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Dritter Band.
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Zweites Buch: Zeitalter der Gegenreformation (1555—1618).

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der Städte und Gemeinden wurden neu geordnet, die adlige Gerichtbarkeitisei durch die königliche ersetzt und ein allgemeines Gesetzbuch (das Manuelsche) er-lassen, das an die Stelle der „Ordonnanzen des Königs Alfons" (II, Z 339)trat. So heilsam diese Maßnahmen waren, so unheilvoll war es, daß Manuelnach spanischem Vorbild den Juden und Mauren bei Todesstrafe gebot, dasKönigreich zu verlassen. Um sich zu retten nahmen viele die Taufe, aber auchgegen diese „Neuchristen" richtete sich der Fanatismus des Volkes. DieseJudenverfolgungen schädigten wie in Spanien das wirtschaftliche Gedeihen desLandes, und das war um so schlimmer, weil wie dort auch in Portugal dieaus Indien einströmenden Reichtümer die Neigung zu ernster Arbeit minderten(Z 14) und verweichlichende Genußsucht großzogen. Die Keime des Verfallszeigen sich trotz äußerer Macht bereits unter Johann III. Er führte zudem dieInquisition ein und gewährte den Jesuiten den größten Einfluß.

§57-1578 Dieser Einfluß stieg noch unter Johanns III. Enkel Sebastian.Für den beim Tode seines Großvaters erst dreijährigen König übernahmzuerst seine Großmutter Katharina, eine Schwester Karls V., bald abersein Großoheim, der Kardinal Heinrich, die Regentschaft. Er führte siein durchaus klerikalem Geiste, überließ die Erziehung des Königs voll-ständig den Jesuiten und folgte selbst in allen Stücken seinen jesuitischenis68 Beichtvätern. Die Herrschaft der Jesuiten blieb auch bestehen, als Sebastiandie Regierung übernahm. In Indien bewirkte der christliche Fanatismusis7v eine umfassende Erhebung der Mohammedaner und Inder, die nur mitMühe niedergeworfen wurde. Bei König Sebastian aber zeigte sich diejesuitische Erziehung in einer phantastisch-kirchlichen Gesinnung. Er wollteein Kreuzritter sein und verschmähte, um keusch zu bleiben, eine Ver-mählung , ohne zu beachten, daß die Zukunft seiner Dynastie und seinesLandes davon abhing. Gern wäre er als Gottesstreiter nach Indien ge-zogen, und mit Feuer ergriff er den Gedanken eines Kreuzzuges nachMarokko, als der von Muley Moluk mit Unterstützung des türkischenSultans vertriebene Herrscher von Marokko, Muley Mohammed, seineHilfe anrief. So gering auch die Begeisterung im portugiesischen Volket. Aug. 1578 mar, der König führte ein Heer nach Afrika; indes bei Alkassar (Ksarel Kebir) erlitt er eine vernichtende Niederlage und fand selbst im tapferenKampfe den Tod. Es war das größte Unglück, das Portugal treffenkonnte: bei Alkassar wurde nicht nur die Großmachtstellung, sondern auchdie Selbständigkeit des Staates begraben.

Diese Tatsache spiegelt sich auch in der Sage, daß König Sebastian nicht gefallen,sondern auf eine ferne Insel entrückt sei; dort schlummere er, von zwei Löwen bewacht, undwerde wiederkehren, die alte Größe seines Volkes zu erneuern. Die Sage ist, wie die deutscheFriedrichssage (II, Z 235), wie die mexikanische Sage von der Wiederkehr des guten Gottes(8 9), in den folgenden trüben Zeiten entstanden und zeigt, daß man in Portugal die großeVergangenheit nicht vergessen hatte.

1578-iüM Die Krone ging zunächst über auf den 67 Jahre alten KardinalHeinrich, zugleich aber erhob sich die Frage, wer dann der Erbe seinsolle*). Als Bewerber traten auf Antonio von Crato, ein unehelicher

Manuel der Große 1495—1521

Johann III. 1521-1557

G. Katharina von Spanien

JsabellaG. Karl V.

Ludwig

unehelich

Erato"l-"lü95

Heinrich (Kardinal) Eduard -j- 15401578—1580 j

Philipp II.1580-1598G. Maria «anPortugal

KatharinaG. Johann vonBraganza s 1583

Th-odofius s 1630

Johann IV.1840—1656

Sebastian

1557-1578