpott darüber hinwegkamen, das deutsche Volk dagegen ihn im innerstenHerzen fühlte und sich in schwerer Gewissensnot von dem so lange alsheilig Verehrten losriß. Entrang sich so die Absage an Rom zunächst derGemütstiefe des deutschen Bauernsohnes, so entsprach sie doch auch demneuen, alle Verhältnisse durchdringenden Geiste des Individualismus, sowirkten bei dem lawinenartigen Anwachsen, mit dem sie die germanischeWelt ergriff, nationalpolitische Momente mit. Die ganze Bewegungrichtete sich eben gegen die das Mittelalter beherrschenden römischen Ideeneiner kirchlichen und politischen Universalherrschaft, welche das Selbst-bestimmungsrecht der Personen und Nationen verneinten.

Aber verloren gab die katholische Kirche trotz der erlittenen Verluste i W°st°mo-ihre Sache noch nicht. Sie nahm die Mißerfolge als eine ernste Mahnung K"mpfzur Einkehr, sie begann offenkundige Mißstände abzustellen, sie fing an,in einer inneren Läuterung sich auf sich selbst zu besinnen und neue Kräfte 'Systems)"zu sammeln: man hat nicht ganz unrecht mit der Behauptung, daß dieReformation den Katholizismus gerettet habe. Für die so in sich